Der heilige Suitbert d.Ä., Bischof und Bekenner in Friesland, + 1.3.713 - Fest: 1. März

 

Der heilige Suitbert gehörte zu den ersten Missionaren, die über den Rhein vorstießen. Jahrhundertelang blühte bereits das Christentum in den Ländern links des Rheins, während rechts des Rheins immer noch das Heidentum herrschte. Alle Versuche der Missionare, Christi Fahne, das Kreuz, über den Fluss zu tragen, scheiterten an der Wildheit der ortsansässigen Volksstämme, bis eines Tages Suitbert auftauchte und mutig den Rhein überschritt.

 

Suitbert war von angelsächsischer Herkunft. Als junger Mann verließ er die Heimat, ging nach Irland, wurde Mönch und schloss sich dem heiligen Willibrord an, als dieser die Mündung des Rheins aufsuchte, um unter den dortigen Friesen missionarisch zu wirken. Bald danach trennte sich Suitbert jedoch von Willibrord, erhielt die Bischofsweihe und zog mit einigen Gefährten in das Land zwischen Ruhr und Lippe.

 

Mit großer Klugheit begann der Missionar das Bekehrungswerk, denn von Anfang an war sich Suitbert darüber im Klaren, dass er durch eine bloße Verkündigung der frohen Botschaft nichts ausrichten konnte. Wenn er bei den misstrauischen Menschen zwischen Ruhr und Lippe Erfolg haben wollte, so musste er ihnen das Christentum, bevor er es lehrte, erst im Gebet und in der Arbeit vorleben.

 

Deswegen kaufte Suitbert Land auf, rodete es, legte Äcker und Weiden an, trieb Pferde- und Rinderzucht Wenn man ihn anfänglich auch verlachte und verspottete, weil das, was er tat, nach germanischer Auffassung nicht als ehrenhafte Männerarbeit, sondern als Frauenarbeit galt, so verstummten die Witze über den sonderbaren Fremdling mit der Zeit immer mehr. Suitberts reiche Kornkammern und prachtvolle Viehwirtschaft erweckten nämlich bei den Einwohnern Interesse und Nachahmung. Bald bahnten sich freundschaftliche Beziehungen an. Mit Rat und Tat half der ausländische Mönch den Nachbarn, und langsam, aber merklich wuchs der Wohlstand im Land.

 

Da war es an der Zeit, dass Sankt Suitbert neben Roggen, Hafer und Gerste Gottes Wort aussäte. Und im aufgelockerten Erdreich ging auch diese Saat prächtig auf und brachte viel Frucht. Gotteshäuser entstanden, Schulen wurden gegründet, und es war nur noch eine Frage der Zeit, bis sich das Volk zwischen Ruhr und Lippe in seiner Gesamtheit zum christlichen Glauben bekennen werde. Der Glaubensbote Suitbert hatte ganze Sämannsarbeit geleistet, und die Kornkammern der Kirche füllten sich aufs Neue mit reichen Garben.

 

Auf diese Weise war durch den heiligen Suitbert erstmals das Kreuz mit Erfolg über den Rhein getragen worden. Wenn auch ein Sachseneinfall wieder alles, was die Missionare mühsam aufgebaut hatten, vernichtete und das Bekehrungswerk um weitere hundert Jahre verzögerte, so hatte Suitbert doch wenigstens einen festen Grund gelegt, auf dem sich später das Christentum siegreich und machtvoll entwickeln konnte.

 

Die letzten Lebensjahre verbrachte der alternde Glaubensbote auf der Rheininsel Kaiserswerth in der Nähe von Düsseldorf, wo er hart an der Grenze seiner zusammengebrochenen Mission ein Kloster gründete. Dort starb er am 1. März 713, ohne dass sich seine Hoffnung erfüllte, das zerstörte Lebenswerk wiederaufzurichten. Aber was er mit Tränen gesät hatte, haben andere später mit Freuden geerntet. Was immer ein Mensch Gutes tut, kann nie restlos untergehen.