Der heilige Silvinus, Missionsbischof in Belgien und Frankreich, + 17.2.718 – Fest: 17. Februar

 

Der heilige Silvinus wurde aus einem hohen Geschlecht zu Toulouse geboren, in der Gottesfurcht erzogen und in allen Wissenschaften unterrichtet. Seine Eltern, die von einigen Schriftstellern für den Pipin und die Plektrudis gehalten werden, versuchten ihn zu einer ansehnlichen Heirat zu bereden, wodurch er sich den Weg zu den höchsten Würden und Ehrenstellen bahnen konnte. Aber der heilige Jüngling, der sich seinem Jesus von zarter Kindheit an geweiht hatte, verließ Reichtümer, Ansehen und das väterliche Haus und begab sich nach Terouanne, wo er ein einsames und karges Leben führte und schließlich vervollkommnet in jeder Tugend, die Einsamkeit verließ und unzählige Heiden zum Christentum bekehrte. Er besuchte mit großer Andacht Jerusalem und alle heiligen Orte, die Jesus durch seine Geburt, durch sein Leben und Leiden berühmt machte, und wurde nach seiner Rückkehr zum Bischof von Terouanne gewählt. Vorbereitet durch strenges Fasten und ununterbrochenes Gebet, trat er mit größter Demut das heilige Amt an und widmete sich mit Ausschließung aller Sorge für das Zeitliche dem Seelenheil seiner ihm anvertrauten Herde. Mit Begeisterung predigte er das heilige Evangelium, besuchte die Kranken auf ihren Schmerzenslagern und tröstete die Gefangenen. Er erbaute Kirchen und Armenhäuser und wirkte in der Heilung von Geburt unglücklicher Menschen viele Wunder. Er selbst lebte so arm, dass er nur ein einziges raues Kleid besaß, stets auf bloßer Erde schlief und vierzig Jahre lang nie eine andere Nahrung genoss, als Wurzeln und Kräuter. Ungeachtet dieser strengen Lebensweise hatte er gegen schwere Versuchungen zu kämpfen, die er gewöhnlich dadurch besiegte, dass er seinen Körper bis auf das Blut geißelte, oder dass er schwere Steine und andere Lasten meilenweit trug. Auf seinem Krankenbett litt er mit unsagbarer Geduld die langwierigsten Schmerzen und entschlief schließlich unter Weinen und Beten am 17. Februar im Jahre 718.