Die heiligen sieben Stifter des Servitenordens - Fest: 12. Februar

 

Das heutige Fest der heiligen sieben Stifter des Servitenordens ist aus einem ähnlichen Anlass wie die Feier von der Erscheinung der unbefleckten Jungfrau Maria zu Lourdes entstanden. Wie nämlich die liebe Mutter Gottes der heiligen Bernadette erschien und damit den Anstoß zur Gründung des Gnadenortes Lourdes in Frankreich gab, so ähnlich erschien Maria sechs Jahrhunderte früher in Italien sieben Männern und legte dadurch das Fundament zu einer neuen Ordensgemeinschaft, deren Mitglieder sich Serviten nennen, was auf Deutsch Marienritter heißt. Somit ist der heutige Tag, an dem wir das Fest der heiligen sieben Stifter des Servitenordens begehen, eigentlich auch wieder ein Marienfest. Wie kam denn die Ordensgründung der Marienritter zustande?

 

Im 13. Jahrhundert lag ganz Italien im Streit, Stadt gegen Stadt, Bürger gegen Bürger, Familie gegen Familie. Städte gingen dabei in Rauch auf und sanken in Trümmer, und Blut floss in Strömen.

 

In Florenz war es am schlimmsten. Es lebten dort aber damals sieben Männer, reiche und angesehene Kaufherren, die sich außerdem durch einen gottesfürchtigen Lebenswandel so sehr auszeichneten, dass sie ruhmwürdig genannt werden. Die Sieben, die sich zu einer losen Gebetsgemeinschaft vereinigt hatten, gaben sich alle erdenkliche Mühe, die streitenden Parteien zu versöhnen, ohne dass sie indessen einen dauernden Erfolg erzielten. Da erkannten die Sieben schließlich, dass die Ursache alles Übels die Sünde sei, Stolz, Eigensinn, Trotz, Hass, Geldsucht und Herrschsucht. Wie aber sollten sie, die nicht Priester waren und nicht gegen die Laster predigen konnten, gegen die Sünde vorgehen und kämpfen?

 

Lange dachten die edlen Männer über die schwere Frage nach, viel beteten sie auch um klare Einsicht, und da geschah es am Hochfest Mariä Himmelfahrt des Jahres 1233, dass die Himmelskönigin jedem einzelnen erschien und sie insgesamt aufforderte, zu Ehren ihrer Sieben Schmerzen einen neuen Orden zu gründen und durch ihr Beispiel allen Streitenden den Weg zum wahren Frieden zu weisen.

 

So sprach Maria, und sogleich entsprachen die sieben Männer dem Wunsch, verschenkten Hab und Gut an die Armen und bezogen wenige Wochen später ein kleines Haus in der Umgegend von Florenz, wo sie betend und büßend lebten und die Mutter mit den sieben Schwertern im Herzen hoch verehrten.

 

Natürlich gab es ein großes Gerede, und alle Tage strömten Neugierige in Menge herbei und störten die Sieben in ihrem gottesfürchtigen Tun, bis es den heiligen Männern zu bunt wurde. Eines Tages zogen sie weit weg in eine menschenleere Einöde hoch in den Bergen. Dann hatten sie Ruhe, denn die Neugierigen scheuten den weiten Weg und hielten sich fern. Dafür fanden sich andere ein, ernstdenkende Männer, die aus der friedlosen Welt flüchteten und sich in wachsender Zahl dem neuen Orden anschlossen, dessen Einfluss sich mit der Zeit im Hader der Parteien immer mehr bemerkbar machte. Und wenn sich langsam die Wogen des Bürgerkrieges glätteten und sich endlich auch der Friede einstellte, so gebührt ein Hauptverdienst an dieser glücklichen Wendung der Dinge den Marienrittern, die durch das Beispiel der Weltentsagung und der Abkehr von der Sünde den rechten Weg wiesen.

 

Wieder einmal hatte in den gefahrvollen Zeiten des 13. Jahrhunderts Maria, die Hilfe der Christen, durch den neuen Orden der Marienritter segensreich eingegriffen und vielen Menschen Heil und Gnade verschafft. Es war ein neuer Beweis dafür, dass Maria immer hilft, denn sie ist die milde und gütige Mutter aller Menschen. Daran soll man denken in jeder Not und Gefahr.

 

Streben wir danach, uns mit allem Eifer, wie die sieben heiligen Stifter des Ordens der Diener Mariä, wahre Diener dieser mächtigen Königin aller Heiligen, gute Kinder dieser liebenswürdigen Mutter Jesu und unserer Mutter, echte Verehrer der heiligsten Jungfrau und Gottesgebärerin und treue Nachfolger ihrer Tugenden zu sein. So wird sie uns allezeit als ihre Kinder erkennen. Sie wird sich für uns als eine gütige Mutter und mächtige Beschützerin zeigen, besonders in der so wichtigen Stunde des Todes. Sie wird für uns Fürsprechen, dass wir Gottes Gnade und die ewige Seligkeit erlangen.