Der heilige Robert Bellarmin aus der Gesellschaft Jesu, Erzbischof, Kardinal und Kirchenlehrer, + 17.9.1621 - Fest: 17. September (früher am 13. Mai)

 

Am 13. Mai 1923 vollzog der Heilige Vater, Papst Pius XI., die feierliche Seligsprechung, die bereits im Jahr 1627 eingeleitet wurde, und am 29. Juni 1930 die Heiligsprechung eines Mannes, der durch seine seltene Gelehrsamkeit und Tugend eine wahre Zierde seines Ordens und der katholischen Kirche ist.

 

Die Wiege des großen Gelehrten, der von demselben Papst 1931 zum Kirchenlehrer erhoben wurde, stand in Montepulciano, einem Städtchen in der Toscana. Der 4. Oktober war sein Geburtstag. Er erhielt in der Taufe die Namen Robert Franz und Romulus. Zeitlebens hegte er eine besondere Verehrung zum hl. Franziskus von Assisi.

 

Die Familie Bellarmin stammte von altem Adel, war aber mit irdischen Gütern nicht besonders gesegnet. Umso größer war ihr Reichtum an religiösem Geist. Insbesondere die Mutter, Cinthia Corvini, eine Schwester des Papstes Marzellus II., war nicht bloß eine hochgebildete, sondern eine geradezu heiligmäßige Frau. Sie übte nach dem Zeugnis ihres Sohnes Almosengeben, Gebet, Betrachtung, Fasten und strenge Bußwerke. Dreimal in der Woche empfing sie die heilige Kommunion, für diese Zeit etwas ganz Ungewöhnliches. Von ihren zwölf Kindern widmeten sich zwei Söhne und drei Töchter dem geistlichen Stand.

 

Die vortreffliche Mutter hielt die Kinder an, täglich der Heiligen Messe beizuwohnen und oft zu den heiligen Sakramenten zu gehen. Schon als kleiner Junge kniete sich Robert gleich nach dem Aufstehen nieder, um die Tagzeiten der allerseligsten Jungfrau zu beten.

 

Noch schöner entfalteten sich seine Talente, als die Jesuiten in Montepulciano eine Schule eröffneten, die er mit seinen Brüdern besuchte. Daselbst reifte sein Beruf: nach langem Überlegen und ernstlichen Beratungen mit seinem Seelenführer entschloss er sich, in die Gesellschaft Jesu einzutreten. Der Vater widersetzte sich anfangs seinem Vorhaben, da er ganz andere Pläne mit seinem talentvollen Sohn hatte, aber schließlich ergab er sich in den Willen Gottes und ließ ihn mit seinem Segen ins Noviziat ziehen.

 

Die fromme Mutter gab dem Sohn an den Pater General Laynez einen Brief mit, in dem sie schreibt: „Ich danke der göttlichen Majestät, dass sie mich würdigte, denjenigen zu ihrem Dienst zu berufen, den ich mehr liebe als mich selbst. Es ist wahr, ich habe noch andere Kinder, aber ich liebte diesen mehr als die anderen. Ich hatte auf ihn meine schönsten Hoffnungen gesetzt wegen seiner Eigenschaften, seiner Frömmigkeit und seines Talentes. Aber sobald ich sein Verlangen erkannte, sich Gott zu weihen, habe ich mich darüber gefreut und tue es jetzt noch mehr, denn ich weiß, dass wir dem Herrn das Liebste geben müssen, das wir haben. Und doch konnte ich kaum meinen Schmerz bemeistern im Augenblick, wo ich mich von einem so lieben Sohn trennen musste. Nur der eine Gedanke tröstete mich, dass er nunmehr in der Gesellschaft Jesu eine bessere Mutter haben wird.“

 

Das große Opfer der Eltern wurde von Gott reich belohnt durch all das Große, das ihr Sohn bald zur Ehre Gottes wirken sollte.

 

Wegen seiner hervorragenden Begabung für das Predigeramt wurde Robert sofort nach den philosophischen Studien an verschiedenen Orten als Professor der Beredsamkeit und Prediger angestellt. Obschon erst 20 Jahre alt, musste er auch den eigenen Mitbrüdern, unter denen sich nicht wenige erfahrene Männer befanden, die regelmäßigen geistlichen Vorträge halten. Er tat es mit solchem Geschick und zugleich mit solcher Bescheidenheit, dass alle davon höchst erbaut waren.

 

Noch während der theologischen Studien wurde er nach Löwen in Belgien geschickt, um für die Universitätsstudenten zu predigen. Am 25. Juli 1569 bestieg er zum ersten Mal die Kanzel der St. Michaels-Kirche und gefiel so, dass künftig immer mehrere Tausende sich einfanden, wenn er predigte. Aus Holland und England kamen Protestanten, um ihn zu hören; viele entsagten dann dem Irrtum.

 

Am 25. März 1570 wurde er zum Priester geweiht und musste einen Lehrstuhl an der Universität übernehmen, als erster Jesuit, dem diese Ehre zuteilwurde. Sechs Jahre lang erklärte er nun das bekannte Werk des heiligen Thomas von Aquin, die „Theologische Summe“, eine ausführliche Darstellung aller Glaubenswahrheiten.

 

Mit Geist und Geschick widerlegte er die falschen Ansichten des Michael Bajus, der gleichzeitig an derselben Universität lehrte, in gewandter, bestechender Form gefährliche Lehren vortrug und bei der Studentenschaft großen Anhang besaß. Pater Bellarmin war bei der strengsten Rechtgläubigkeit so versöhnlich und schonend, dass er niemand abstieß. Er hatte keinen Gelehrtenstolz, wohl aber die Demut und Liebenswürdigkeit eines Heiligen.

 

Sein Ruf als Gelehrter drang bald in alle Welt. Die Universität von Paris und der heilige Karl Borromäus, Erzbischof von Mailand, bemühten sich, ihn zu erhalten. Pater General Mercurian rief ihn aber 1576 nach Rom, um ihm den von Papst Gregor XIII. neuerrichteten Lehrstuhl für Unterscheidungslehren anzuvertrauen. Es weilten an den großen Kollegien und Anstalten viele junge Leute aus den von der protestantischen Irrlehre angesteckten Ländern, die nach einer gründlichen theologischen Ausbildung verlangten, zumal in den Lehren, die von den Neuerern verworfen wurden; sie wollten sie in der Heimat widerlegen. Niemand war hierzu geeigneter als Bellarmin, dessen Hörsaal bald einer der stärksten Anziehungspunkte Roms wurde. Die Frucht seiner Vorlesungen war das große Werk über die Kontroversen oder Unterscheidungslehren, das heißt, wie er sich selbst ausdrückt, „jener Fragen, die zwischen der Kirche des lebendigen Gottes und ihren aufständischen und abtrünnigen Kindern zum großen Unheil für den ganzen Erdkreis erörtert werden“. Der erste Band erschien 1581 zu Ingolstadt. Das Werk fand reißenden Absatz und erlebte trotz seines bedeutenden Umfangs von drei großen Bänden über vierzig Auflagen. Bei den Katholiken herrschte großer Jubel wegen dieser lichtvollen, gründlichen Verteidigung ihres Glaubens, bei den Gegnern ebenso große Verwirrung. Kardinal Ubaldini sagte deshalb: „Man könnte Bellarmin den Athanasius oder Augustinus unserer Tage nennen, denn er war durch die göttliche Vorsehung gesandt zur Widerlegung der Irrlehre.“ Theodor Beza, der Führer der Kalviner in der Schweiz, rief aus: „Dieses Buch hat uns zugrunde gerichtet.“ In Heidelberg eröffnete ein lutherischer Professor 1600 eigene Vorlesungen gegen Bellarmin. In England errichtete Königin Elisabeth einen Lehrstuhl zur Abwehr der Bellarmingefahr.

 

Der gelehrte Verfasser blieb bei allen Erfolgen kindlich demütig. Er versah das Lehramt bis 1589, in dem Jahr er auf Befehl des Papstes Sixtus V. den Kardinallegaten Kajetan nach Paris begleiten musste. Nach dem Tod des Papstes im folgenden Jahr kehrte er nach Rom zurück. Da er unter heftigem Kopfweh viel zu leiden hatte, enthob ihn der Ordensgeneral der Lehrtätigkeit und bestimmte ihn zum geistlichen Leiter der studierenden Ordensjugend.

 

Zu seinen Zöglingen gehörte nun auch der heilige Aloisius von Gonzaga, mit dem ihn bald eine heilige Freundschaft verband. Noch als achtzigjähriger Greis erinnert sich Bellarmin mit Freuden an diese Zeit. Während seiner letzten Krankheit unterhielt sich Aloisius, so oft er nur konnte, mit dem geistlichen Vater über die Angelegenheiten seiner Seele. Dieser wich nicht von des jungen Klerikers Seite, bis sein Lebenslicht zu erlöschen begann. Er sprach ihm Trost zu und verrichtete die Sterbegebete mit ihm. Aloisius starb am 21. Juni 1591. Als er schon 14 Jahre später mit dem Titel eines Seligen ausgezeichnet wurde, veranlasste Bellarmin, dass das Sterbezimmer des engelreinen Jünglings in eine Kapelle umgewandelt wurde, und ließ es mit Darstellungen aus dem Leben des Heiligen schmücken.

 

Da Pater Bellarmin es so gut verstand, mit jungen Leuten umzugehen, wurde ihm am 16. Dezember 1592 die Leitung des ganzen großen Kollegs und nach zwei Jahren die Leitung der Ordensprovinz von Neapel übertragen. Hier hatte er unter seinen Untergebenen den seligen Bernardin Realino, der in dem Kollegium von Lecce weilte. (+ 1616 – Fest: 3. Juli)

 

Aber auch Neapel sollte sich nicht lange des heiligmäßigen Provinzials erfreuen. Papst und Kardinäle kannten die trefflichen Eigenschaften des großen Gelehrten nur zu gut und wussten, welch unschätzbare Dienste er als Ratgeber des Papstes der ganzen Kirche leisten konnte. Darum ernannte ihn auf Betreiben des Kardinals Baronius, der selbst den Ruf eines hervorragenden Gelehrten hatte, Klemens VIII. zu Anfang des Jahres 1597 zu seinem theologischen Berater und übertrug ihm verschiedene wichtige Ämter. Unter anderem musste er im Auftrag des Heiligen Vaters einen Katechismus verfassen, der ähnlich wie der des heiligen Kirchenlehrers Petrus Canisius eine weite Verbreitung fand. Das Büchlein erlebte zahllose Auflagen und wurde in mehr als 60 Sprachen übersetzt.

 

Am Quatembermittwoch der Fasten 1599 erklärte der Papst, dass er Bellarmin zum Kardinal erhebe. „Diesen erwählen wir,“ sagte er, „weil er an Gelehrsamkeit nicht seinesgleichen hat in der Kirche Gottes.“ Alle Versuche des bescheidenen Mannes, eine so hohe Würde von sich abzuhalten, fruchteten nichts, ja der Papst befahl ihm die Annahme des Kardinalates ausdrücklich, und zwar unter schwerer Sünde.

 

Die katholische Welt jubelte über die Ehrung dieses ausgezeichneten Mannes. Kardinäle äußerten sich, nicht Bellarmin sei eigentlich geehrt worden, sondern ihr Kollegium, da es eine solche Zierde erhalten habe.

 

Nur einer war darüber tief unglücklich und vergoss viele Tränen, er selbst. Er klagte sein Leid seinem Freund, dem seligen Bernardin Realino; er erhielt von ihm einen wundervollen Trostbrief. Nur der Gedanke an Gottes Wille erleichterte ihm das Herz.

 

Auch als Kardinal änderte Robert seine Bisherige einfache Lebensweise nicht, so dass von ihm der Jesuitengeneral bezeugen musste, er habe nur das Kleid gewechselt, aber nicht seine Gewohnheiten. Das rote Galakleid, das ihm der Papst geschenkt hatte, reichte die 22 Jahre aus, die er noch zu leben hatte. Umso freigebiger war er den Armen gegenüber. Notleidende oder Klöster, verschämte Arme, mittellose Studierende, Kranke in den Spitälern erfreuten sich seiner Großmut. Für sich verwandte er nur das Allernotwendigste. Als Bellarmin starb, musste der Papst die Begräbniskosten für ihn tragen.

 

Es ist unmöglich, all die vielfältigen Arbeiten des neuen Kardinals zum Besten der Kirche ausführlich zu schildern. Er war nach allen Seiten bemüht, der Kirche zu nützen, bald dadurch, dass er mit seiner gediegenen Feder die Rechte des Papstes verteidigte, neue wissenschaftliche und fromme Werke schrieb, bald durch Reformvorschläge zur Hebung des Klerus, die er dem Papst mit großem Freimut unterbreitete, dann wieder durch Briefe, die in alle Welt, bis in die fernen Missionen seiner Mitbrüder, ausgingen.

 

Eine Zeitlang, 1602 bis 1605, weilte Bellarmin außerhalb Roms, da der Papst die Verwaltung des Erzbistums Capua in seine Hände legte. Die drei Jahre, die er dort zubrachte, verwandte er mit allem Eifer dazu, den religiösen Stand der Diözese zu heben, was ihm auch in seltenem Grad gelang. Er predigte selbst an allen Sonn- und Feiertagen in der Kathedrale, sorgte für einen würdigen Gottesdienst, hielt den Klerus zu einem frommen, erbaulichen Leben an und visitierte alljährlich seine Diözese.

 

Als 1605 Klemens VIII. starb, hätte nicht viel gefehlt, so wäre Bellarmin zum Papst gewählt worden. M ersten Wahlgang hatte er die meisten Stimmen, aber er beschwor Gott und die Menschen, doch diese Last nicht auf seine Schultern zu legen. Es wurde Leo XI. gewählt, der aber leider schon vor Ablauf eines Monats verschied. Ein zweites Mal kam Bellarmin der Tiara sehr nahe, doch seine Demut blieb Sieger.

 

Der neue Papst Paul V., der nun die Kirche regierte, wollte den Kardinal Robert ganz in seiner Nähe haben, um stets seinen Rat einzuholen zu können. Er machte ihn zum Protektor des deutschen Kollegiums und anderer Institute und Orden und zum Administrator seiner Heimatdiözese Montepulciano. Bei fast allen kirchenpolitischen Fragen hatte Bellarmin die führende Rolle. So geschah es, dass er allmählich wie ein Weltwunder angestaunt wurde.

 

Inmitten seiner unzähligen Arbeiten wandte er stets eine besondere Sorge den großen Anliegen der Kirche in Deutschland zu. Er hatte die Verhältnisse dieses Landes schon früher kennengelernt. Als er in Löwen Professor war und als er in Rom lehrte, saßen viele deutsche junge Männer zu seinen Füßen. Sein Buch über die Kontroversen oder Streitfragen war hauptsächlich der Bekämpfung der deutschen Irrlehren gewidmet, weshalb es auch zuerst in Deutschland herausgegeben wurde. Kein Wunder, dass er zeitlebens die Entwicklung der Dinge in Deutschland nicht nur mit Aufmerksamkeit, sondern mit jener apostolischen Sorge verfolgte, die überall zur Hilfe bereit ist, wo sich die Gelegenheit dazu bietet. Unzählige Briefe an die deutschen Kurfürsten und Bischöfe, an hervorragende Führer der Katholiken und selbst an den Kaiser trachteten, die Wankenden im Glauben zu stärken, in schwierigen Verhältnissen Rat zu erteilen, das Überhandnehmen der Irrlehren zu verhindern und die mancherorts sich zeigenden Ansätze zum Besseren nach Möglichkeit zu kräftigen. „Wenn ich bald die Nachricht bekäme,“ schreibt er am Abend seines Lebens an den Herzog von Bayern, „dass das römische Reich in Frieden ist und dass der erlauchte Kurfürst von Sachsen sich zum katholischen Glauben bekehrt hat, dann würde ich, der fast achtzigjährige Greis, gern mit Simeon singen: „Nun entlässt du, o Herr, deinen Diener in Frieden.“ Kardinal Bellarmin gehört zu den größten Wohltätern des deutschen Volkes aller Zeiten und ist im Himmel gewiss auch sein Fürbitter und Beschützer, wie er im Leben der Protektor des Kollegiums Germanikum in Rom war.

 

Auch der heilige Franz von Sales stand zu dem Heiligen in enger Beziehung und charakterisierte ihn einmal treffend mit den Worten: „Dieser große Kardinal kann alles, nur nichts Böses tun. Das Böse kennt er zwar gut, da er es in seinen Schriften bekämpft. Und doch ist ihm nichts fremder als das Böse.“

 

Da der rastlos tätige Mann die Beschwerden des Alters immer mehr zu fühlen bekam, bat er den Papst, ihn von seinen Ämtern zu befreien und die letzten Tage im Noviziat der Gesellschaft Jesu zu St. Andrä auf dem Quirinal zubringen zu dürfen. Nach längerem Sträuben gestattete es der Heilige Vater. Im Noviziat wählte sich der Greis zwei einfache Zimmer und verbrachte seine Zeit fast ausschließlich mit Gebet, um sich auf den Tod vorzubereiten. Schon wenige Tage nach seiner Ankunft, Ende August 1621, erkrankte er. Da leuchteten noch einmal seine Tugenden im hellsten Glanz. Alle Besucher erbaute er durch seine Frömmigkeit, Ergebung in Gottes Willen, Demut, Gehorsam, Geduld und Liebe. Am 1. September erlebte er noch eine große Freude und Auszeichnung. Gregor XV. besuchte seinen hochverehrten Kardinal. Beim Eintritt des Papstes richtete sich der Kranke auf und sprach: „Ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach. Ich danke Euer Heiligkeit von ganzem Herzen, dass sie sich für einen so armen Menschen so sehr bemüht hat.“

 

Bei der Nachricht, dass sein Ende sich rasch nähere, rief der Kranke dreimal freudig aus: „O gute Nachricht!“ und verlangte sofort nach der heiligen Wegzehrung; er ließ es sich nicht nehmen, sie kniend außerhalb des Bettes zu empfangen. Am 17. September begann der Todeskampf; mit deutlicher Stimme legte der Sterbende nochmals das Glaubensbekenntnis ab, wiederholte oft den süßen Namen Jesus und hauchte ruhig seine reine Seele aus. Der Leichnam wurde unter ungeheurem Zulauf des Volkes in der Ordenskirche al Gesu bestattet. Der Seligsprechungsprozess wurde bald aufgenommen; durch die Ungunst der Zeiten und gewisse Anfeindungen gegen den Orden blieb er aber unvollendet, bis ihn Papst Benedikt XV. im Jahr 1920 wieder aufgriff und sein Nachfolger Pius XI. ihn am 13. Mai 1923 durch die Seligsprechung und am 29. Juni 1930 durch die feierliche Heiligsprechung vollendete. Am 21. Juni 1923 erfolgte nach Wunsch des Heiligen Vaters die feierliche Übertragung der Reliquien des Heiligen in die Ignatiuskirche, wo sie neben dem Altar des heiligen Aloysius beigesetzt wurden, wie der Heilige es sich stets gewünscht hatte. Es war damals schon zu erwarten, dass auch die Heiligsprechung nicht mehr fern ist.

 

Kurz vor seinem Hinscheiden dankte der Heilige dem göttlichen Heiland für alle empfangenen Wohltaten und besonders für den Beruf zur Gesellschaft Jesu, die er bis zum letzten Augenblick wie seine Mutter liebte: „Das ist eine unschätzbare Gnade; in der Schule der Gesellschaft habe ich nicht nur die Wissenschaft gelernt, sondern vor allem, was noch viel mehr wert ist, die Frömmigkeit eines Christen und Ordensmannes.“

 

Danken wir Gott, der seiner Kirche immer wieder große Menschen sendet, die ihre Talente und Kräfte ihr weihen, durch ihre Tugenden ihr zur größten Ehre gereichen und allen Menschen zu Vorbildern dienen. Schätzen, lieben wir diese eine, heilige katholische Kirche nach dem Beispiel des heiligen Robert Bellarmin und bleiben wir ihr treu bis zum Tod! Sie ist unsere geistige Mutter, bei ihr ist das Heil!