Die heilige Rita, Witwe und Augustinernonne von Cascia in Italien, + 22.5.1457 – Fest: 22. Mai

 

Diese große Wundertäterin des Augustinerordens hat zwar schon vor sechshundert Jahren gelebt und auch gleich nach ihrem Tod sich durch ihre wunderbare Hilfe in Bedrängnissen das Vertrauen des katholischen Volkes erworben, dennoch ist sie eine moderne Heilige, deren Verehrung sowohl wie ihre Wunderkraft gerade in neuerer Zeit immer mehr zuzunehmen scheint. Ist es ja auch erst unserer Zeit vorbehalten gewesen, dieser Seligen, obwohl sie von Anfang an die Liebe und das Vertrauen der Gläubigen aller Länder genoss, durch das kirchenamtliche Zeugnis den Titel und die Krone einer Heiligen zu verleihen. Leo XIII. hat unsere Rita am 24. Mai 1900 heiliggesprochen. Was die Lebensgeschichte dieser „Rose von Cascia“ so wundervoll, was ihr Charakterbild so anziehend für alle macht, ist wohl das ihr besonders eigene Merkmal, dass sie ein Beispiel heroischer Tugend für alle Stände ist, eine leuchtende Frauengestalt im Weltkleid wie im Ordensgewand, ein Spiegelbild für die christlichen Jungfrauen, die Ehefrauen und Mütter, die Ordens- und Krankenschwestern. Und das ist Rita geworden durch treue Nachfolge des leidenden Heilandes auf dem Opfer- und Leidensweg nach Kalvaria.

 

Umbrien, die gottgesegnete Landschaft Mittelitaliens, ist das Heimatland, Rocca Porena, das durch fast überhängende Berge von der Welt abgesperrte Dörfchen, der Geburtsort, Cascia aber ist das glückliche Städtchen, nach dem die Heilige den Namen führt „Rita von Cascia“. Ihre Geburtszeit fällt um 1381. Ihre Eltern Anton und Amata Mancini standen in einfachen bürgerlichen Verhältnissen und waren durch Tugend und Rechtlichkeit angesehen. Von ihrem Beispiel angezogen, lebte auch Rita still und zufrieden in ihrem Stand, jede Kleiderpracht verabscheuend, gehorsam den Geboten Gottes und jedem Wink der Eltern, mitleidsvoll mit den Armen, musterhaft durch ihre Frömmigkeit und ihr ehrfurchtsvolles Verhalten im Gotteshaus. Ja sogar Fasten und nicht geringe Abtötungen waren dem unschuldigen Kind nichts Unbekanntes. Bald macht es sich eine Einsiedlerklause zurecht, ein abgelegenes Kämmerchen im Haus, um da ganz allein sein zu können mit dem lieben Jesus. Da war es vor allem das bittere Leiden unseres Herrn, um das sich die Gedanken und Herzensempfindungen der heranwachsenden Jungfrau bewegten, da empfand sie unter reichlichen Tränen und dem lebhaftesten Mitgefühl jenen Frieden und jene himmlische Freude, die die Gnade, und nur sie allein selbst aus der Bitterkeit zu ziehen vermag. Unter der Leitung ihres himmlischen Lehrmeisters erkannte Rita immer deutlicher die Täuschung des Irdischen und die Eitelkeit der sinnlichen Freuden und Vergnügungen. So war in ihr der Entschluss zur Reife gelangt, die Welt zu verlassen und zu den Augustinerinnen nach Cascia zu gehen.

 

Im Plan der Vorsehung war es unserer vorbildlichen Heiligen vorerst anders bestimmt. Sie sollte der Welt zeigen, wie man auch inmitten der Haus- und Familiensorgen sich die christliche Vollkommenheit zum Ziel setzen soll und sie erreichen kann. Die Eltern glaubten ihr einziges Kind, den Trost und die Stütze des Alters nicht verlieren zu können. Von ihren Bitten und Tränen gerührt, verschob Rita aus kindlicher Liebe und Folgsamkeit die Ausführung ihres Plans. Aber, um dem Kind den Weg ins Kloster völlig abzuschneiden, drängten die Eltern auf Verehelichung. Rita flehte und weinte, sie umzustimmen, und rang in inbrünstigem Gebet um Erleuchtung und Hilfe zum Herrn. Gott ließ sie erkennen, dass es sein Wille sei, den Eltern hierin zu gehorchen. Und wie kam es? Bald hätten die Eltern ihr geliebtes Kind wieder lieber hinter den friedlichen Klostermauern gesehen. Der von ihnen selbst auserlesene Schwiegersohn war äußerst zornmütig und aufbrausend und nicht fähig, in der Hitze sich zu beherrschen. Da wurde denn die Geduld und die Selbstbeherrschung der jungen Frau auf eine harte und lange Probe gestellt. Ist sie wohl deswegen schon von Jugend auf mit Vorliebe in die Schule des Gekreuzigten gegangen, um nun den ihr aufgelegten Kreuzweg auch mit Mut und Ausdauer verfolgen zu können? Gekränkt und beschimpft, vergalt sie nicht Gleiches mit Gleichem. Das empörendste Unrecht, die schlimmste Misshandlung brachte sie nicht aus der Fassung. Schimpf- und Drohworte des tobenden Gatten beantwortete sie nicht wieder mit gereizten und nur wieder aufreizenden Reden. Rita stellte dem allen eine unbesiegliche Sanftmut entgegen. Immer wieder suchte sie die schlimme Naturanlage des Mannes richtig zu behandeln und sich in sie zu schicken, soweit die Gefälligkeit gegen ihn mit der christlichen Sitte in Einklang blieb. War das ein schweres Ringen, ein eigenartiger Wettstreit zwischen auffahrendem Zorn und engelgleicher Sanftmut, zwischen Gewalttätigkeit und Gefälligkeit, zwischen Hartem, herrischem Druck und demütigem Dulden! Der Sieg blieb schließlich der Güte und Sanftmut der schwachen Frau. Der Mann begann sein Unrecht einzusehen und tat alles, um sich selbst zu beherrschen. Zum unaussprechlichen Trost Ritas gestaltete sich das erst so stürmische Eheleben ruhiger und friedvoller.

 

Doch nun kam eine andere harte Heimsuchung, ein furchtbarer Schlag für die schon so viel geprüfte Frau. Achtzehn Jahre waren schon seit Ritas Verheiratung verflossen, da geschah es eines Tages, dass ihr Gatte von feindlicher Hand ermordet wurde. Die schreckliche Nachricht ließ Rita bewusstlos zusammenbrechen. Auch die Heiligen unterliegen den Schwächen der Natur, fühlen wie alle Menschen ihre Eindrücke und Forderungen. Rita sah sich einem Abgrund von Trübsal gegenüber. Aber ihre durch Leiden gestählte Seele suchte und fand in Gott die Kraft, sich aufrecht zu halten. In christlichem Edelmut verzieh sie von Herzen dem Mörder ihres Mannes, ja legte für ihn Fürbitte ein, dass nicht die ganze Strenge der Gerechtigkeit ihn treffe. Das war Heldenkraft; aber selbst sie sollte die „starke Frau“ noch überholen. Frauenleid ist groß, Mutterleid noch größer, weil ja auch Mutterliebe die größte Liebe ist, neben und mit der Gottesliebe. Rita war Mutter von zwei Söhnen, und diese waren ganz dem Vater nach geartet. Sein heißes Blut und schlimmes Beispiel waren in ihnen wirksam. Die Sorgen und Mühen, die Furcht und Angst der frommen Mutter um eine gute Erziehung ihrer Kinder waren so viel und groß als sie eben sein müssen bei einer Mutter, die sich ihrer Pflicht voll bewusst ist, die anvertrauten Kinder für den Himmel zu erziehen. Der gewaltsame Tod ihres Vaters wollte nun mit einem Mal ihr langes mühevolles Erziehungswerk wieder gänzlich erschüttern. Den ohnedies heißblütigen Söhnen des Südens, zumal jener früheren Zeiten, wo die Hand zum Selbstschutz so leicht sich an die Dolchklinge legte, galt vielfach die Blutrache nicht als Untat, eher als Pflicht der Angehörigen eines Ermordeten. Nun erst diese Söhne, denen ein ausnehmend zornmütiger Vater sein Naturell vererbt hatte! Sie schwuren, nicht eher zu ruhen, bis der Mörder ihres Vaters in seinem Blut vor ihnen liege. Wer kann nun die Herzensangst der Mutter erfassen! Sie bat und beschwor die beiden geliebten Söhne, sie stellte ihnen alle Grundsätze des Rechtes und der Religion vor Augen. Umsonst! Mit Schaudern sah sie dem Tag entgegen, der ein neues namenloses Unglück für ihre Familie bringen konnte. Sie, die schon das ungewisse Los ihres so jäh dahingerafften Gatten in der anderen Welt folterte, musste nun vor der gleichen, ihren Schmerzenskindern drohenden Gefahr erzittern. Wer hat größeres Verständnis für eine solche Gefahr als eine Mutter, eine heilige Mutter! Wird ihr ein Opfer zu schwer werden, ein solches Unglück, das einzige Unglück, das es für den Menschen überhaupt gibt, von einem geliebten Kind abzuwenden? Heißestes Gebet aus blutendem Herzen genügt der Mutterangst nicht. Opfer wollte sie bringen, die schwersten; die Söhne selber, ihr irdisches Leben wollte sie opfern, wenn sie nur vor der schrecklichen Sünde, wenn nur ihre Seelen vor der ewigen Verdammnis bewahrt blieben. Und siehe, Gott nahm das heldenhafte Opfer des Mutterherzens an. Jakob und Paul, die beiden, wurden von einer Krankheit befallen und starben nacheinander, nicht befleckt von der blutigen Untat.

 

Nun stand Rita allein, eine Martyrermutter, die um Gottes und höherer Güter willen ihre Kinder hingegeben hat! Mochte sie nun auch nur für Gott allein leben, mochte ihre Liebe in Werken der Barmherzigkeit, wie sie das ja auch seither schon stets getan hatte, nun noch mehr den armen Mitmenschen schenken, ihr Herz blieb nicht ganz befriedigt. Unwiderstehlich zog sie nun wieder das Ordensleben an. Darum suchte sie demütig im Kloster der Töchter des heiligen Augustin in Cascia um Aufnahme nach. Dass aber die dortigen Nonnen es ablehnten, eine Witwe in ihre jungfräuliche Gemeinschaft aufzunehmen, finden wir begreiflich. Und doch war es gerade das Augustinerinnenkloster von Cascia, dessen religiöses Leben durch die heilige Rita gehoben und dessen Name durch sie in aller Welt bekannt werden sollte. Was nach menschlicher Weise mit natürlichen Mitteln nicht erreichbar scheint, weiß Gott mit seinen Kräften der Übernatur in Wirklichkeit zu setzen. Rita hatte sich auf dem gewöhnlichen Weg der Prüfungen des Menschenlebens so hoch zum Himmlischen emporgerungen, dass nun auch des Himmels Wunderkräfte nach Gottes Gnadenwahl in ihrem Leben zu spielen beginnen. In einer Nacht, wo sie wieder gar innig zu ihren heiligen Patronen, dem heiligen Johannes dem Täufer, dem heiligen Ordensvater Augustin und dem heiligen Nikolaus von Tolentino, dem eifrigen Augustiner-Volksmissionar (gestorben am 10. September 1306), um Hilfe in ihrem hoffnungslosen Anliegen flehte, da erschienen ihr diese und führten sie als himmlische Brautführer ins Kloster zu Cascia ein, ein ganz eigenartiges Ereignis, wie es sonst in der an merkwürdigen Vorgängen so reichen Geschichte der Heiligen kaum mehr zu finden ist.

 

Als Ordensfrau erfüllte Rita alle Vorschriften des Ordens mit ganzer Hingabe, die ihre Kraft und Ausdauer aus einer vollendeten Gottesliebe schöpfte. Gerühmt wird an der heiligen Rita besonders die Liebe zum Stillschweigen, ohne das ja der Geist der Sammlung und des Gebetes nicht gut bestehen kann. Die Übung des bereitwilligsten Gehorsams war eine ununterbrochene. Die Armut liebte sie so sehr, dass sie während der 44 Jahre ihres Klosterlebens nur ein einziges Ordenskleid brauchte, das freilich oft geflickt werden musste, dessen langes Aushalten aber wohl kaum auf natürlichen Bedingungen allein beruhen konnte. Um das Gelübde der Keuschheit möglichst vollkommen beobachten zu können, nahm die Heilige täglich dreimal die Geißelung vor, fastete viel, an den Ordensfesten bei Wasser und Brot, und mischte noch an Freitagen, des gekreuzigten Erlösers eingedenk, ein sehr bitteres Kraut unter ihre Speisen. Gott ließ es zu, dass seine treue Dienerin gerade um die Tugend der Herzensreinheit die heißesten und langwierigsten Kämpfe und die schwersten Versuchungen auszustehen hatte. Wurden diese gar zu heftig, so hielt die heroische Kämpferin ihre Hand über das Feuer und ermunterte sich selbst mit den Worten: „Rita, wenn du dies Feuer nicht erdulden kannst, wie wirst du dann in den höllischen Flammen aushalten können, die allen denen bereitet sind, die im Leben vom Feuer der Unlauterkeit entzündet sind?“ Solch außerordentliche Mittel, zu denen die Heiligen griffen, brauchen ja nicht nachgeahmt werden. Das Beispiel der heiligen Ordensfrau lehrt uns aber, wie auch die Bestgesinnten und Frömmsten nicht gegen Versuchungen wider diese Engelstugend gefeit sind, dass diese aber mit Gottes Gnade und beharrlichem Ringen in ihrem ungetrübten Glanz bewahrt werden kann.

 

Ein Gegenstand war es besonders, aus dem die Seele der heiligen Rita zeitlebens ihre Nahrung zog: Das Leiden Christi. Ihr ganzes geistliches Leben war von der liebenden Verehrung des Gekreuzigten beherrscht. Dort floss die Quelle ihrer Gnaden und Heiligkeit. Schon in ihrer Abtötung trug sie Christi Kreuz körperlich an sich. Seelisch gewahrte man eine fortschreitende Umgestaltung in den Gekreuzigten. Rita gehörte aber auch zu den bevorzugten Gnadenkindern, die der Herr zum wirklichen Mitleiden mit sich erhob. Einmal, im Jahr 1443, von tiefem Mitgefühl ergriffen, flehte sie, vor einem Kruzifix in der Klosterkapelle kniend, den Gekreuzigten inständig an, ihr einen einzigen Dorn aus seiner Krone zu senden, damit sie sein Leiden teilen und ihn trösten könne. Da fühlte sie unter einem durchdringenden Schmerz ihre Stirn verwundet werden. Wie ein Dorn drang es ein. Bald sollte die große Dulderin innewerden, was es heißt, Anteil am Leiden Christi zu haben. Immer größer wurde die Wunde und verbreitete überdies einen starken, pestartigen Geruch, selbst Würmer bildeten sich darin. Während sonst die Stigmatisierten die Kreuzigungswundmale des Herrn an sich trugen und mitlitten, wurde die heilige Rita das Abbild des dornengekrönten Heilandes, und was noch vielfach empfindlicher war, das Abbild des mit Schmach bedeckten, von den Menschen ausgestoßenen Erlösers. Gleich Hiob war die Arme geschlagen. Der Geruch der stets eiternden Wunde verscheuchte ihre Umgebung. Wie eine Ausgestoßene musste sie sich in ihre einsame Zelle zurückziehen. Zur leiblichen Qual war die Seelenqual der Verachtung und Schmach gekommen. Die Stirnwunde blieb bis zu Ritas Tod und schloss sich nur einmal vorübergehend, im Jubiläumsjahr 1450, wo die Heilige mit ihren Schwestern die Pilgerfahrt nach Rom mitmachte.

 

Der treuen Kreuzträgerin gab der Leidensbräutigam noch kurz vor ihrem Scheiden aus der Welt einen besonderen Erweis seiner Liebe. Wie er der heiligen Märtyrin Dorothea Rosen aus dem Himmel sandte, so erfreute er auch die starkmütige Märtyrin der Liebe mit gleicher duftiger Gabe, die aber der kalten Erde entsprosste, die ihre wohltätige Hand in ihrer Jugend bebaut hatte. Es war Mitte Januar, wo sie einer sie besuchenden Verwandten befahl: „Wenn du nach Rocca Porena kommst, dann gehe in den Garten meines Hauses, pflücke dort eine Rose und bringe sie mir.“ Und wirklich! An den vor Winterkälte starrenden Sträuchern fand sich ein grüner Zweig mit frischer, schönfarbiger Rose.

 

„Der Herr führt den Gerechten auf rechten Wegen, zeigt ihm das Reich Gottes, bereichert ihn bei seinen Mühen und segnet seine Arbeiten.“ (Weisheit 10,10) Die der Herr auf die Wege seiner engsten Nachfolge im Reich Gottes auf Erden geführt hat, ihr erschien er nun mit seiner heiligsten Mutter und zeigte ihr an, dass sie nach drei Tagen in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen werde. Am 22. Mai 1457 erfolgte der selige Hinübergang. Rita zählte 76 Jahre. Hatte Gott seine getreue Dienerin schon im Leben wunderbar bereichert und auch ihrem mächtigen Fürbittgebet gar oft Erhörung zugesprochen, jetzt nach dem Eingang in die ewige Herrlichkeit gewährt der Allgütige der Verklärten, als Erfüllung und Segnung ihrer Lebensarbeit, einen staunenswert reichen Rosenregen wunderbarer Gnadenerweise auf ihre Verehrer herabsenden zu dürfen. Zunächst ist es der Leib der Heiligen selber, das Werkzeug ihrer Buße und ihres Tugendlebens, den Gott verherrlichte. Als unverdächtiger, gewissenhafter Augenzeuge versichert uns der neueste Herausgeber einer Lebensbeschreibung „der Wunderrose von Cascia“, Augustinerpater Hugolin, dass er am 10. Oktober 1913 den ehrwürdigen Leib der heiligen Rita hat schauen können, wie er, der ohne einbalsamiert zu sein, in feuchter Erde ist bestattet worden, nach über 450 Jahren noch gut erhalten ist. Die Gebeine sind von Haut und Muskeln umgeben, das Antlitz etwas blass vom Alter, der Mund ist ein wenig geöffnet. Die Augen sind nicht eingesunken, sondern haben ihre natürliche Wölbung behalten und sind halb geöffnet, so dass die schwarzen Augensterne sichtbar werden. Merkwürdig ist hierbei, dass die Augen 171 Jahre hindurch geschlossen waren. Gelegentlich der Seligsprechungsfeierlichkeiten im Jahr 1628 aber öffneten sie sich zum größten Erstaunen der anwesenden Volksmenge.

 

Merkwürdig ist auch der Wohlgeruch, den der Leib der Heiligen oft verbreitet. Besonders wird er an ihrem Fest wahrgenommen. Dieser wunderbare Wohlgeruch, der oft auch schon Kranken die Gnade der Heilung andeutete, wurde wiederholt geprüft, wie alle anderen wunderbaren Ereignisse, und erst wieder am 25. Februar 1896 amtlich bestätigt.

 

Zahlreich und auffallend sind die Wunder, die Krankenheilungen und mannigfachsten Gebetserhörungen, die auf Anrufen der heiligen Rita erfolgten, von ihrem Tod angefangen bis in unsere Tage hinein. In hoffnungsloser Lage, in den verzweifeltsten Fällen nehmen die Gläubigen ihre Zuflucht zu ihr und finden Erhörung, so dass die heilige Rita „die Heilige des Unmöglichen“, die „Helferin in verzweifelten Fällen“ genannt wird. Die vielen unumstößlich beglaubigten Gebetserhörungen geschehen gerne durch Anwendung und andächtigen Gebrauch von geweihten Ritabildchen und Medaillen, von Ritabrot, -Rosen und -Öl (aus der Lampe in ihrem Heiligtum).

 

 

Da St. Rita als Frau in der Welt wie als Ordensfrau mit Vorliebe die armen Kranken gepflegt hat, ist sie die “Patronin der Krankenfürsorge“ geworden. Der Dritte Orden des heiligen Augustin in Würzburg nennt seine Krankenschwestern „Ritaschwestern“. Anderen dienen, stets offene Augen für die Not, offenes Herz zur mitleidigen Teilnahme, offene Hände in werktätiger Liebe haben, das ist das Zeichen des wahren Jüngergeistes Jesu Christi. „Alle deine Wege sind Barmherzigkeit.“