Der heilige Richarius, Priester und Abt von Centula, Frankreich, + 26.4.645 – Fest: 26. April

 

Der heilige Bekenner Richarius, Stifter und Abt des Benediktinerklosters Centula oder St. Riquir in Ponthieu, um das Jahr 570 geboren, brachte seine ersten Jahre in den Arbeiten des Landbaues zu, bis die Vorsehung zwei irische Priester, namens Cadok und Frikor, in sein Dorf führte. Während die übrigen Bewohner sie unfreundlich abwiesen, nahm er sie in sein Haus auf und erzeigte ihnen alle möglichen Gefälligkeiten. Gott belohnte augenblicklich seine Nächstenliebe. Die frommen Gäste unterrichteten ihn in der Übung der christlichen Tugenden, und er wurde durch ihre Reden so ergriffen, dass er seine Sünden bekannte und eine ganz neue Lebensweise begann. Ab nun lediglich dem Dienst des Herrn sich hingebend wurde er Mönch, betete Tag und Nacht und aß nur zweimal in der Woche. Nachdem er zum Priester geweiht worden war, ging er aus und predigte das Evangelium. Einige Zeit darauf schiffte er nach England über, um in der Wissenschaft der Heiligen sich noch mehr zu vervollkommnen. Von da zurückgekehrt setzte er sein apostolisches Werk eifrig fort, und seine Lehren brachten überall die herrlichsten Früchte hervor. Selbst König Dagobert wollte ihn hören und fühlte sich so erbaut von ihm, dass er ihm beträchtliche Geschenke aufdrängte. Diese milden Gaben verwendete Richarius zur Unterstützung der Armen und zur Stiftung eines Klosters in seinem Vaterort Centula, wozu 638 der Grundstein gelegt wurde. Viele Heilsbegierige sammelten sich hier um ihn, denen er ein weiser und liebevoller Führer war. Mit dem herankommenden Greisenalter legte er das Vorsteheramt nieder und ging von einem einzigen Gefährten begleitet in den Wald Cressy, um unter Gebet und Betrachtung zum Tod sich vorzubereiten. Als ihm freigebige Hände ansehnliche Grundstücke schenkten, erbaute er auch hier ein Kloster, das Foretmoutier (Forstmünster) genannt wurde. Er für seine Person lebte getrennt von den Brüdern in einer einsamen Zelle und entschlief da sanft und selig im Jahr 645. Sein Grab zu Centula leuchtete durch alle Zeit mit Wundern.