Die heilige Regina, Jungfrau und Martyrin bei Autun, Frankreich, + 7.9.251 – Fest: 7. September

 

Die heilige Regina, Jungfrau und Martyrin, war die Tochter eines vornehmen Heiden zu Alize, jetzt ein kleines Dorf in Burgund, damals aber eine ansehnliche Stadt, deren Name in der Geschichte durch die von Cäsar unternommene Belagerung bekannt ist. Da die Mutter nach der Entbindung starb, wurde das Kind einer Amme auf dem Land übergeben, die insgeheim Christin war und auch ihren Pflegling in den Lehren des Evangeliums unterrichtete. Als aufblühendes Mädchen kehrte Regina zu ihrem Vater zurück, der an ihrer Eingezogenheit und ihrem Abscheu vor den Freuden der Welt bald erkannte, dass sie dem ihm verhassten neuen Glauben huldige und außer sich vor Zorn ihr die Wahl stellte, entweder dem Christentum zu entsagen oder das Haus zu verlassen. Die Jungfrau, die das Himmlische mehr liebte als das Irdische, entschied sich ungesäumt für das Letztere und ging zu ihrer Pflegemutter, wo sie die Lämmer hütete und dabei des guten Hirten der Seelen gedachte. Zugleich mit ihrer Frömmigkeit entwickelte sich ihre körperliche Schönheit von Tag zu Tag immer mehr, und jedermann bewunderte die holdselige Schäferin. Als sie fünfzehn Jahre alt war, begab es sich, dass Olybrius, der für Frankreich vom Kaiser Decius bestellte Statthalter, in die Gegend kam, Regina erblickte, in leidenschaftlicher Liebe zu ihr erglühte und, nachdem er den Stand ihrer Eltern erfahren hatte, den Entschluss fasste, um ihre Hand zu werben. Demnach ließ er sie nach Alize führen und machte ihr die geeigneten Anträge, die aber von der dem himmlischen Bräutigam verlobten Jungfrau entschieden abgewiesen wurden. Nun forderte er den Vater auf, dass er mit seinem Ansehen für ihn einschreite. Aber auch das war vergeblich, und so wurde Regina schließlich in den Kerker geworfen und dort so hart gefesselt, dass sie weder liegen noch sich bewegen konnte. In dieser peinlichen Lage schmachtete die Dulderin einen ganzen Monat lang. Nach Verlauf dieser Zeit brachte man sie wieder vor Olybrius, der sich schmeichelte, sie nun gefügiger zu sehen. Allein er täuschte sich und geriet darüber so in Wut, dass er die zarte Jungfrau grausam geißeln und dann neuerdings einkerkern ließ. Im Gefängnis heilten über Nacht wunderbar ihre zerfleischten Glieder, und sie erschien folgenden Tages mit erhöhter Schönheit vor dem Statthalter, der wiederholt mit Schmeichelworten in sie drang, sie aber nur umso standhafter im Glauben fand. Jetzt ließ er die treue Dienerin Jesu mit eisernen Krallen und brennenden Fackeln martern und zuletzt enthaupten. Solches geschah im Jahr 251. Die Reliquien wurden 864 in die Abtei Flavigny bei Alize gebracht, wo man sie ehrfurchtsvoll aufbewahrte. Unfern davon hat sich ein Städtchen gebildet, das den Namen der Heiligen trägt.