Der heilige Raymund von Pennafort, spanischer General, + 6.1.1275 - Fest: 23. Januar

 

Im politisch zerrissenen Spanien mit teils maurischer Bevölkerung wurde Raimund um 1175 auf Schloss Peñafort bei Villafranca del Panadés in der Nähe von Barcelona geboren.

 

Nach seiner Priesterweihe ging er nach Italien, um an der berühmten Hochschule in Bologna Kirchenrecht zu studieren und zu lehren. Nach Barcelona zurückgekehrt, wurde er zunächst Domherr mit allen Rechten und Pflichten und trat dann 1222 in den Dominikanerorden ein.

 

Auf Bitten des heiligen Petrus Nolascus, der Stifter des Mercedarierordens, der sich insbesondere um den Loskauf gefangener Christen aus mohammedanischer Haft kümmerte, schrieb er die Ordenssatzung. Papst Gregor IX. berief Raimund zu seinem Hauskaplan und Beichtvater. Im Auftrag Gregors sammelte er die Dekrete der Päpste des 12. und 13. Jahrhunderts.

 

Aus gesundheitlichen Gründen bat Raimund, nach Barcelona zurückkehren zu dürfen. Aus denselben Gründen lehnte er auch das ihm angebotene Erzbistum Tarragona ab. Als Ordensmeister gliederte er die Dominikanerkonstitution neu und wirkte als Berater bei kirchlichen Rechtsfragen mit. Er gründete Seminare zur Erlernung der arabischen und hebräischen Sprache, um die Christianisierung unter diesen Völkern voranzutreiben.

 

Fast hundertjährig starb er 1275, von allen hoch geachtet, in Barcelona.

 

„Der Papst Gregor IX., der unseren Heiligen 1230 nach Rom berief, machte ihn zu seinem Kaplan, das heißt, zunächst zum Besitzer in Rechtssachen des apostolischen Palastes, dann zu seinem Beichtvater. Voll Vertrauen in dessen Einsichten, fragte er ihn jedes Mal um seine Meinung, bevor er in wichtigen Angelegenheiten ein Urteil fällte. Er nannte ihn den Vater der Armen, wegen seines Eifers, mit dem er für ihre Bedürfnisse sorgte. Die Buße, welche ihm Raimund auferlegte, war, dass er alle Bittschriften, die eingereicht wurden, annehmen und lesen und dann ohne Aufschub darauf antworten musste. Dieser Oberhirt, der selbst in der Wissenschaft des kirchlichen Rechtes sehr bewandert war, beauftragte unseren Heiligen, die Dekrete der Päpste und Konzilien vom Jahr1150, wo Gratians Sammlung endigte, zusammenzutragen. Raimund verwandte auf dieses Werk, das unter dem Namen der Dekretalien bekannt ist, drei Jahre. Es ist in fünf Bücher eingeteilt. Gregor befahl 1234 dessen Einführung in Schulen und Gerichtshöfen.

 

Da er im Eifer für das Heil der Seelen allzeit mehr erglühte, widmete er sich wieder den heiligen Verrichtungen des Priesteramtes. Das einzige Ziel aller seiner Gedanken war, für Jesus Christus, vorzüglich unter den Sarazenen, neue Eroberungen zu machen. In der Absicht, die Bekehrung dieser Ungläubigen zu erleichtern, bewog er den heiligen Thomas von Aquin, seine Abhandlung gegen die Heiden zu schreiben, führte den Unterricht in der arabischen und hebräischen Sprache in mehreren Klöstern seines Ordens ein, und stiftete sogar zwei Genossenschaften unter den Mauren, eine zu Tunis, die andere zu Murcia (Spanien), wo damals noch Sarazenen wohnten. Alle diese Mittel zusammen brachten so glückliche Wirkungen hervor, dass der Heilige im Jahr 1256 an seinen General schrieb, zehntausend Sarazenen hätten die Taufe empfangen.

 

Diese Reise, welche Raimund mit Don Jakob nach Mallorca machte, gab ihm Gelegenheit, die seit kurzem auf dieser Insel gestiftete Kirche fest zu begründen. Don Jakob, der ein ebenso großer Krieger wie Staatsmann war, liebte aufrichtig die Religion; allein eine verderbliche Frauenliebe verdunkelte den Glanz seiner erhabenen Eigenschaften. Seine Gelehrigkeit gegenüber den Ermahnungen, welche ihm der Heilige über seine Unordnungen gab, und selbst der schönsten Versprechen, womit er ihn auf eine sichere Lebensänderung hoffen ließ, ungeachtet, hatte er den Mut nicht, seinen unseligen Hang zu besiegen. Da sich das Gerücht verbreitete, er habe einen unerlaubten Umgang mit einer Hofdame, drang Raimund in ihn, sie zu entlassen, was er auch versprach, aber nicht hielt. Der Heilige, missmutig über diesen immerwährenden Aufschub, begehrte die Erlaubnis, nach Barcelona zurückzukehren; allein der König verweigerte sie ihm und verbot sogar unter Todesstrafe, ihn einschiffen zu lassen. Raimund, voll Vertrauen auf Gott, sagte zu seinem Gefährten: „Ein König auf Erden versperrt uns die Abfahrt; allein der König des Himmels wird uns helfen.“ Seine Hoffnung wurde auch nicht zuschanden; denn Gott wirkte für ihn ein Wunder, um ihm einen Weg nach Barcelona zu öffnen. Als Don Jakob das Ereignis gehört hatte, ging er in sich und befolgte hernach stets Raimunds Weisungen, sowohl in Betreff seiner eigenen Gewissensangelegenheiten, als der Verwaltung seines Reiches.“

 

Raimund wird auf einem Mantel, das Meer überquerend, oder auf einem Fluss in einem Kahn, dessen Segel sein Mantel ist, dargestellt.

 

Er ist der Patron Barcelonas, des Königreichs Navarra und der Kirchenrechtsgelehrten.