Der heilige Quirin, Tribun und Martyrer von Rom, + 30.3.130 – Fest: 30. März

 

Quirin war unter der Regierung des Kaisers Hadrian ein Kriegstribun – Oberhauptmann – beim römischen Heer und erhielt während der Christenverfolgung den Auftrag, den heiligen Papst Alexander gefangen zu nehmen und ihn bis zu seiner Hinrichtung mit einer Rotte seiner Kriegsknechte im Kerker zu bewachen. Die Heiterkeit des Geistes und die Große Geduld, die der heilige Oberhirt in seiner schweren Gefangenschaft bewies, machten einen rührenden Eindruck auf das unverdorbene Herz des heidnischen Kriegsmannes. Er ließ sich mit dem frommen Dulder in ein Gespräch ein, worin er mit Erstaunen die tröstlichen Heilslehren der christlichen Religion und die beseligenden Hoffnungen eines Gläubigen in einer anderen Welt vernahm. Von dieser Stunde an fühlte er eine Unruhe in seinem Gemüt und als er bald darauf mit dem heiligen Hermes zu reden Gelegenheit fand und ihm seine Zweifel schilderte, stärkte ihn Hermes so sehr im Glauben, dass er seine ganze Familie in das Gefängnis führte und den heiligen Alexander um den Unterricht in der christlichen Religion bat. Mit herzlicher Liebe erteilte ihm und den Seinigen der Papst die Lehre des Heils und die heilige Taufe in Gegenwart aller Gefangenen, und er wurde deswegen beim Kaiser als Christ angeklagt. Hadrian berief ihn auf der Stelle zu sich und fragte ihn nach seinem Glauben. Quirin legte unerschrocken das Bekenntnis ab, dass er den Dienst der Götter verlassen und die Taufe als Anbeter des wahren und einzigen Gottes erhalten habe. Die Drohungen der Ungnade des Kaisers, der Absetzung von seiner Würde, der Beraubung seiner Güter und der harten Verfolgungen und Strafen, die gegen die Christen verfügt wurden, machten auf ihn keinen Eindruck. Er wurde deswegen dem Richter Aurelian, einem Todfeind der Gläubigen, übergeben, dass er ihn entweder zum Abfall bringen oder unter den ausgesuchtesten Martern hinrichten sollte.

 

Der heilige Quirin flehte die ganze Nacht vor seinem Leiden im Gefängnis zu Gott um Standhaftigkeit, ermunterte auch die Seinigen zum Ausharren im heiligen Glauben an Jesus. Und als ihn Aurelian vor einem öffentlichen Gericht aufforderte, dem Kaiser zu gehorchen und den Göttern zu opfern, erhob er seine Augen zum Himmel, bezeichnete sich mit dem heiligen Kreuz und sprach: „Verblendeter Götzendiener, vollziehe die Befehle deines Herrn! Ich bin zum Tod bereitet.“ Da ließ ihn Aurelian auf die Folter spannen, ihm die Zunge herausreißen, Hände und Füße abhauen und nachdem man ihn mit Pferden wie den größten Verbrecher auf den Richtplatz geschleppt hatte, wurde er enthauptet am 30. März des Jahres 130. Seinen Leichnam beerdigten die Christen an der appischen Landstraße, wo ihn Papst Leo IX. im Jahr 1050 erhob und ihn der Äbtissin zu Neuss als eine kostbare Reliquie des christlichen Altertums verehrte, die dem heiligen Martyrer eine Kirche erbaute, in der sich in der Folge eine fromme Gesellschaft unter der Benennung der Ritter des heiligen Quirinius bildete.