Der heilige Porphyrius, Einsiedler und Bischof von Gaza im Heiligen Land, + 26.2.420 - Fest: 26. Februar

 

Porphyrius wurde um das Jahr 353 aus einer vornehmen Familie zu Thessalonich geboren. In seinem fünfundzwanzigsten Lebensjahr verließ er das väterliche Haus und begab sich nach Jerusalem, wo er mehrere Jahre hindurch ein verborgenes, strenges Leben führte. Seine Güter ließ er in Thessalonich verkaufen und teilte sein ganzes Vermögen unter die Armen aus. Er lernte das Sattlerhandwerk und verdiente, weil er von den milden Gaben der Christen nicht leben wollte, sich bis in sein vierzigstes Lebensjahr den notwendigen Lebensunterhalt.

 

Wegen seiner großen Fähigkeiten und hohen Tugenden wurde er von Johannes, dem Patriarchen von Jerusalem, zum Priester geweiht. Das war ihm nur umso mehr Grund, noch eifriger nach Heiligkeit zu streben. So verbreitete sich sein Ruf bald so sehr, dass ihn die Gläubigen zu Gaza nach dem Tod ihres Oberhirten einmütig zu ihrem Bischof verlangten und er im Jahr 396 vom Erzbischof Johannes die bischöfliche Weihe empfing.

 

Die Ungläubigen in Gaza waren aber mit der Wahl des heiligen Mannes nicht zufrieden. Als während einer anhaltenden Dürre auf sein Gebet reichlicher Regen gefallen war und viele Bekehrungen stattgefunden hatten, wurden sie noch feindseliger und quälten den Bischof und die Christen bei jeder Gelegenheit. Da war Porphyrius gezwungen, sich an den Kaiser zu wenden. Lange weigerte sich dieser, aus Furcht vor der Empörung der Heiden, einzuschreiten. Endlich gab er den Befehl, die acht heidnischen Tempel sowie auch die Götzenbilder in den Häusern der Einzelnen zu zerstören. Nun schritt man rasch an den Bau der neuen Kirche; sie sollte die Kreuzform erhalten. Eudoxia, die Kaiserin, sandte 30 kostbare Säulen und Marmor zum Bau.

 

Allein je mehr das Christentum sich verbreitete, desto wütender wurden die noch übrigen Götzendiener und quälten die Christen, wie sie nur konnten, besonders den Bischof. Genötigt zu flüchten, hielt er sich zwei Tage auf einem Dach auf, wo er von einem Mädchen, Namens Irene, das noch Heidin war, bedient wurde. Nachdem der Aufstand sich gelegt hatte, kehrte er in seine Wohnung zurück. Porphyr ließ das Mädchen zu sich kommen und fragte: „Willst du eine Christin werden“? „Ja Herr, es war dies schon längst mein Wunsch und habe deshalb meine Base als Zeugin mitgenommen, die auch dasselbe wünscht.“ Der Bischof sandte den Priester Timotheus in ihr Haus, um sie, ihre Base und Großmutter, die nur schwer mehr gehen konnte, zu unterrichten. Bald traten alle drei durch die heilige Taufe in die Kirche ein. Als die Taufe vorüber war, fragte er Irene: „Willst du nicht, dass ich dich mit einem rechtschaffenen Mann vermähle; denn unsere Religion verbietet eine rechtmäßige Ehe nicht?“ Da fing Irene zu weinen an und sagte: „O guter Vater! Nachdem du mich dem Höchsten verbunden hast, willst du mich wieder lostrennen und einem sterblichen Menschen hingeben?“ Erstaunt fragte der Bischof: „Wer ist denn der, dem ich dich verbunden habe?“ Irene antwortete: „Jesus Christus, der Retter unserer Seelen, mein wahrer Bräutigam, von dem ich mich in Ewigkeit nicht trennen will.“ Der Bischof weinte und pries Gott, dass er seinen Auserwählten solche Weisheit verleihe.

 

Porphyr lebte noch einige Jahre, von nun an in vollkommener Ruhe, zum Heil seiner Herde. In seiner letzten Krankheit machte er ein frommes Testament von dem Wenigen, das er noch hatte, empfahl seine Schäflein dem Herrn und entschlief am 26. Februar des Jahres 420.

 

Gebet. Großer, heiliger Bischof! Der du alles, was deines heiligen Amtes war, im Vertrauen auf Gott unternommen und durch seine Hilfe so glücklich ausgeführt hast, erbitte auch uns jene Demut, die nicht auf eigene Kräfte baut, sondern alles Gedeihen von oben erwartet, auf dass auch wir in allen unseren Unternehmungen stets gesegnet sein mögen, durch Christus, unsern Herrn. Amen.