Der heilige Plato, Abt von Konstantinopel, + 19.3.813 – Fest: 4. April

 

Der heilige Plato, Abt, geboren zu Konstantinopel um das Jahr 734, erkannte frühzeitig die Gefahren der Welt, entsagte seinem Amt am kaiserlichen Hof, verkaufte seine ererbten Güter, von deren Erlös er die eine Hälfte den Armen schenkte und die andere zur Versorgung seiner Schwestern nutzbringend anlegte, und begab sich hierauf nach dem Kloster der Symbole in Bithynien. Unter die Zahl der Brüder aufgenommen, beeiferte er sich, in den Fußspuren derer zu gehen, die durch Demut, Gehorsam und Abtötung am meisten hervorragten. Nach dem Tod des Abtes wurde er, damals 36 Jahre alt, zum Nachfolger erwählt. Treu erfüllte er die Pflichten eines geistlichen Obern und Seelenhirten, bis ihn im Jahr 782 die Umstände nötigten, seinen bisherigen Aufenthalt zu verlassen, um die Leitung des Klosters Saccudion bei Konstantinopel zu übernehmen. Es war von den Kindern einer seiner Schwestern gestiftet worden, die sämtlich der Welt entsagt hatten. Plato führte dort die Regel des heiligen Basilius ein und verwaltete zwölf Jahre das Amt eines Vorstehers. Dann aber resignierte er in die Hände des heiligen Theodor, seines Neffen. Um diese Zeit verstieß der Kaiser Konstantin seine rechtmäßige Gemahlin, um Theodata, eine Verwandte unseres Heiligen, zu ehelichen. Und wo niemand sonst es wagen wollte, dieser sündhaften Verbindung zu widersprechen, tat es Plato. Wie einst Johannes der Täufer dem Herodes, sagte auch er dem Kaiser: „Es ist dir nicht erlaubt!“ Aber ebenso musste auch er den schweren Arm eines erzürnten Herrschers fühlen und wurde in Kerker und Bande geworfen. Doch dies vermochte seine Standhaftigkeit nicht zu erschüttern. Er war in seinem Gefängnis so ruhig und heiter, wie in seiner Zelle, und im wahren Sinn wohl unendlich glücklicher, als der lasterhafte Konstantin auf seinem Thron. Nach dessen Tod erhielt er seine Freiheit wieder und wurde in allen Ehren, als ein Martyrer der christlichen Zucht, in sein Kloster zurückgeführt. Die Streifzüge der Sarazenen, die bis an die Tore der Hauptstadt vordrangen, nötigten die Mönche von Saccudion, ihre Einsamkeit zu verlassen und das Kloster Studium zu beziehen, das mitten in Konstantinopel stand. Plato ging mit ihnen und lebte in ihrer Mitte als einfacher Mönch unter der Leitung seines Neffen Theodor, mit Gebet und Handarbeit sich beschäftigend. Indes wussten die Feinde, die er sich durch seinen Freimut zugezogen hatte, ihn auch beim Kaiser Nicephorus in Ungnade zu bringen, und er musste noch einmal sein Kloster verlassen und in das Exil wandern. Man schleppte ihn auf den Inseln des Bosporus von einem Ort zum andern, und das dauerte vier ganze Jahre. Erst unter Michael I. wurde sein Verbannungsurteil aufgehoben, und er bezog nun ungesäumt seine Zelle wieder, um sie nicht mehr zu verlassen. Er starb am 19. März 813 und wird von den Griechen und Lateinern am 4. April verehrt.