Der heilige Petrus Damiani, Kardinal von Ostia und Kirchenlehrer, + 22.2.1072 - Fest: 23. Februar

 

Der spätere Kardinal, Kirchenlehrer und Heilige Petrus Damiani war als Kind ein unglaublich armer Junge. Seine Jugend war so bitter, hart und schwer, wie sie zum Glück und dank guter Eltern nur ganz wenige Menschen durchmachen müssen. Diese Tatsache allein schon sichert dem Heiligen einen warmen Platz in allen mitfühlenden Herzen.

 

Als Jüngster kam Petrus im Jahr 1006 in einer kinderreichen Familie zur Welt. Als er nach der Geburt zu schreien begann, sprang der älteste Bruder, der anstatt des Herzens einen Stein in der Brust hatte, böse auf und schrie in rauer und ungehöriger Weise die arme Mutter an. Er schimpfte, was ihr denn einfalle, es wären doch schon genug Kinder im Haus und die armselige Erbschaft werde kleiner und kleiner, so dass er und seine Geschwister schließlich leer ausgingen, weil alles aufgeteilt werden müsse.

 

Das waren harte Worte, und so sehr schnitten sie der Mutter ins Herz, dass sie für eine Weile einfach den Verstand verlor. Sie nahm Peter aus der Wiege, trug ihn aus dem Haus, legte ihn draußen auf eine Holzbank und sagte, sie wolle sich um den Jungen überhaupt nicht mehr kümmern.

 

Zum Glück handelte es sich damals bei Peters Mutter nur um eine vorübergehende Verwirrung. Bald kam sie wieder zu sich, holte den Jungen von draußen in die Wiege zurück und zog ihn als ihren Jüngsten mit Liebe groß. Leider starb die Frau allzu früh, und der Vater starb auch, und Peter war schon als kleines Kind Vollwaise.

 

Was geschah dann? Die Familie löste sich auf, die Geschwister zogen in die Welt, und nur der Älteste, der sich inzwischen verheiratet hatte, blieb im Haus und erhielt als lästige Erbschaft auch den jüngsten Bruder. Da hatte Peter nichts zu lachen, nie hörte er ein gutes Wort. Vorwürfe und Beschimpfungen gab es jeden Tag von früh bis spät und Schläge obendrein. Die Brotschnitten, die der Hungrige bekam, waren fast so dünn wie Papier. Nie bekam er ein neues Kleid, nie trug er Schuhe an den Füßen, und arbeiten musste er wie ein erwachsener Knecht.

 

In diese Zeit fällt ein Ereignis, das unbedingt erwähnt werden muss. Eines Tages nämlich fand Peter auf der Straße zufällig ein Goldstück. Peter freute sich königlich und überlegte hin und her, was er sich für das Geld kaufen sollte. Zunächst wollte er sich Brot kaufen, Brot und nochmals Brot, um sich wenigstens einmal satt zu essen. Schon hatte er die Türklinke zum Bäckerladen in der Hand, als ihm einfiel, dass man Gefundenes dem Verlierer zurückgeben müsse. Wie ein Schlag traf den Jungen diese Erkenntnis, aber gleich entschloss er sich, auf das heißbegehrte Brot zu verzichten und den Eigentümer des Geldes zu suchen. Zwei Tage lang fragte der ehrliche Junge überall die Leute, aber der Verlierer war nicht aufzutreiben. Nun durfte Peter das Geld behalten, aber Brot hat er sich dafür trotzdem nicht gekauft. Was hat er denn mit dem Geld gemacht? Das gute Kind hat damit für die verstorbenen Eltern einige heilige Messen bestellt. So ehrlich und so edel war der junge Peter Damiani.

 

Mittlerweile war einer von Peters übrigen Brüdern Priester geworden. Dieser nahm sich seines kleinen Bruders liebend an, sorgte gut für ihn und schickte ihn auf die höhere Schule. Und weil Peter sehr klug und wissbegierig war, lernte er leicht und schnell und ist später ins Kloster gegangen und Priester und Bischof und Kardinal geworden und ein gefeierter Kirchenlehrer und ein Heiliger, der im Kirchengebet als Salz der Erde und als Licht der Welt bezeichnet wird.

 

Wie das Beispiel des heiligen Petrus Damiani zeigt, kann auch aus dem ärmsten Kind etwas Gutes und Erfolgreiches werden, wenn sie sich durch ihr hartes Geschick nicht verbittern lassen und wenn sie trotz größter Armut ehrlich bleiben. Alle anderen Kinder aber, die ihre Eltern haben und denen es gut geht, sollten zu den Kindern, die das alles nicht haben, stets besonders liebevoll sein.