Der heilige Patrick (Patricius), Bischof und Bekenner von Down, Irland, + 17.3.464 - Fest: 17. März

 

Patrick, der noch vor dem Jahr 400 in Schottland geboren wurde, war in seiner Jugend ein Strolch. Viel bildete er sich darauf ein, dass er schon sechszehn Jahre alt war. Und immer weiter strolchte er von daheim fort durch Wald und Feld, bis er eines Tages an das Meer kam. Dort ging es dann, wie es oft geht, wenn sich Kinder allzu mutig und kühn der Gefahr aussetzen. Patrick wurde von Seeräubern aufgegriffen, nach Irland gebracht und als Sklave verkauft.

 

Trostlos war die Zeit, die dann folgte. Patrick musste im Sommer das Vieh hüten und zur Winterszeit mit den Tieren im Stall schlafen. Kleider hatte er keine am Leib, nur Lumpen, und meistens hatte er großen Hunger. Da hat Patrick es bitter bereut, ein Strolch gewesen zu sein, aber die Reue kam zu spät. Scheinbar kam sie zu spät, denn eigentlich kommt die Reue nie zu spät. Und weil der liebe Gott in seiner Allmacht und Weisheit aus allem Schlechten etwas Gutes machen kann, sollten auch aus Patricks Strolcherei und Sklaverei Heil und Segen für ein ganzes Land und Volk hervorgehen.

 

Nach sechs harten Jahren glückte Patrick die Flucht aus der Gefangenschaft. Nach einer langen abenteuerlichen Fahrt kam er heilfroh bei den Eltern wieder an. Derjenige, der da ankam, war aber nicht mehr der frühere Strolch, sondern ein ernster junger Mann, der bald nach seiner Heimkehr ins Kloster ging und später Priester wurde. Warum er Priester wurde, hat er keinem gesagt, erst am Primiztag gestand er, dass er nur deswegen Priester geworden sei, um als Missionar dorthin zurückzukehren, wo er die sechs schweren Jahre verlebt hatte. Auf christliche Art wolle er an den heidnischen Iren Rache nehmen. Dafür, dass sie ihn gequält hätten, wolle er ihnen das Glück des wahren Glaubens bringen.

 

So hat es Patrick auch gemacht. Fünfzig Lebensjahre waren ihm noch beschieden, und in dieser Zeit ist er mit unermüdlichem Eifer in Irland landauf und landab gereist, hat alle Tage gepredigt und getauft, hat Kirchen und Klöster gebaut. Und als er im Alter von fast hundert Jahren starb, waren alle Bewohner Irlands Christen geworden. Nicht Christen sind sie geworden, bei denen nicht viel dahinter steckt, sondern heilige Christen in solcher Zahl, dass Irland für immer den Ehrennamen „Insel der Heiligen“ erhielt.

 

Was Patrick tat, war christliche Rache, die darin besteht, dass man Böses mit Gutem vergilt. Wer dagegen Böses mit Bösem vergelten will, übt nicht christliche, sondern Rache des Bösen.

 

Zum Schluss gibt uns der heilige Patrick noch einen schönen Gedanken mit auf den Weg.

 

Die Legende berichtet nämlich, dass auf das Gebet des Heiligen hin alle schädlichen Tiere verschwanden, so dass es bis zum heutigen Tag auf Irland, der Insel der Heiligen, weder Schlangen noch Maulwürfe noch Feldmäuse gibt.

 

Es ist eine schöne Legende, und es liegt ein tiefer Sinn darin. Denn jedes christliche Herz soll doch aus Liebe zum leidenden Herrn Jesus Christus eine heilige Insel werden, von der man das schädliche Böse und Fehler sorgfältiger noch als sonst fernhält.

 

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Irlands Nationalheiliger – Der Vater des christlichen Mitteleuropa

 

Von Jack White

Zusammenfassung aus „St. Francis Home Journal“

Capuchin College, Harewood Road,

Brookland, Washington, D.C.

 

Im Schiff einer unter Cromwell zerstörten Kirche in Downpatrick in Nordirland liegt der Leib des heiligen Patrick, des Apostels und Nationalheiligen Irlands. Noch kann man die Fundamente der Kirche erkennen, und eine glaubwürdige Überlieferung berichtet, dass in einem Haus neben der Kirche der Heilige am 17. März 465 starb.

 

Die tiefgelegene, gewellte Ebene rundum ist der Bezirk von Antrin, in dem der Heilige einst als Sklavenjunge die Schweine für seinen grausamen heidnischen Herrn, den Gutsherrn Mulchio von Deledidra, weidete.

 

Während der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts und dem Zusammenbruch des römischen Reiches waren die irischen Häuptlinge und Fürsten eine plündernde Bande grausamer Heiden. Unter der Führung roher Kapitäne machten sie Raubzüge an den Küsten Englands und Schottlands. Auf der Suche nach Beute kamen sie auch nach Frankreich, Spanien und Portugal, fingen dort viele Bewohner und verkauften sie als gewöhnliche Knechte an irische Landbesitzer.

 

Auf einem dieser Züge raubte König Nial, Herrscher von Erin, wie Irland damals hieß, in Gallien einen Jungen, nahm ihn mit nach England und verkaufte ihn an Mulchio, einen Gutsbesitzer in Deledidra. Dieser Knabe war der heilige Patrick, dessen sich die Vorsehung als Werkzeug bediente, um das heidnische Irland zu bekehren.

 

Im ersten Teil seiner „Beichte“ erzählt der heilige Patrick, dass er „beim Spielen im Hof seines Vaters vom irischen König Nial gefangen wurde“. Er gibt auch an, dass er 16 Jahre alt war und dass sein Vater Calpronius Richter in der Stadt Tarrabannae war, „in deren Nähe ich gefangen wurde“. (Die heutige französische Stadt Boulogne ist auf den Ruinen von Tarrabannae erbaut).

 

Er erzählt uns weiter, dass er „als Knabe nachlässig in Erfüllung der religiösen Pflichten war“. Die Grausamkeit seines heidnischen Herrn jedoch und die Einsamkeit der sumpfigen Wiesen, auf denen er die Schweine hütete, führten ihn näher zu Gott, und er betete tagsüber hundert Gebete und ebenso viele während der Nacht in der Hütte, durch die der Wind blies.

 

Während er die Schweine hütete, ging es ihm zu Herzen, zu sehen, wie die Leute in Unkenntnis des christlichen Glaubens lebten und starben. Sechs Jahre lang plagte er sich als Sklave. In dieser Zeit lernte er die gälische Sprache. Gegen Ende des sechsten Jahres seiner Gefangenschaft hörte er nachts im Schlaf eine Stimme, die ihn rief und zu ihm sagte: „Patrick, du bist treu in meinen Fußstapfen gegangen. Steh auf, zieh dich an und geh hinunter ans Meer! Dort erwartet dich ein Schiff, das dich in deine Heimat bringen wird.“ Ohne Zögern sprang er aus dem Bett, wandte sich ostwärts und eilte durch die Felder, bis er an die Küste kam.

 

Dort machte er einen Augenblick halt und schaute sich um. Da sah er ein Schiff. Matrosen eilten über das Deck, und er erkannte, dass keine Zeit mehr zu verlieren war. So lief er auf den Hafendamm hinaus und bat den Kapitän, ihn nach Gallien mitzunehmen.

 

„Ich weiß nicht, wer du bist“, fuhr dieser ihn an. „Scher dich fort, bevor ich dir ein Brett an den Kopf werfe.“

 

St. Patrick machte kehrt und eilte die Küste entlang fort. Da hörte er eine Stimme, die ihn zurückrief: „Ich habe mir es überlegt. Komm, ich nehme dich mit!“

 

„Das Herz voller Dankbarkeit gegen Gott“, schreibt er in seiner „Beichte“, „ging ich an Bord des Schiffes, das mit meiner Heimat Handel trieb, und nach drei Tagen erreichten wir das Festland nicht weit von der Stelle, wo ich einst gefangengenommen wurde.“

 

Als er nach ein paar Tagen nach Hause kam, waren seine Eltern überglücklich, ihn wiederzusehen. Freunde und Bekannte kamen, es war ein ununterbrochener Strom von Leuten, die zum Haus gingen, um ihn zu bewillkommnen. Der Junge aber, den die Leute als keinen besonders frommen Knaben gekannt hatten, hatte im Sumpfland von Antrin Gott gefunden und den Entschluss gefasst, Priester zu werden. Er erzählt: „Während ich wieder daheim in meines Vaters Haus war, hörte ich in meinen Ohren die Schreie der irischen Heiden ertönen, die mich zurückriefen, um sie aus der Finsternis des Heidentums und der drückenden Gewalt der Druiden, der keltischen Priester, zu befreien.

 

Mit einem Empfehlungsschreiben seines Heimatbischofs versehen, kam er zum heiligen German von Auxerre, unter dessen Betreuung und Leitung er die Heilige Schrift studierte. Im Alter von 39 Jahren wurde er zum Priester geweiht und lehrte im Kloster von Leirns, einer berühmten Stätte christlicher Erziehung. Dort hörte der heilige German von Patricks Sklaverei und der heidnischen Finsternis, die über Irland lag, die als Insel der Gottlosen bekannt war.

 

Er ließ die Schule von Leirns unter der Obhut des heiligen Patrick zurück und besuchte mit noch zwei Bischöfen Britannien, um die Schäden, die der Irrlehrer Pelagias dort angerichtet hatte, wieder zu beseitigen. In Britannien hörte er weitere Einzelheiten über die Lage des irischen Volkes. Auf seiner Rückreise nach Rom bat er den Papst dringend, nicht länger mit der Entsendung von Missionaren nach Irland zu warten, und empfahl, den heiligen Patrick dorthin zu senden. Aus einem nicht bekannten Grund aber schickte Papst Cölestin einen neugeweihten englischen Bischof namens Palladias nach Irland, um den Heiden das Evangelium zu bringen.

 

Palladias landete im Frühjahr 431 in Wicklow. In einem knappen dreiviertel Jahr gelang es ihm, 2000 Iren zu bekehren, vier Kirchen zu errichten und sechs Priester zu weihen. Als Folge der unaufhörlichen Hetze der Druiden aber wurde er bei der Bevölkerung der Gegend, deren Lebensweise und Sprache ihm fremd waren, sehr unbeliebt und verhasst. Er fürchtete, ermordet zu werden, und fuhr im Dezember 431 von Dublin nach England zurück; sechs Wochen später starb er in Schottland.

 

Als durch einen Brief des Bischofs von Warwick in England die Nachricht vom Fehlschlag des Palladias den Papst erreichte, forderte der heilige German Patrick auf, nach Rom zu kommen, wo er vom Papst huldvoll empfangen wurde. Er empfing die Bischofsweihe und den Bischofsstab, der in Liedern und in der Geschichte Irlands eine so große Rolle spielt. Hierauf nahm ihn der Papst bei der Hand, setzte ihn auf den Stuhl Petri und sprach: „Ich bekleide dich mit den Gewalten eines Missionars. Ziehe in das heidnische Irland und bringe dieses Land der Finsternis zum christlichen Leben!“

 

Drei Tage später brach der heilige Patrick, begleitet von den neu geweihten Priestern Benedikt und Iserninius, z u seiner Reise nach England auf und erreichte die Küste von Wicklow am 10. April 432.

 

Dreimal versuchten er und die beiden jungen Priester, an der zerklüfteten Küste zu landen; jedesmal wurden sie durch feindliche Eingeborene, die von einem halben Dutzend schreiender Druiden angefeuert wurden, vertrieben. Die drei Missionare landeten am folgenden Morgen um 11 Uhr in Balbriggan im nördlichen Teil der Grafschaft Dublin.

 

In seiner „Beichte“ und seinem „Brief an Coroticus“ lesen wir: „Als ein Fischer mir von einem großen alljährlichen Feste erzählte, das an jenem Tag bei Sonnenuntergang gefeiert werden sollte, war mir sofort klar, dass dieses Fest ein heidnischer Gottesdienst war. Ich sprach mit meinen beiden Helfern, und wir beschlossen, unverzüglich nach Tara zu gehen.“

 

In dieser heidnischen Zeit Irlands gehörte es zu dem Götzenfest, ein riesiges Freudenfeuer auf der Mauer des Palastes abzubrennen, wenn der letzte Sonnenstrahl verschwunden war. Es gab auch ein Gesetz, das bei Todesstrafe verbot, dass ein Einwohner des Landes, sei er Fürst oder Bettler, zu Hause, auf dem Feld oder auf den Bergen am Tag vor dem Jahresfest zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang ein Feuer anzünde, bevor dem „Angebetenen“ vom König und vom Oberdruiden gehuldigt worden war.

 

Der heilige Patrick kannte dieses alte Gesetz genau; denn während der sechs Jahre seiner Gefangenschaft war er an den feuerlosen Tagen gezwungen gewesen, kalt zu essen. Er erinnerte sich an diesen heidnischen Ritus, als er und die beiden jungen Priester auf einen Hügel stiegen, der eine Meile vom Palast entfernt war, und dort, gerade als der letzte Sonnenstrahl verschwand, ein flackerndes Feuer aus Ginster, Holz und Heidekraut anzündeten, dessen Flammen man von Tara aus sehen konnte.

 

Als man König Laori von dem Feuer auf dem Hügel von Slane berichtete, raste er so vor Wut, dass die Fürsten und Ersten des Landes, die in den Hallen des Palastes versammelt waren, meinten, die wilden Briten seien in Irland eingefallen. Der König fragte den alten Druiden Furlou, der von jedermann in Irland gefürchtet wurde, ob das Feuer die Tat eines Geisteskranken, eines Rebellen oder eines Thronbewerbers sei. Furlou schaute hinüber zu den Flammen auf dem Hügel, strich seinen grauen Bart und wandte sich dann an seine Umgebung.

 

„König von Erin,“ nickte er, „drüben auf dem Hügel von Slane erblicke ich ein helles Feuer. Wenn es nicht heute Nacht noch gelöscht wird, wird es nie mehr in Erin erlöschen.“ Besorgt schickte der König nach dem Hauptmann der Palastwache und befahl, sofort auf den Slanehügel hinaufzuziehen.

 

„Ihr werdet vielleicht zu kämpfen haben,“ schrie er, „aber kämpft als des Königs Soldaten. Tötet oder verhaftet den Mann oder die Männer, die es wagten, meine Gesetze zu übertreten.“

 

Noch keine Stunde verging, und die Soldaten kamen mit drei Gefangenen zurück. Voran der heilige Patrick in Bischofsgewändern, in seiner Rechten den Bischofsstab, den Papst Cölestin ihm gegeben hatte. Er betete die Lauretanische Litanei, als er leise mit seinen Sandalen eintrat.

 

Der König, der Druide, die Königin und die Fürsten fragten nun den Heiligen genau aus, was er in Irland vorhabe. Da begann Patrick von seinem Ziel zu sprechen, erzählte von Gott und dem gekreuzigten Christus: „Ich bin gekommen, um vom wirklichen und wahren Gott zu predigen, der alles weiß und alles sieht. Ich bin gekommen, um vom Himmel jenseits des Grabes zu sprechen und der ewigen Strafe, die euch erwartet, wenn ihr eure Ohren verschließt vor dem Wort des allmächtigen Gottes.“

 

Seine Kenntnis der gälischen Sprache kam ihm nun gut zustatten. Wir vernehmen aus zuverlässiger Quelle, dass er zwei Stunden lang zur Menge sprach, die staunend und schweigend die Rede von den großen Taten Gottes und von der Geschichte der Menschheit von Adams Fall bis zur Geburt und Kreuzigung Christi anhörte, von Christus, der „auf die Erde kam, um den Weg zu zeigen, der zum Reich seines Vaters führt.

 

Die Geschichte, dass er in jener Nacht ein dreiblättriges Kleeblatt auf dem Hügel von Tara pflückte, als der König und die Königin das Geheimnis der heiligen Dreifaltigkeit bezweifelten, wird so allgemein geglaubt und überall erzählt, dass man annehmen kann, dass sich diese Geschichte damals wirklich ereignete. Der heilige Patrick selbst jedoch erwähnt in seiner „Beichte“ diese dreiblättrige Pflanze, die zum Symbol Irlands geworden ist, nicht.

 

Es ist uns nicht überliefert, dass der König Christ wurde, die Königin aber wurde in jener Nacht im Hof des Palastes getauft, wobei ihre beiden Töchter, die Prinzessinnen Eihera und Fethlimia zuschauten und warteten, bis sie an die Reihe kamen.

 

In seinem „Brief an Coroticus“ schreibt der heilige Patrick: „Ich nahm Abschied von Tara, wo ich unter der königlichen Familie und den Fürsten 200 zum Christentum bekehrt hatte, reiste südlich durch Kildare und predigte dabei in Städten und Dörfern die Lehre Christi und taufte Tausende von Einwohnern, die an den Abenden in mein Zelt strömten.“

 

Obwohl der heilige Patrick beabsichtigt hatte, sobald als möglich Wiklow zu erreichen, wo sein Vorgänger vier Kirchen erbaut und sechs Priester geweiht hatte, dauerte es drei Jahre, bis er in den Bezirk Rosa kam. Dort hatte ein junger Priester, der Sohn eines Ortshäuptlings, den Druiden und ihren Anhängern Trotz geboten und verhindert, dass sie die kleine hölzerne Kapelle zerstörten, wo er den wenigen Christen predigte, die es noch wagten, die heilige Messe zu besuchen.

 

Vier Jahre lang predigte der heilige Patrick in den sechs Grafschaften von Thomond und Munster und trieb die Druiden von Bezirk zu Bezirk vor sich her. In diesen vier Jahren erbaute er 300 Kirchen und weihte 400 Priester. Bevor er den Shannon-Fluss gegen Clare überschritt, weihte er einen der beiden jungen Priester, die ihn von Rom aus begleitet hatten, Benedikt, zum Bischof von Watterford, , wo er bis zu seinem Tod blieb.

 

In Clare, Galwey, Mayo und Leitrium wurde der Zug des heiligen Patrick zu einem wahren Triumph. Die Leute eilten ihm zu Hunderten entgegen und begrüßten ihn jubelnd, wenn er näher kam. Sieben Jahre blieb er in der Grafschaft Connaught, wo er 500 Kirchen erbaute und mehr als 1000 Priester weihte. Iserninius, seinem Helfer, gab er den bischöflichen Stuhl von Tuam in Galway, bevor er über die Hügel von Leitrim nach Tonegal zog, wo er drei Jahre arbeitete und predigte.

 

Er merkte aber wohl selbst, dass diese Tage schwerer Arbeit seine Gesundheit und sein Herz aufbrauchten. So verließ er Donegal und durchreiste Nordirland auf der Suche nach einer Stelle für die Errichtung seiner Kathedrale. In der Grafschaft Armagh, kaum 75 Kilometer südöstlich jenes Sumpflandes, auf dem er einst die Schweine gehütet hatte, erblickte er einen grünen Hügel, der sich aus der wellenförmigen Ebene erhob.

 

„Auf diesem Hügel werde ich den Dom für ganz Erin erbauen,“ sprach er, „hier auf diesem Hügel soll unser Gotteshaus für immer stehen.“

 

In Armagh lebte dann der heilige Patrick bis zu seinem Tod. Auf einer Reise in die Grafschaft Down starb er, der nie ein sehr kräftiger Mann gewesen war, in der Ortschaft, die heute als Downpatrick bekannt ist, einem Städtchen östlich von Belfast. Dort ruht sein Leib, während seine Seele vom Himmel herabblickt auf das irische Volk, das trotz Hungersnot, Verfolgung und Tod am Glauben, den er ihm brachte, festgehalten hat.