Der heilige Memmius, 1. Bischof und Bekenner von Chalons-sür-Marne, + 5.8.290 – Fest: 5. August

 

Der heilige Memmius war ein Römer von Geburt. Nach Gallien geschickt, predigte er das Evangelium zu Chalons-sür-Marne. Seine Predigten und Wunder wirkten viele Bekehrungen, und er bildete aus den Ungläubigen, die er für Jesus gewonnen hatte, eine Kirche, deren erster Hirt er war. Seinen Tod setzt man gegen das Ende des 3. Jahrhunderts. Er wurde bei Chalons beerdigt, und man erbaute einige Zeit nachher eine Kirche über sein Grab. Donatian und Domitian waren seine unmittelbaren Nachfolger. Beide arbeiteten mit großem Eifer, die neuen Christen im Glauben zu bestärken, und das Reich Jesu immer weiter auszudehnen. Sie wurden an demselben Ort, wo der heilige Apostel Memmius ruht, begraben.

 

Um das Jahr 674, unter der Regierung Dagoberts II., fand man den Leib des heiligen Memmius noch unversehrt, ließ ihn aber in dem bleiernen Sarg, in dem er verschlossen war. Im Jahr 1318 legte man seine Reliquien mit jenen der heiligen Poma in einen, im Feuer vergoldeten und mit Steinen verzierten, silbernen Sarg, der in der Abteikirche der regulierten Chorherren des heiligen Augustin, außerhalb der Stadtmauern, aufbewahrt wurde. Die Einwohner von Chalons-sür-Marne verrichteten besonders während der Oktav des Festes des heiligen Memmius, ihre Andacht bei dessen Sarg.

 

Die heilige Poma, eine Jungfrau, war eine Schwester des heiligen Memmius. Von ihrem Leben weiß man zwar nichts, ihre Verehrung ist aber ebenso alt als berühmt in der Kirche von Chalons an der Marne. Ihr Fest stand ehemals in den Kalendern auf den 27. Juni, gegenwärtig aber wird es auf den 8. August begangen.

 

Man feiert auch zu Chalons am 19. Eben dieses Monats das Fest des heiligen Elaphius, des Bischofs dieser Stadt, der um das Ende des 6. Jahrhunderts blühte. Dieser Heilige stammte von einer adeligen Familie aus Limoges. Seine Tugenden und sein unermüdliches Forschen in den heiligen Schriften verkündeten frühzeitig, was er später werden würde. Unter der Regierung Siegberts, des Sohnes von Clotar, wurde er auf den bischöflichen Stuhl von Chalons erhoben, und bewies sich als einen eifrigen Nachfolger der heiligen Bischöfe, seiner Vorgänger. Er starb in Spanien, wohin er als Gesandter geschickt worden war. Sein Leichnam wurde nach Chalons zurückgebracht und in der Kirche des heiligen Johannes des Täufers, außerhalb der Stadtmauern, begraben. In der Folge versetzte man ihn in die Kirche des heiligen Petrus.

 

Der heilige Elaphius hatte zum Nachfolger den heiligen Ludomir, den man zu Chalons auf den 3. Oktober verehrt. Dieser, erst Diakon, verschrieb mit seinem Bruder, durch einen Schenkungsbrief, der Kirche von Chalons die Ländereien, die sie in der Nähe von Limoges besaßen. Nächstenliebe und Keuschheit waren die Tugenden, die besonders an ihm hervorstrahlten. Er starb um das Jahr 626, und wurde neben seinen Bruder begraben. Seine Reliquien wurden in der Folge in die Abteikirche zu allen Heiligen versetzt, und ehrerbietig aufbewahrt.