Der heilige Melchiades, Papst in Rom, + 11.1.314 - Fest: 10. Dezember

 

Der heilige Melchiades, Papst von 311 bis 314, ein Afrikaner von Geburt, hatte anfänglich unter der Regierung des Tyrannen Maxentius für den Glauben vieles zu leiden. Nachdem aber Konstantin der Große über ihn gesiegt hatte, erließ er die Beschlüsse, wodurch er den Christen die ungestörte Ausübung ihrer Religion erlaubte und die Freiheit gab, überall Kirchen zu erbauen. Der seeleneifrige Oberhirt sah mit Freude die Zahl der Kinder Gottes sich mehren und arbeitete mit rastloser Tätigkeit an der allseitigen Verbreitung des Reiches Jesu. Indes wurde diese seine Freude getrübt durch die inneren Zwistigkeiten, die die in Afrika entstandene Sekte der Donatisten hervorrief. Er versammelte ein Koncilium im Lateran, das am 2. Oktober 313 eröffnet wurde, und legte bei den Verhandlungen eine ebenso weise als friedliebende Verfahrensart gegenüber den Irrgläubigen an den Tag. Ungeachtet seiner milden Gesinnungen suchten ihn die Donatisten nach seinem Tod durch verleumderische Nachreden zu schwärzen. Der heilige Augustinus rechtfertigte ihn aber gegen diese Beschuldigungen der aufgeregten Bosheit.