Der heilige Maximian, Bischof und Bekenner von Ravenna, Italien, + 22.2.556 – Fest: 22. Februar

 

Maximian wurde im Anfang des sechsten Jahrhunderts zu Pola einer Stadt in Istrien geboren und zeigte schon in früher Jugend seine künftige Heiligkeit. Er vermied alle kindlichen Spiele und hatte sein größtes Vergnügen in einem einsamen Zimmer, in dem ein Altar errichtet war, vor dem er oft mehrere Stunden im Gebet verharrte. Als er ein junger Mann wurde und sich täglich mehr von den Freuden der Welt zurückzog, überzeugten sich seine Eltern von seinem Beruf und widmeten ihn dem geistlichen Stand. Maximian vereinigte das Studium der Gottesgelehrtheit mit ununterbrochenen Betrachtungen und Gebeten und zeichnete sich durch einen so keuschen und heiligen Lebenswandel aus, dass ihn der Kaiser Justinian zum Bischof von Ravenna ernannte und ihm Papst Vigilius im Jahr 546, wo er gerade in Konstantinopel war, die bischöfliche Weihe erteilte. Weil ihn der Kaiser und der Papst besonders in den wichtigsten Angelegenheiten ihres Vertrauens würdigten, wurde seine Abreise in sein Bistum verzögert und die Geistlichkeit in Ravenna wählte unterdessen einen anderen Oberhirten und verschloss dem Maximian bei seiner Ankunft die Tore der Stadt. Der Heilige ertrug diese Kränkung mit Sanftmut und Geduld und damit er in der Nähe seiner ihm anvertrauten Herde lebte, bewohnte er in der Vorstadt ein Haus, wo er in größter Armut lebte und Tag und Nacht in der Kirche des heiligen Eusebius für seine christliche Gemeinde zu Gott flehte. Mehrere angesehene Bürger, die seine stille Geduld und sein heiliges Leben in Verwunderung versetzte, trugen ihm ihre Verwendung für ihn beim Kaiser an. Aber er schlug jedes Anerbieten ernstlich aus, bis ihm auf Befehl des Papstes sein Bistum eingeräumt und er unter einem allgemeinen Frohlocken in Ravenna eingeführt wurde.

 

Die Geistlichen der bischöflichen Kirche erschienen mit Schrecken und Angst vor dem neuen Oberhirten, indem sie eine schwere Ahndung wegen des ihm zugefügten Schimpfes befürchteten. Aber der Heilige empfing sie mit unverstellter, väterlicher Liebe und tröstete sie in seiner Demut damit, dass es der Wille Gottes war, ihn einige Zeit in der christlichen Geduld zu prüfen. Unter Tränen und mit aufgehobenen Händen bat er rührend seine Geistlichkeit, für ihn Unwürdigen zu beten, dass er die wichtigen Pflichten eines Seelenhirten getreu erfüllen möge. Mit Furcht und Zittern trat er sein heiliges Amt an und erbaute durch Wort und Tat seine Gemeinde, denn unermüdlich predigte er selbst das Wort Gottes und seine Beredsamkeit drang in die verborgensten Winkel des Herzens. Vor seinem Anblick verbarg sich das Laster, oder es kam ihm mit Reue entgegen. Er war ein liebreicher Vater der Armen und Unglücklichen und jeder Bedrängte fand bei ihm Trost und Hilfe. Eine besondere Sorgfalt verwendete er auf die Zierde der Gotteshäuser, die er mit den kostbarsten Reliquien schmückte. Unter mehreren Kirchen erbaute er auch jene des heiligen Vitalis in Ravenna von buntem Marmor, in der er auch der gebenedeiten Gottesmutter einen Altar errichtete, der aus den seltensten Marmorsteinen bestand. Der feierlichen Einweihung dieses Gotteshauses wohnte selbst der Kaiser Justinian nebst seiner Gemahlin bei, das ein Gemälde aus uralten Zeiten beweist. Der heilige Maximian starb im Jahr 556 am 22. Februar als einer der eifrigsten und wohltätigsten Bischöfe von Ravenna.