Der heilige Markus, Bischof und Bekenner von Arethusa in Syrien, + 29.3.364 - Fest: 29. März

 

Einige Griechen setzen unter die Zahl der Heiligen dieses Tages Markus, den Bischof von Arethusa in Syrien. Er war einer von denjenigen, die dem Julian in seiner Kindheit das Leben retteten, indem sie ihn der beinahe allgemeinen Ermordung seiner ganzen Familie entzogen. Markus war seit langer Zeit den Heiden sehr verhasst, weil er, unter des Constantius Regierung, eine Menge Menschen der Abgötterei entrissen hatte, und einen Götzentempel abreißen und auf seinen Trümmern eine Kirche erbauen ließ, was die Heiden als eine neue Beschimpfung ihrer Religion ansahen.

 

Als Kaiser Julian den Christen befohlen hatte, auf ihre Kosten die unter den zwei vorhergehenden Regierungen zerstörten Götzentempel wieder aufzubauen, fielen die Heiden von Arethusa, trotzig durch die Gunst des Fürsten, mit grimmiger Wut über ihre Feinde her. Markus wollte anfänglich, nach der Vorschrift des Evangeliums, entfliehen. Als er aber erfuhr, dass man an seiner Stelle mehrere aus seiner Herde ergriffen hatte, kehrte er wieder zurück und übergab sich den Händen seiner Verfolger. Sie stürzten auf ihn los, fassten ihn bei den Haaren und schleiften ihn, ohne Rücksicht auf sein Alter, durch die Straßen. Sie entkleideten ihn auf eine schändliche Weise, geißelten ihn am ganzen Körper und warfen ihn in verpestete Kotschleusen, zogen ihn dann wieder heraus und überließen ihn einem mutwilligen Tross Jugendlicher, denen sie sagten, sie sollten ihn mit ihren Schreibstiften stechen. Dann band man ihm mit Seilen die Beine zusammen und schnürte sie so fest, dass sie bis auf die Knochen eingingen. Auch wurden ihm die Ohren abgeschnitten und in diesem jämmerlichen Zustand trieben die Heiden mit dem Greis ein spöttisches Spiel, indem sie sich ihn einander wie einen Ball zuwarfen. Hierauf bestrichen sie ihn mit Honig, sperrten ihn in eine Art von Käfig, den sie gegen die Mittagssonne in schwüler Sommerhitze aufhängten, um dadurch die Wespen und Mücken anzulocken, deren Stiche in jenem Land über alle Begriffe schmerzhaft sind. Mitten unter diesen Qualen zeigte der ehrwürdige Greis eine unwandelbare Heiterkeit. Er spottete sogar über seine Henker, indem er ihnen sagte, dass er gen Himmel erhoben wäre, während sie noch auf der Erde kröchen.

 

Die Heiden, die anfangs von ihm verlangt hatten, er solle ihren Tempel herstellen, lenkten allmählich wieder ein und wollten sich nun mit einer sehr geringen Summe begnügen. Markus erwiderte ihnen beständig, er wolle sich keines Frevels schuldig machen, durch die geringste Beihilfe zur Auferbauung eines Götzentempels. Als schließlich die Wut in Bewunderung überging, gab man ihn wieder los. Mehrere Heiden ließen sich nun in den Grundsätzen einer Religion, die solch eine heldenmütige Geduld einflöße, unterweisen. Markus brachte seine übrigen Lebenstage ruhig zu und starb unter den Kaisern Jovian und Valens. Sein Name findet sich nicht im römischen Märtyrerbuch und die Kirche erwies ihm nie öffentliche Ehre. Er hing lange Zeit den Irrtümern der Halbarianern an. Allein das Lob, das ihm der heilige Gregor von Nazianz, Theodoret und Sozomenus bei Erzählung seiner Leiden beilegen, lässt keinen Zweifel übrig, dass er, gegen das Ende der Regierung des Constantius, zur katholischen Kircheneinheit wieder zurückgekehrt ist.