Die heilige Maria von Ägypten, Büßerin, + 2.4.432 - Fest: 2. April

 

Zu den Zeiten des jüngeren Kaisers Theodosius, um das Jahr 432, hat sich der kostbare Tod der heiligen Maria von Ägypten zugetragen, deren wunderbare Buße und Tugendleben Gott der Welt hat bekannt machen wollen durch den heiligen Zosimus, so wie er durch den heiligen Einsiedler Antonius das heilige Leben des Einsiedlers Paulus an den Tag gebracht hat.

 

Es lebte in einem Kloster in Palästina ein Einsiedler von großem Verdienst, Zosimus mit Namen. Er wurde von frühester Jugend auf in großer Unschuld zum geistlichen Leben erzogen und war darin zu hoher Vollkommenheit gelangt. Sein unsträflicher Wandel, sein Eifer in Leibesstrengheiten, seine Liebe zur Einsamkeit, seine Emsigkeit im Gebet und in allerhand Andachten, seine hohe Erleuchtung, mit der ihn Gott begnadigte, setzten ihn bei seinem Bischof in eine solche Hochschätzung, dass er von diesem zum Priester geweiht wurde.

 

Nachdem Zosimus dreiundfünfzig Jahre in seinem geistlichen Leben in strengster Beobachtung aller Ordensregeln zugebracht hatte, wurde er von der Versuchung zur eitlen Ehrsucht beschlichen, dass er sich einbildete, es sei wohl niemand aus all denen, die die Einöden bewohnten, zu einer höheren Vollkommenheit gelangt, als er, zumal er von früher Kindheit an den Weg der Tugend angetreten habe und auf ihm mit stets zunehmendem Eifer fortgeschritten sei. In diesen eitlen Gedanken blieb Zosimus nicht lange. Denn zur selben Zeit meldete sich bei ihm ein fremder Ordensmann. Und als er ihm seine eitle Einbildung äußerte, offenbarte ihm der Fremde den Betrug, in dem er steckte, und bat ihn nach erhaltener Erlaubnis in ein nicht weit entlegenes Kloster zu folgen. Da werde seinem Hochmut die Larve ohne Zweifel abgezogen und er werde erkennen, wie sehr er in seiner Meinung falsch liege. Zosimus ließ sich gern überreden. In das fremde Kloster aufgenommen, sah er, was für eine hohe Stufe der Tugend die Geistlichen darin erstiegen hatten und wie er gegen sie nur ein unvollkommener Bruder sei. Sie lebten nämlich nicht anders, als wie Engel in Menschengestalt, in großem Stillschweigen, beinahe der Leibesnotdurft vergessend, allein nur damit beschäftigt, wie sie Gott gefallen könnten. Mit Beten, Psalmensingen und Handarbeit brachten sie ihre Zeit zu. Und wenn auch das ganze Jahr ihr Leben nicht strenger sein konnte, so hatten sie doch während der vierzigtägigen Fasten etwas Ungewöhnliches vorgenommen. Denn zu dieser Zeit zerstreuten sie sich in die Wildnis, auf dass jeder einzeln, nach dem Beispiel Jesu Christi, faste. Am ersten Fastensonntag wurde ein feierliches Amt gesungen, wobei sich alle Brüder versammelten. Darauf erteilte ihnen der Abt den Segen. Darauf erteilten die Brüder einander den Friedenskuss, gingen über den Jordan und zerstreuten sich in der Wildnis, um auf den Palmsonntag sich in ihrem Kloster wieder einzufinden.

 

Zosimus bekam Lust, bei dieser Gelegenheit in dieser großen, weitschichtigen Wüste etwa einen recht großen Heiligen aufzusuchen. Und er lief zu diesem Ende an einander fort wohl zwanzig Tage. Als er einmal zur Mittagszeit die gewöhnlichen Psalmen sang, sah er von weitem einen Schatten eines menschlichen Leibs, der aber eilends verschwand. Zosimus erschrak und bezeichnete sich mit dem heiligen Kreuz, fasste darauf sogleich ein Herz ruft seine Schritte verdoppelnd: „Wenn du etwa ein Diener Gottes bist, so halt still, und warte auf mich; ich bitte dich, tu es aus Liebe dessen, dem du in dieser Wildnis dienst." Die fliehende Person tut solches, nachdem sie zu einer Tiefe gekommen, wo sie sich verbergen konnte, und da Zosimus näher kam, hörte er folgende Stimme: „Vater Zosimus! wirf deinen Mantel einer armen Sünderin zu, wenn du ihr den heiligen Segen geben und ihr erlauben willst, dass sie mit dir rede.“ Zosimus hört mit Verwunderung sich mit Namen nennen und zweifelt nicht, es müsse eine Seele von großer Heiligkeit sein, der Gott seinen Namen kundgetan habe. Er wirft ihr darum sogleich seinen Mantel zu. Mit diesem bedeckt erscheint eine Frau vor ihm. Der heilige Alte wirft sich vor ihr auf die Knie und begehrt von ihr den Segen. Sie aber wirft sich vor ihm auf die Erde und spricht: „Vergiss nicht, mein Vater, dass du ein Priester bist; an dir ist es, dass du mich segnest und zu Gott betest für die allerelendeste Sünderin, die es je gab.“ Als nach dieser beiderseitigen Verdemütigung sich beide aufgerichtet hatten, fragte Zosimus: „Wer bist du und wie lange weilst du schon in dieser Wildnis?“ Sie antwortete: „Wir wollen zuerst zu Gott beten, alsdann will ich deinem Verlangen genug tun.“

 

Darauf wendet sie sich gegen Sonnenaufgang und hebt Augen und Hände gen Himmel. Zosimus, der auch sein Gemüt zu Gott erhebt, tut einen Blick auf sie und sieht sie ganz mit hellem Glanz umgeben, erschrickt davor und meint, es wäre entweder ein Geist oder ein Gespenst. – Sie aber wendet sich zu ihm und spricht: „Ich bin weder ein Geist noch ein Gespenst, sondern ich bin Staub und Asche, nicht würdig, das Tageslicht anzuschauen. So verachtungswert und unglückselig ich aber bin, so bin ich doch eine Christin.“ Und da sie solches redete, machte sie das Kreuzzeichen auf Stirn, Augen, Mund und Herzen. Darauf setzte sie sich nieder und sagte: „Wisse, mein Vater, dass Gott, der für die irrenden Schäflein ebenso viel Liebe trägt, als für die, die beständig in seinem Schafstall bleiben, er hat dich nicht ohne Grund hierher geschickt! Er sei darum ewig gebenedeit! – Ich bin eine Tochter aus Ägypten, die sich selber mit Fleiß unglücklich gemacht hat. Erst zwölf Jahre alt verließ ich aus Liebe zur Freiheit das väterliche Haus, begab mich nach Alexandria und führte siebzehn Jahre lang ein so freches und zügelloses Leben, dass keine Bosheit erdenklich war, die ich nicht verübte, und zwar nicht etwa aus Begierde eines Gewinns, sondern einzig nur von der Sucht und der Lust der Leidenschaft dazu getrieben. Es hat die Welt noch nie eine Frau gesehen, die boshafter war als ich, und von der so viele Seelen verführt worden wären. Als ich einmal wahrgenommen hatte, wie viel Volk dem Hafen des Meeres zulief, um sich in ein großes Schiff zu begeben, und vernahm, sie hätten vor, eine Wallfahrt nach Jerusalem zu machen, um dort das Fest der Kreuzerhöhung zu feiern, hatte ich ein Verlangen, mich zu ihnen zu gesellen, und ließ mich auch einschiffen. Da dachte ich viel Gelegenheit zu einem ausgelassenen Leben zu bekommen. Nicht ohne Abscheu und Schauder gedenke ich der Lastertaten, mit denen ich das Schiff erfüllte. Ich führte auch zu Jerusalem ein ebenso unverschämtes und verruchtes Leben, wie früher in Alexandria. Als das Fest anfing und jedermann in die Kirche des heiligen Kreuzes eilte, wollte ich auch mit den Leuten hinein; merkte aber mit großem Entsetzen, dass ich von einer unsichtbaren Macht zurückgehalten wurde. Ich versuchte hineinzukommen, das zweite, das dritte Mal umsonst. Eine unsichtbare Gewalt verwehrte mir jedes Mal den Eintritt. Alsdann eröffneten sich die Augen meines Gemüts und ich erkannte, dass die Menge und Größe meiner Sünden mir den Eingang in die Kirche verwehrte und mich unwürdig machte, das heilige Holz anzusehen, daran Jesus Christus unser Heil gewirkt hat. Da fing ich an mich zu schämen, weinte bitterlich und empfing einen großen Abscheu über meine Sünden. Darauf folgte ein solcher Schmerz im Innersten meines Herzens, dass ich mich in den nächsten Winkel setzte, um mir durch Seufzen und Weinen Luft zu machen. Da erblickte ich mir gegenüber ein Bildnis der Mutter Gottes und mir kam in den Sinn, dass ich oft gehört habe, sie sei eine Mutter der Barmherzigkeit und eine Zuflucht der Sünder. Und ich warf mich vor dem Bild auf die Knie und schrie laut auf: „O Mutter Gottes, ich habe gehört, du seiest eine Mutter der Barmherzigkeit, eine Zuflucht der Sünder! Darum erbarme dich über mich elende Kreatur und beschütze mich, denn sieh! ich bin ja eine Sünderin, ich bin die allergrößte Sünderin, die es geben kann! Ich verdiene freilich nicht, wie eine andere reine Seele, das kostbare Blut meines Erlösers zu verehren, aber doch hoffe ich durch dich den Trost zu erlangen, dass ich wenigstens das heilige Kreuz, daran Jesus Christus ja auch für mich gestorben ist, ansehen und anbeten darf. Wenn du mir diese Gnade erwirbst, verspreche ich es da zu dieser Stunde, dass ich die Tage meines Lebens meine Sünden beweinen, die Welt verlassen und in einer Einöde mich so lange verbergen will, bis alle Freude und Neigung zu den Sünden völlig verloschen ist.“ Als ich so gebetet hatte, fasste ich ein Herz und wagte aufs Neue in die Kirche zu gehen, und siehe, ich konnte es ohne jeden Widerstand vollbringen, warf mich da unter den vielen Gläubigen mit ganz reumütigem und zerknirschten Herzen vor das heilige Kreuz nieder und beweinte mit vielen Tränen meine Sünden. Und wie ich merke, dass mein Vertrauen sich vermehre, gehe ich zurück an den Ort, wo ich das Bildnis der heiligen Jungfrau angetroffen und rufe vor diesem kniend mit neuem Eifer: „O Mutter der Barmherzigkeit, dir habe ich nach deinem Sohn die Gnade meiner Bekehrung zu verdanken, vollende das Werk, das du begonnen. Wenn ich auch unwert deines Schutzes bin, so bin ich doch deines Mitleidens bedürftig! Auf dich setze ich nach deinem Sohn all mein Vertrauen. Ich habe dir versprochen, die Welt zu verlassen; und siehe, dazu bin ich auf der Stelle bereit. Sage mir nur, wie ich es angehen soll und sei du meine Führerin auf dem Weg meines Heils.“ Kaum hatte ich diese Worte ausgeredet, so höre ich wie aus der Ferne eine Stimme, die sprach vernehmlich: „Geh über den Jordan und du wirst Ruhe finden.“ Ohne Verweilen bitte ich Maria um ihren mütterlichen Segen, versah mich mit drei Broten, und verließ die Stadt. Bei anbrechender Nacht komme ich an den Jordan. Da treffe ich eine Kirche an, die zu Ehren des heiligen Johannes des Täufers geweiht ist; darin betete ich eine Zeitlang und brachte die Nacht, nachdem ich ein halbes Brot verzehrt hatte, in Bereuung und Beweinung meiner Sünden zu, sowie in inbrünstiger Anrufung der göttlichen Barmherzigkeit. Nachdem ich nun am Morgen darauf meine Sünden reumütig gebeichtet und das heilige Altarsakrament empfangen hatte, setzte ich in einem kleinen Schifflein über den Jordan und kam danach in diese Wildnis. Ich war damals neunundzwanzig Jahre alt und lebe nun bereits siebenundvierzig Jahre in dieser Einöde, so dass ich seither keinen Menschen außer dich gesehen habe.“ – „Wie hast du dich so lange Zeit erhalten können?“ fragte sie Zosimus. „Das wenige Brot“, antwortete sie, „das ich mitgebracht hatte, war bald aufgezehrt. Darauf waren Kräuter und Wurzeln meine Speise.“ – „Hattest du von dem höllischen Feind keine Anfechtungen zu erleiden!“ sagte Zosimus weiter. „Ach, mein Vater“, antwortete sie, „erlasse mir dir zu erzählen, was für schrecklichen Streit ich zu bestehen, was für grausame Versuchungen ich zu überwinden hatte – die ersten siebzehn Jahre. Ich entsetze mich, wenn ich nur daran denke. Es schien, als habe die ganze Hölle gegen mich gestritten, alle bösen Neigungen meines Gemüts, die alten Leidenschaften, Geist, Herz und Sinne waren in Aufruhr gebracht und verschworen sich zu meinem Untergang. Ach, was hat es mich gekostet, meine unmäßigen Begierden zu bekämpfen, den Verdruss und die Langeweile zu überwinden, die Herbe des Winters und die Schwüle des Sommers zu ertragen, das Fleisch abzutöten, die Weltfreuden und Eitelkeiten aus dem Sinn zu schlagen! Dass ich in den Anfechtungen nicht unterlag, habe ich der unendlichen Barmherzigkeit Gottes zu verdanken. Ich verdoppelte mein Gebet, meine Bußwerke, mein Vertrauen auf Gott, meine Zuversicht auf den Schutz der heiligsten Mutter Gottes, der ich sowohl meine Bekehrung als auch meine Beständigkeit in der Buße zuschreibe. O ja, du göttliche Mutter! Bei dir habe ich Hilfe gefunden! Du bist mir in den vielen Gefahren, du bist mir in meinem Kampf beigestanden, du hast meine Tränen und meine Klagen vor deinen göttlichen Sohn gebracht! Du hast mir in all meinen Widerwärtigkeiten deine mütterliche Hand geboten.“ – Als Zosimus merkte, dass sie auch einige Schriftstellen in ihre Reden einmischte, fragte er sie, ob sie wohl auch jemals die heilige Schrift gelesen habe. „Niemals“, antwortete sie, „habe ich lesen können; Gott aber kann alle Unwissenheit ersetzen, wenn Er will.“ – Da sie dieses sagte, stand sie auf und bat ihn, dass er von allem diesem nichts offenbaren möchte, so lange sie noch am Leben wäre. Folgendes Jahr am hohen Donnerstag soll er wieder zu ihr kommen, die heilige Engelspeise mit sich bringen und sie kommunizieren lassen. „Du wirst vor diesem Tag nicht aus dem Kloster kommen“, setzte sie hinzu, „und wenn du auch wolltest, wirst du früher nicht ausgehen können. Komm bis an das Ufer des Jordans, da wirst du mich finden.“ Jetzt begehrt sie noch seinen Segen und weicht in den Wald zurück.

 

Zosimus dankte dem Herrn über dieses Wunder der Gnade, geht in sein Kloster zurück und verbringt das ganze Jahr in ununterbrochenem Stillschweigen und großer Lebensstrengheit zu. Während der Fastenzeit lag er an einem Fieber erkrankt darnieder und konnte mit seinen Brüdern nicht ausgehen bis zum hohen Donnerstag, wie es ihm die Heilige vorhergesagt hatte. An diesem Tag begab er sich mit der konsekrierten Hostie in einer Kapsel zum Ufer des Jordans, kam aber spät dort an. Da sah er beim Mondschein die Heilige in der Ferne zum Jordan hin schreiten und ihn wunderte es sehr, wie sie nun über den Fluss zu ihm hinüber gelangen könnte. Als die Heilige an den Jordan kam, macht sie das Kreuzzeichen und geht über das Wasser, als ob es fester Grund gewesen wäre. Zosimus war entsetzt darüber und fällt vor der Heiligen auf die Knie. Da reicht sie ihm die Hand und hebt ihn auf, das Geschehene ihm mit den Worten erklärend: „Vergisst du, dass du ein Priester bist und dazu noch das Hochwürdigste Gut bei dir trägst?“ Vor diesem warf sie sich nieder und als sie ihre Sünden bekannt und ganz in Tränen zerflossen war, bat sie den Zosimus, dass er ihr die Glaubensartikel und das Vaterunser vorbeten möge. Danach empfing sie die heilige Kommunion aus seiner Hand, wurde von empfindlicher Andacht völlig eingenommen und von der göttlichen Liebe ganz entzündet. Mit gen Himmel erhobenen Augen und Händen ruft sie mit dem alten Simeon aus: „Lass, o Herr, deine Dienerin jetzt nach deinem Wort im Frieden fahren; denn meine Augen haben dein Heil gesehen! Zosimus, noch um eine Wohltat bitte ich dich, kehre die nächstfolgenden Fasten wieder an den Ort der Wüste zurück, wo du mich das erste Mal angetroffen hast; allda wirst du mich so finden, wie es Gott belieben wird.“ Zosimus bot ihr etwas zu essen von dem, was er mitgebracht hatte. Sie genießt nur drei Linsenkörner, bittet Zosimus um den priesterlichen Segen, macht das Kreuzzeichen und ging wieder trockenen Fußes über den Jordan in ihre Wildnis zurück.

 

Im folgenden Jahr ging Zosimus zur heiligen Fastenzeit wieder, wie seine Brüder, in die Einsamkeit und ging zu dem Ort, an welchem er vor zwei Jahren die heilige Büßerin angetroffen hatte, mit dem festen Vorhaben nun nicht zu vergessen, sie nach ihrem Namen zu fragen. Er findet die Heilige tot. Ihr Leichnam lag der Länge nach auf der Erde noch so frisch, als wäre sie eben gestorben. Auf dem Sand findet er neben ihr die Worte geschrieben: „Vater Zosimus! Begrabe allda, um der Liebe Christi willen, den Leichnam der armen Maria, welche gestorben ist am heiligen Karfreitag, bald nachdem sie aus deinen Händen die heilige Kommunion empfangen hat, und vergiss nicht für sie zu beten.“

 

Zosimus betrachtete den heiligen Leib, fängt laut an zu weinen, fällt auf seine Knie und betet. Indessen kommt ein ungemein großer Löwe aus dem Wald, vor dem Zosimus sich nicht wenig erschrickt, sich aber von seiner Angst bald erholt, da er sieht, wie dieses wilde Tier dem Leichnam die Füße leckt und mit dem Schweif ihm schmeichelt, darauf den Sand aufscharrt und ein großes Grab macht und sich dann wieder zurück in den Wald begibt. In dieses Grab legt Zosimus den heiligen Leib unter den vorgeschriebenen Kirchengebeten und Psalmengesang. – In das Kloster zurückgekehrt erzählt er den Brüdern den ganzen Verlauf von dem, was er gehört und gesehen hatte.

 

Diese Heilige ist anfangs in der griechischen, danach auch in der lateinischen Kirche öffentlich verehrt worden. Ihr Fest wird heute noch am 1. oder 2. April in vielen Bistümern mit großer Feierlichkeit begangen, an einigen Orten am 9. April. Man behauptet, ein Teil ihrer heiligen Gebeine sei nach Rom gebracht worden, zu der Zeit, da die Ungläubigen anfingen, das gelobte Land einzunehmen. Etwas davon, das der Papst Honorius dem heiligen Eleutherius verehrte, wird zu Tournes aufbewahrt. Das Haupt der heiligen Maria, das 1059 der Abt von Kalabria nach Neapel gebracht hatte, wird jetzt in der Jesuitenkirche zu Augsburg im Rieß verehrt. Man findet auch etwas von diesen heiligen Reliquien zu Antorf.