Die heilige Margarita, Witwe von Septempeda, Italien, + 5.8.1395 – Fest: 27. August

 

Die heilige Margarita war die Tochter armer bäuerlicher Eltern aus Cesolo bei S. Severino im Kirchenstaat, aber je weniger von der Welt, desto mehr vom Himmel mit Gütern ausgestattet. Während sie die Beschäftigung des Schafhütens trieb, rangen in ihrem Herzen die Tugenden der Liebe, Keuschheit und Demut um die Oberhand und adelten sie höher, als ein kaiserlicher Wappenbrief. Als Mädchen von sieben Jahren hegte sie bereits solches Mitleid gegenüber den Armen, dass sie eines Tages einem Bettler all ihr Brot aus der Hirtentasche hingab und nun selbst hungerte. Gegen die Gewohnheit der dortigen Frauen ging sie einem frommen Gelübde zufolge ihr ganzes Leben hindurch mit bloßen Füßen herum, was ihr den Beinamen „Discalceata“ zuzog. In ihrem fünfzehnten Lebensjahr verheiratete man sie gegen ihren Willen an einen Mann aus S. Severino, der, rauen Gemütes, ihren inneren Wert nicht erkannte und sie höchst unwürdig behandelte. Trotz aller Beflissenheit konnte sie ihm nichts gut genug tun, und insbesondere nahm er an ihren nackten Füßen Ärgernis und verlangte, sie solle wie andere Frauen Schuhe anziehen. Margarita aber wollte ihrem Gelübde nicht untreu werden, und jetzt kam ihr auf ihr Flehen der Himmel zu Hilfe und blendete die Augen ihres Haustyrannen, so dass es ihm schien, als trüge sie Schuhe. Häufig ging sie von Cesolo nach S. Severino zur Beichte, was ihr neue Unannehmlichkeiten von Seiten ihres Mannes zuzog, der darüber in seinem Weltsinn die Wirtschaft zugrunde gehen sah. Deshalb, so erzählt die Legende, sandte Gott einen Engel, der in ihrer Abwesenheit die Herde hütete und die Arbeiten auf dem Feld und im Haus für sie verrichtete. Nach einundzwanzig Jahren schließlich wurde sie durch den Tod ihres Mannes von dem Joch eines harten Ehestandes erlöst, und nun fing sie nach dem Drang ihres Herzens umso mehr an, der Andacht obzuliegen und ein strenges Leben zu führen. Mit dem Anbruch der Morgenröte stand sie auf und ging zur Heiligen Messe. Die übrige Zeit des Tages brachte sie mit der nötigen Hausarbeit, der Tröstung der Unglücklichen und der Pflege der Kranken zu. Selbst zu arm, um ergiebiges Almosen reichen zu können, sammelte sie es von den Vermögenden und verteilte es sodann. Als ihr einmal der böse Feind im Traum erschien und zu ihr sagte: „Vergebens, Unselige! Fastest du und kasteist dich, denn du tust es nur, um von den Leuten gesehen zu werden. Du isst kein Fleisch und trinkst keinen Wein, fällst aber desto begieriger über die Feigen und Trauben her“ – berührte sie von der Stunde an keine dieser Früchte mehr. Ihren Tod wusste und verkündete sie voraus. Sie starb im Jahr 1395 und wurde unter großem Zulauf des Volkes in der Kirche S. Maria del Mercato beigesetzt. Weil an ihrem Grab viele Wunder geschahen, hieß der päpstliche Stuhl ihre Verehrung gut.