Die heilige Marciana, Jungfrau und Martyrin von Cäsarea in Mauretanien, - 9.1.307 ? + Fest: 9. Januar

 

Die heilige Marciana wurde zu Cäsarea in Mauretanien aus einer adeligen Familie geboren und hatte sich schon in ihrer Kindheit der Tugend und dem Dienst Gottes geweiht. Da sie zur Jungfrau herangewachsen war und ihre Schönheit sie heftigen Versuchungen aussetzte, verließ sie die Stadt und lebte in der Einsamkeit nach Art der Einsiedler, indem sie von allem Irdischen entfernt, sich bloß mit dem Gebet und himmlischen Betrachtungen beschäftigte. Damals, es war im Jahr 302, verfolgte Diokletian die christliche Religion mit Feuer und Schwert und überall wurden die Bildnisse der Götter öffentlich ausgestellt mit dem Befehl, dass alles Volk bei Verlust des Lebens ihnen seine Verehrung bezeugen und ihnen Opfer bringen sollte. Während dieser für die Kirche Jesu so unglücklichen Zeit, wo so viele ihrer Bekenner aus Furcht eines gewaltsamen Todes abfielen, verließ Marciana ihre Einöde und kam nach Cäsarea, wo sie mit Schrecken und Abscheu die Bildsäule der Göttin Diana und um sie herum eine große Menge Volkes erblickte, das soeben Opfer brachte. Von heiligem Eifer begeistert, riss die christliche Jungfrau die Säule zu Boden und zertrat das Bild der Göttin mit Füssen. Über dieses heldenmütige Unternehmen gerieten die Heiden in Wut. Sie misshandelten die Bekennerin und halbtot schleppten sie sie vor den Richter, der ihr das schändliche Urteil sprach, dass sie den Soldaten zur Befriedigung der unreinen Lust solle ausgeliefert werden.

 

Drei volle Tage und Nächte lang war Marciana den Angriffen ausgearteter Kriegsknechte preisgegeben, und Gott der Allmächtige stärkte sie während dieses schrecklichen Kampfes mit einem solchen Mut, dass ihre Keuschheit unversehrt blieb. Als dem Richter dieses Wunder hinterbracht wurde, schwur er bei den Göttern, dass er den Schimpf, den diese Christin gegen sie verübt hatte, fürchterlich rächen wolle, und er verdammte sie zu den wilden Tieren. Sogleich wurde sie einem der wildesten Löwen vorgeworfen, der aber beim Anblick der Heiligen alle Wildheit ablegte, zu ihren Füßen sich legte und zur Verwunderung aller Zuschauer ihre Hände leckte. Gerührt durch dieses Wunder, verlangte das Volk die Freilassung der heiligen Jungfrau. Aber Burdarius, der Vorsteher der Juden-Synagoge, gab aus Hass gegen die Christin dem beschämten Richter den Rat, auf sie einen wilden Stier loszulassen, der nicht so schonend gegen die Martyrin sein würde. Sein Rat wurde befolgt und der Stier, begleitet von einem Leoparden, einem der blutdurstigsten Tiere, zerrissen in einem Augenblick die Heilige. Zur gleichen Zeit fiel ein Blitz vom Himmel auf das Haus des Juden Burdarius; es stürzte zusammen und erschlug seine Frau und Kinder. Er selbst starb bald darauf in voller Verzweiflung.