Der heilige Marcellinus, Bischof und Bekenner von Ancona, Italien, + 9.1.555 – Fest: 9. Januar

 

Marcellinus führte von frühester Jugend an ein stilles, heiliges Leben und verachtete irdisches Ansehen und Reichtümer. Sein einziges Verlangen war auf Gott gerichtet und sein rastloses Streben nach Vollkommenheit und Gottseligkeit eines christlichen Lebens. Wegen seiner hohen Tugenden wurde er zum Bischof von Ancona gewählt. In dieser Würde entsprach er vollkommen den Erwartungen, die man sich von ihm gemacht hatte. Mit einem brennenden Eifer verwaltete er das heilige Amt und war in Wort und Wandel, im Glauben und in der Liebe ein aneiferndes Vorbild für seine Gläubigen. In seinem Greisenalter litt er heftige Schmerzen an seinen Füßen, die schließlich seine Glieder ganz lähmten, und zwar so, dass er sich überall, wo er Geschäfte hatte, musste hintragen lassen.

 

Noch im Leben verherrlichte Gott seine Heiligkeit mit der Wundergabe, wie der heilige Gregor erzählt; denn als eines Tages in Ankona eine verheerende Feuersbrunst wütete und ihrer nicht mehr Einhalt getan werden konnte, ließ sich der heilige Oberhirt in der Gegend hintragen, wo es brannte, und auf der Stelle unterdrückte er durch sein Gebet die Flammen. Viele Jahre danach wurde in Ankona noch das Buch gezeigt, in dem er zu beten pflegte und das bei jener Feuersbrunst selbst angebrannt wurde. Bei seinem Grab, in dem er in der Kirche des heiligen Cyriacus beerdigt wurde, geschahen viele Wunder; besonders erhielten auf seine Fürbitte mehrere Blinde ihr Gesicht.