Die heilige Makrina, Nonne und Ordensstifterin in Kappadocien, + 19.7.379 (Dezember 379) - Fest: 19. Juli

 

Makrina war das erstgeborene Kind des heiligen Basilius des Älteren, und der heiligen Emmelia. Nach dem Tod ihres Vaters weihte sie Gott ihre Jungfräulichkeit, und leistete ihrer Mutter große Dienste bei der Erziehung ihrer Brüder und Schwestern. Von ihr lernten der heilige Basilius der Große, der heilige Petrus von Sebaste, und der heilige Gregor von Nyssa, frühzeitig die Welt verachten, und ihre Gefahren fürchten, das Wort Gottes mit Nutzen anhören, und das Gebet lieben.

 

Sie stiftete mit ihrer Mutter zwei Klöster im Pontus, die eine kleine Strecke voneinander entlegen waren. Dasjenige, das sie für die Männer bestimmte, wurde anfänglich vom heiligen Basilius geleitet, dann vom heiligen Petrus, ihrem Bruder. Makrina gab dem zweiten, das von Frauen bewohnt wurde, sehr weise Regeln. Sie führte daselbst die Liebe und den Geist der Armut, die Abschälung von der Welt, die Abtötung, die Demut, und beständiges Gebet, verbunden mit dem Psalmengesang, ein.

 

Die heilige Makrina litt sehr an einem Krebsübel, womit der Herr sie heimsuchte. Endlich wurde sie durch die Kraft des heiligen Kreuzzeichens, das ihre Mutter über sie machte, geheilt.

 

Nach dem Tod der heiligen Emmelia verteilte Makrina ihre Güter unter die Armen und lebte wie die übrigen Nonnen ihres Klosters, das heißt, sie erwarb sich durch Handarbeit die nötige Nahrung. Als der heilige Gregor von Nyssa in ihrer letzten Krankheit sie besuchte, fand er sie, wiewohl sehr abgezehrt durch das Fieber, auf Brettern liegen. Sie schöpfte ungemeinen Trost aus den frommen Zusprüchen ihres Bruders. Ihr Eifer wurde aufs Neue belebt, und sie betete noch alle Tugendübungen, mit denen die Kranken zum Heimtritt sich vorbereiten. Hierauf verschied sie im Frieden des Herrn, nachdem sie sich zuerst mit dem Zeichen des Kreuzes bewaffnet hatte.

 

Die Armut des Klosters war so groß, dass man nur einen gänzlich abgenutzten Schleier fand, um den Leib der heiligen Makrina zu bedecken, als man ihn zu Grabe trug. Der heilige Gregor aber warf über ihn seinen bischöflichen Mantel. Die Dienerin Gottes hatte bei Lebzeiten eine Art Halsgehänge, an das ein Ring und ein eisernes Kreuz geknüpft war, getragen. Der heilige Gregor schenkte das Kreuz einer Klosterfrau, namens Vestiana. Den Ring aber, der hohl war, und ein Stückchen des wahren Kreuzes enthielt, nahm er für sich.

 

Der Ortsbischof und der heilige Gregor wohnten dem Leichenbegängnis der heiligen Makrina bei, wie auch die Geistlichkeit, und Mönche und Nonnen, die in zwei Chöre abgeteilt waren, Kerzen in der Hand trugen, und Psalmen sangen. Der Leichnam der Heiligen wurde in der Kirche der vierzig Märtyrer, die eine Meile entfernt von dem Kloster lag, getragen, und in dem Gewölbe, wo schon der der heiligen Emmelia ruhte, beigesetzt.

 

Die heilige Makrina starb im Monat Dezember 379; ihr Fest aber wird von den Griechen und Lateinern am 19. Juli begangen.