Der heilige Machutus, Bischof von Aleth, Bretagne, Frankreich, + 15.11.565 - Fest: 15. November

 

Der heilige Machutus (auch Machutes, Maclovius, Macliavus und französisch: Malo, Maclou und Mahout genannt) war ein Sohn Wents oder Gwents, eines britischen Edelmannes, der in der Provinz der Siluren lebte, die später seinen Namen erhielt, und jetzt Montmouth heißt. Er ließ Castel-Went, jetzt Chepstowe, am Fluss Wye, erbauen. Seine Gemahlin Derwele, war eine Verwandte Ammons und Ubrafels, der Väter des heiligen Samson und des heiligen Maglorius. Diese Einzelheiten finden wir in den alten Akten des heiligen Machutus.

 

Unser Heiliger erblickte das Tageslicht im Tal Lan-Carvan, in der Grafschaft Glamorghan. Seine Mutter war dorthin gereist, das vom heiligen Cadoc daselbst gestiftete Kloster zu besuchen, dessen dritter Abt der heilige Brendan war. Er war vor kurzem dem Ellenius in dieser Würde gefolgt.

 

Der heilige Machutus erhielt die Taufe durch den heiligen Brendan, der ihn auch später in den Wissenschaften und in der Gottseligkeit heranbildete. Das Kloster Lan-Carvan war besonders nach dem Tod des heiligen Jltut eine berühmte Schule geworden. Der heilige Machutus empfing da, vom heiligen Brendan vorgestellt, die heiligen Weihen. Als Priester schiffte er nach Armorika oder Bretagne über. Man sagt sogar, er habe, zum Regionarbischof geweiht, sein Vaterland verlassen. Er landete auf einer kleinen Felseninsel, wo ein heiliger Einsiedler, Aaron mit Namen, lebte, der ebenfalls dahin aus Großbritannien gekommen war. An diesem Ort wurde später die Stadt St. Malo erbaut.

 

Obgleich die Stadt Aleth den britischen Fürsten von Domnonea und den Königen von Frankreich unterworfen war, die sich zum Christentum bekannten, waren doch die meisten ihrer Einwohner damals noch Heiden. Der heilige Machutus verließ daher im heiligen Bekehrungseifer seine stille Einsamkeit und verkündigte den Ungläubigen und der kleinen Zahl der im Land wohnenden Christen, die Lehre des Evangeliums. Er wollte die einen vom Irrtum zurückführen, und die anderen in der Wahrheit besser unterrichten. Sein Bekehrungswerk begann er gegen Ende der Regierung Juduals, des Fürsten von Domnonea. Nach Juduals Tod wurde die Herrschaft unter dessen Kinder verteilt. Judhael, der älteste Sohn, war der Vater des heiligen Judicael, des späteren Königs von Domnonea. Haeloch oder Haleou, der zweite, wurde Graf von Aleth.

 

Der heilige Machutus hatte anfangs vieles zu erdulden von diesem Fürsten; endlich aber gelang es ihm, dessen Vorurteile zu zerstreuen, und dessen Schutz bei seinem gottseligen Unternehmen zu erlangen. Seine Heiligkeit, begleitet von der Wundergabe, siegte über die Hartnäckigkeit der verstocktesten Sünder. Er stand 40 Jahre der Kirche von Aleth als Bischof vor, die er ohne Unterlass durch Rede und Beispiel unterrichtete. Ebenso arbeitete er an seiner eigenen Heiligung durch anhaltendes Gebet, sowie durch Wachen, Fasten und andere Bußübungen. Er wusste jeden Augenblick zu seinem und anderer Heil zu benützen. Selbst auf seinen Reisen redete er entweder von Gott, oder betete Psalmen zu dessen Lob. Es gelang ihm, beinahe alle Heiden seines Bistums zu bekehren; auch gründete er viele Kirchen. Nach Aarons Tod übernahm er ebenfalls die Leitung des Klosters, das sich auf der Insel gebildet hatte, und sehr zahlreich geworden war.

 

Nach dem Tod Haelochs, des Grafen von Aleth, erregten einige Übelgesinnte eine so heftige Verfolgung gegen den Heiligen, dass er durch die Flucht entrinnen musste. Das Schiff, mit dem er abgesegelt war, landete an Aquitaniens Küste. Da begab sich der heilige Machutus in die Stadt Saintes, deren Bischof Leontius ihn mit großer Ehrfurcht aufnahm. Nachdem er kurz hierauf nach Aleth zurückberufen wurde, suchte er sich seines bischöflichen Amtes zu entledigen. Er ernannte den heiligen Gudwal (Der heilige Gudwal stammte aus dem Land Wales. Er wird am 6. Juni verehrt. Seine Reliquien wurden im 10. Jahrhundert in das Kloster St. Peter von Gent gebracht, wo man sie mit großer Verehrung aufbewahrte) zu seinem Nachfolger, und kehrte nach Saintes zurück, um sich dort ungestört zur Reise in die Ewigkeit vorzubereiten. Er starb am 15. November um das Jahr 565.

 

Seine Reliquien befanden sich lange in der Kirche seines Namens, außerhalb der Mauern von Saintes, bis sie im 9. Jahrhundert nach St. Malo übertragen wurden. Im folgenden Jahrhundert versetzte man sie aus Furcht vor den Normännern nach Paris, wo sie zuerst in der Kirche des Palastes, dann in der des heiligen Maglor aufbewahrt wurden. Später kamen sie größtenteils in die Abtei St. Victor; doch erhielten auch das Seminar zu St. Maglor, in Paris, sowie St. Malo, Saintes, Rouen, Pontoise und andere Orte einige Teile dieser geheiligten Überbleibsel.

 

Das Kloster der Insel Aaron wurde in eine Kathedrale umgeändert, und mit regulierten Kanonikern versehen, als der gottselige Johann von la Grille, Bischof von Aleth, im Jahr 1141 den bischöflichen Sitz dahin verlegte. Anna von Bretagne befestigte die Insel, auf der die Stadt St. Malo steht. Die ehemalige Stadt Aleth ist gänzlich zerstört.