Die selige Ludowica von Albertoni, Witwe von Rom, + 31.1.1533 (1530) – Gedenktag: 31. Januar

 

Die gottselige Ludowica von Albertona, geboren zu Rom 1470 von angesehenen Eltern, wünschte von ihrer Jugend an, sich dem Herrn zu weihen. Allein aus Gehorsam gegenüber dem Willen ihres Vaters und ihrer Mutter heiratete sie einen ausgezeichneten Edelmann, Jokob von Cithare genannt, von dem sie drei Töchter bekam. Als sie aber nach einigen Jahren Witwe wurde, trat sie in den dritten Orden des heiligen Franziskus (Der dritte Orden, von dem hier die Rede ist, ist der sogenannte weltliche. Er war vor der Revolution in Frankreich und Deutschland sehr verbreitet. Zu Paris und in einigen anderen Orten ist er wiederhergestellt worden. Zu Saint-Brieux hat man 1820 die Regel dieses Ordens wieder abdrucken lassen, die einst von dem gelehrten Franziskaner Frassen übersetzt und erklärt worden ist. Es ist ein wohl eingerichtetes Werk, das sehr salbungsvolle Gebete enthält, und einen starken Band ausmacht.), und erwies sich durch ihre Liebe zur Buße und Abtötung, so wie durch ihre gänzliche Lostrennung von allem Irdischen als eine würdige Tochter des gottseligen Patriarchen. Bei einer Hungersnot, die zu ihrer Zeit Italien verheerte, verkaufte sie ihre Güter, um die Armen zu unterstützen, und lebte selbst in Dürftigkeit. Mit den leiblichen Almosen verband sie die geistlichen Werke der Barmherzigkeit, indem sie den Armen bei Ausspendung ihrer Wohltaten jedes Mal gottselige Lehren und Ermahnungen erteilte. Gott gab ihr den Augenblick ihres Hinscheidens zu erkennen, und sie bereitete sich dazu mit allem Fleiß durch Empfang der heiligen Sakramente vor, freudig dem Ende ihrer Laufbahn entgegensehend. Der 31. Januar 1530 war der Tag ihres glückseligen Todes, der sie, in ihrem 60. Lebensjahr, in das bessere Vaterland hinüberführte. Der Orden des heiligen Franziskus verehrt auch, mit Erlaubnis von Papst Clemens X. ihr Andenken an diesem Tag.