Der heilige Lambert, Bischof und Märtyrer von Lüttich, + 17.9.708 – Fest: 17. September

 

Der heilige Lambert oder Landebert war der Sohn edler, reicher und frommer Eltern zu Maastricht und wurde um die Mitte des 7. Jahrhunderts geboren. Schon als Junge verlegte er sich mit großem Eifer auf das Studium der Heiligen Schrift. Zum jungen Mann herangereift, wurde er dem heiligen und gelehrten Abt Theodard von Malmedi und Stablo anvertraut, der später als Bischof in Maastricht auf einer Reise im Jahr 669 gemeuchelt wurde. Ihm folgte auf dem bischöflichen Stuhl der einstimmig vom Volk gewählte Lambert, der durch seine Liebe, Keuschheit, Demut, Weisheit, Mäßigung und seinen Seeleneifer die Herzen aller für sich einnahm. Allen weltlichen Freuden war er gänzlich abgestorben und kannte kein größeres Vergnügen, als Sünder auf den rechten Weg zurückzuführen, die Bedrängten zu trösten, die Armen zu unterstützen und die Frommen im Guten zu bestärken.

 

Wie alle Heiligen, so blieben auch dem heiligen Bischof Lambert Leiden und Verfolgungen nicht erspart. Die Merowinger-Fürsten gingen ihren Sünden und Torheiten nach und ihre Hausmeier tyrannisierten das Volk. Bei einem Volksaufstand wurde König Childerich II. ermordet (673), Lambert, der ihm treu ergeben war, von seinem Bischofssitz vertrieben, auf den sich ein unwürdiger Eindringling, namens Faramund, erheben ließ. Lambert zog sich in das Kloster Stablo zurück, wo er der letzte in der Zahl der Mönche, aber der erste in der Andacht und Heiligkeit war. Als er einst zu nächtlicher Zeit sich zum einsam stillen Gebet erhob und ohne seine Schuld ein Geräusch entstand, so dass die Ordensbrüder erwachten, befahl ihm der Abt, er soll draußen vor dem Kreuz beten. Von der sehr scharfen Kälte fast erstarrt, mit Schnee bedeckt, verharrte er mit ausgespannten Armen solange im Gebet, bis der Abt sich seiner wieder erinnerte und ihn kniefällig um Verzeihung bat.

 

Sieben Jahre hatte Lambert in tiefster Demut und Frömmigkeit im Kloster Stablo zugebracht, glücklich und zufrieden in dieser Abgeschiedenheit, die nichts störte, als der Schmerz über die Bedrückung und das Sinken der Kirche in Frankreich. Denn der schlimme Hausmeier Ebroin ließ unseren Heiligen, wie alles Heilige, seinen Hass und seine Rache fühlen, bis ihn 681 Hermenfried, ein von ihm seiner Güter beraubter Edelmann, ermordete. An seine Stelle trat Pipin von Heristal, der Ebroins Missgriffe und Schändlichkeiten möglichst gut zu machen versuchte und unter andern verjagten Bischöfen auch Lambert wieder auf seinen Bischofssitz nach Maastricht zurückrief.

 

Mit neuem Eifer waltete Lambert seines Amtes, durchzog Seeland, Nordbrabant und Geldern, setzte sich mit Willibrord, dem Apostel der Friesen, in Verbindung, nahm ihn auf seinen Bekehrungsreisen mit und führte ihn tiefer in den Geist der Kirche ein. Beide unterstützten sich gegenseitig und blieben treue Freunde bis zum Tod, und hatten die Freude, viele Heiden zum Glauben an Christus zu bekehren.

 

Pipin schätzte beide Glaubensboten und ihre glücklichen Erfolge sehr hoch, aber bei all seiner kirchlichen Gesinnung blieb er nicht frei von den rohen Überresten des Heidentums, denn er befleckte seinen Ruhm als Förderer des Christentums, indem er seine rechtmäßige Gemahlin verstieß und mit Alpais ein ehebrecherisches Verhältnis einging. Lambert ließ es nicht an ernsten Einsprachen und Ermahnungen fehlen. Als er einst von Pipin zur Tafel geladen war und auch Alpais sich einfand, stand er auf und wollte durchaus nicht neben ihr Platz nehmen. Voll Zorn klagte Alpais die erlittene Rüge ihrem Bruder Dodo. Der Überfiel daraufhin mit einer Schar Bewaffneter bei dem Dorf Leodium, wo jetzt die Stadt Lüttich steht, den heiligen Bischof, der eben aus der Mette zurückkehrte. Lambert verbot seiner Umgebung alle Gegenwehr, indem er sprach: „Wenn ihr mich wahrhaft liebt, so liebt Jesus und bekennt ihm eure Sünden. Für mich ist es Zeit, dass ich hingehe, um vereint mit ihm zu leben.“ Nach diesen Worten kniete er nieder, betete mit ausgespannten Armen für seine Feinde und wurde von einem Wurfspieß durchbohrt am 17. September 708. So starb der heilige Lambert, nachdem er vierzig Jahre den Hirtenstab mit Ehren geführt hatte, als Opfer seiner Pflichttreue und der Kirchenzucht.

 

Lamberts Leiche wurde nach Maastricht gebracht und vom heiligen Willibrord in der Kirche zum heiligen Petrus beigesetzt. Als aber an der Stätte des Mordes viele Wunder geschahen, erbaute sein Nachfolger, der heilige Hubert, daselbst eine Kirche und übertrug 721 die irdischen Überreste des heiligen Lambert nebst dem bischöflichen Sitz nach Lüttich, wo der Tag seines Martertodes alljährlich am 17. September feierlich begangen wird.