Der selige Ladislaus von Gilnovius, Priester von Warschau, + 4.5.1505 – Gedenktag: 22. Oktober

 

Der gottselige Ladislaus von Gielniow wurde in diesem Flecken Polens, im Bistum Gnesen, geboren. Er hatte das Glück, unter der Zahl der Franziskanergeistlichen zu leben, die der heilige Johannes von Kapistran sowohl durch seine Lehren als seine Beispiele zur Vollkommenheit emporleitete. Er hatte sich von seiner frühen Jugend an dem Herrn geweiht. Der Eifer für Gottes Ehre bewog ihn, nach Ablegung seiner Gelübde, mit 12 Gefährten eine Mission bei den tatarischen Kalmücken zu unternehmen, die dem Heidentum oder den Irrtümern Muhameds anhingen. Allein die Schwierigkeiten, die ihnen der Großfürst von Russland in den Weg legte, hinderten den Erfolg ihrer gottseligen Bemühungen. Als Ladislaus hierauf wieder nach Polen zurückgekehrt war, widmete er sich ausschließlich der Erfüllung seiner Ordenspflichten. Sein Gehorsam war erstaunlich, als Guardian des Klosters in Warschau, und als Provinzial seines Ordens bewährte er eine vollendete Klugheit. Seine Tugend und Beredsamkeit erwarben ihm einen großen Ruf als Prediger. Als er an einem Karfreitag vom Leiden des Heilands predigte, wurde er bei Aussprechung des Namens Jesus entzückt, und im Angesicht des ganzen Volkes über die Kanzel erhoben. Bald darauf befiel ihn eine Krankheit, an der er 1505 zu Warschau starb. Gott offenbarte nach Ladislaus Tod die Verdienste und Heiligkeit seines Dieners auf eine so glänzende Weise, dass ihn die Polen und Litauer zu einem ihrer ersten Patrone erwählten. Papst Benedikt XIV. hat gestattet, dass man ihn als selig verehre. Der Orden des heiligen Franziskus begeht das Fest am 22. Oktober.