Der heilige Klemens Maria Hofbauer, Priester von Wien, + 15.3.1820 - Fest: 15. März

 

Als ein etwas verspätetes Weihnachtsgeschenk wurde am Stephansfest des Jahres 1751 dem Ackersmann Hofbauer und seiner Gattin Maria zu Taßnitz in Mähren als neuntes von zwölf Kindern ein Junge in die Wiege gelegt, das am gleichen Tag in der heiligen Taufe den Namen Hans erhielt. Mit sechs Jahren verlor Hans den Vater durch den Tod, und die herzensgute Mutter hatte ihre liebe Not, um für die zwölf Kinder den Lebensunterhalt zu verdienen. Hans wäre gerne Priester geworden, aber die Not im Elternhaus verhinderte es, dass sich der schöne Jungentraum bald erfüllte.

 

Hans kam zu einem Bäcker in die Lehre. Immer noch wünschte er sich von ganzem Herzen, dass er einmal Priester werde, und innig betete er jeden Tag um diese Gnade. Wo aber ein Junge mit solch einem Sinn, wie es damals der Hans Hofbauer tat, beharrlich und treu um das Priestertum bittet, da hilft der liebe Gott gern nach und macht das scheinbar Unmögliche möglich. Aus dem Bäckerlehrling ist auch schließlich noch ein Priester geworden, ein heiliger Priester, dessen Wirken von Segen überfloss.

 

Weit war allerdings Hans Hofbauers Weg bis zu den Stufen des Altars. Aus dem Bäckerlehrling wurde zunächst ein Klosterdiener, aus dem Klosterdiener ein Einsiedler mit dem neuen Namen Klemens, aus dem Einsiedler wieder ein Bäckergeselle in Wien, der nebenbei des Nachts Latein lernte, bis er schließlich mit einem Freund zu Fuß nach Rom wanderte. Dort trat er in einen gerade gegründeten Redemptoristenorden ein, vollendete die Studien und erhielt mit vierunddreißig Jahren als Lohn seiner unentwegten Treue die heilige Priesterweihe. Endlich durfte er Jesus Christus unter dem Schleier der Gestalten von Brot und Wein in Händen tragen.

 

Vierunddreißig Jahre war also Pater Hofbauer alt, als er die Priesterweihe empfing, und vierunddreißig Jahre Priestertum waren ihm bis zu seinem Tod noch beschieden. Mehr als die Hälfte der Zeit wirkte der Heilige in Warschau, der Hauptstadt von Polen. Es war ein harter Beginn in Armut und bitterer Not. Obwohl der Heilige selbst Not litt, gründete er ein Waisenhaus und bettelte für sich und für die Waisenkinder. Als ihn einmal auf einem Bittgang einer, den er um eine milde Gabe bat, ins Gesicht spuckte, wischte sich Pater Hofbauer ruhig das Gesicht ab und sagte: „Das war für mich, und nun geben Sie mir bitte auch eine Kleinigkeit für meine Waisenkinder!“

 

Da war der Spötter besiegt, gab alles Geld her, das er bei sich trug, und kam obendrein am andern Tag, um eine Lebensbeichte abzulegen. So handeln die Heiligen, und deswegen ist auch ihr Wirken reich gesegnet.

 

Vor allem war es Pater Hofbauer ein Anliegen, den Gottesdienst würdig zu feiern, und wenn er predigte, gingen seine Worte den Zuhörern tief zu Herzen. Bald predigte er alle Tage. Immer größer wurde der Zulauf der Gläubigen. Im Beichtstuhl, den er wegen des Andranges kaum noch verlassen konnte, erntete der seeleneifrige Priester hundertfältige Frucht. Das verlotterte Warschau erhielt durch Pater Hofbauer wieder ein christliches Gesicht.

 

Auf die gleiche Art und mit dem gleichen Erfolg wirkte der Heilige später als Caritasapostel, Prediger und Beichtvater in Wien, der Hauptstadt von Österreich. Er hatte eine eigene Art, die Seelen an sich zu ziehen und für Christus zu gewinnen. Rastlos wirkte er, denn er meinte, solange man lebe, müsse man auch arbeiten und Gutes tun.

 

Als Pater Hofbauer acht Tage vor dem Tod zum letzten Mal im Beichtstuhl saß, sah ein Mann, der in der Nähe war, wie sich auf einmal die Kirchentür öffnete. Weißgekleidete Gestalten mit Blumenketten in den Händen traten im langen Zug herein und zogen winkend am Beichtstuhl des Heiligen vorüber, der sich mit einem seligen Lächeln auf dem Gesicht hinausbeugte und sagte: „Ja, ich komme, ich komme.“

 

Weil der heilige Klemens Maria Hofbauer lebenslang trotz aller Hindernisse mit unverbrüchlicher Treue den Weg ging, den der liebe Gott ihm vorgezeichnet hatte, deshalb ist aus dem armen Bäckerlehrling ein berühmter Heiliger geworden.

 

Großstadtapostel, Helfer und Begleiter,

Lehrer und Mahner, Menschenfreund und Streiter,

nimm, Pater Klemens, unser Lob entgegen,

mach es zum Segen.

 

Als sich der Mensch zum Herrn der Welt erklärte

und die Vernunft ins Gegenteil verkehrte,

standest du auf, den Schöpfer zu verkünden,

in dem wir gründen.

 

Als sich die Herrscher an der Kirche stießen

und nur den eignen Maßstab gelten ließen,

lehrtest du aufrecht, ohne Scheu vor ihnen,

beten und dienen.

 

Du hast der Kirche neue Kraft gegeben.

Du halfst den Menschen, Gottes Reich zu leben.

Tausende dankten dir mit Wort und Taten.

Sie wurden Saaten.

 

Großstadtapostel, Helfer und Begleiter,

Lehrer und Mahner, Menschenfreund und Streiter,

lenk, Pater Klemens, heute unsre Schritte,

führ uns zur Mitte.