Der heilige Kanut (Knut), König und Martyrer von Dänemark, + 7.1.1086 - Fest: 19. Januar

 

Kanutus, ein Sohn Swenos, des zweiten Königs von Dänemark, vereinigte alle schönen Eigenschaften der Seele mit denjenigen des Leibes. Man übergab ihn früh der Leitung gelehrter Männer, unter denen er die schnellsten Fortschritte in jeder Wissenschaft machte, und wobei er eine Frömmigkeit zeigte, die seinen übrigen Tugenden einen hohen Glanz verlieh. Als er das Alter erreicht hatte, dass er unter das Kriegsheer treten konnte, zeigte er jene Geistesgröße, die dem wahren Helden eigen ist, und bewies seinen Mut dadurch, dass er noch bei Lebzeiten seines Vaters mehrere benachbarte Völker, die durch immerwährende Einfälle Dänemark verheerten, bekämpfte und zur Ruhe brachte, und dass er die Meere von unzähligen Seeräubern, die allen Handel unsicher machten, reinigte. Nach seines Vaters Tod wurde er auf eine kränkende Weise durch die Wahl seines älteren Bruders Harald übergangen, dagegen wegen seines großmütigen Verhaltens zwei Jahre nachher, als Harald starb, vom ganzen Land im Jahr 1080 einstimmig zu dessen Nachfolger erwählt. Unser Heiliger schien von der Vorsehung ausersehen, die Bekehrung der Dänen, denen bereits im Jahr 826 das Evangelium verkündet worden war, zu vollenden. Der Anfang seiner Regierung wurde durch glänzende Siege verherrlicht. Sein Waffenruhm erfüllte ihn aber nicht mit Übermut. Mitten in seinen Triumphen sah man ihn stets die Krone zu den Füßen Jesu, des Gekreuzigten, niederlegen und dem König der Könige das Opfer seiner selbst und seines Reiches darbringen. Er handhabte überall strenge Gerechtigkeit auch gegenüber den Großen, und stellte im ganzen Reich die schönste Ordnung her, überall selber mit dem schönsten Beispiel tiefster Gottesfurcht und eines makellosen Lebens erleuchtend. Seine Ehe mit Eltha, einer Tochter des Königs Robert von Flandern, war mit einem Sohn, Karl dem Heiligen oder dem Guten, gesegnet. Je weiter der junge König in der Gottseligkeit kam, mit desto größerer Betrübnis sah er auf die Fehler seiner Jugendjahre zurück, und unterwarf sich, um sie vor Gott auszusöhnen, einer strengen Buße, wie er denn oft bei Wasser und Brot fastete, während den Armen und Kranken der Stadt die Speisen der königlichen Tafel insgeheim zugutekamen. Wie für die Armen, sorgte der Heilige auch für die Diener der Religion, denen er, um sie in den Augen des Volkes ehrwürdiger zu machen, durch Zuwendung der Zehnten ein anständiges Auskommen gesichert wissen wollte, wobei er jedoch bei den Übelgesinnten seines Volkes auf hartnäckigen Widerstand stieß. Besonders lag ihm aber die Erweiterung des Reiches Christi durch Bekehrung der Heiden am Herzen. Solche Heiden waren auch die in England eingedrungenen Normänner. Sein Bemühen, diese auf dringendes Verlangen der Engländer von ihrer Insel zu vertreiben, scheiterte an dem Verrat seines niedrig gesinnten Bruders Olaus. Als den Fahnenflüchtigen zur Strafe entweder die Entrichtung der Zehnten oder einer Steuer aufgelegt werden sollte, entstand eine Empörung, in welcher der sorglos in Odensee sich aufhaltende König plötzlich von Verrätern, die sich zum Schein unterworfen hatten, überfallen wurde. Nun bereitete er sich durch Empfang der heiligen Sakramente der Buße und des Altares auf den Tod vor und empfing in der Kirche, betend vor dem Altar liegend, den Todesstreich am 10. Juli 1086, nachdem er ungefähr 6 Jahre regiert hatte. Wie kostbar sein Tod vor dem Angesicht des Herrn war, beweisen die vielen Wunder, die unmittelbar darauf bei seinem Grab erfolgten, und die auch in den späteren Zeiten andauerten. Über Dänemark kamen nach seinem Tod schwere Strafen, besonders eine schreckliche Hungersnot, die das Land 8 Jahre hindurch quälte.