Der heilige Justus, Bischof und Bekenner von Lyon, Frankreich, + 2.9. um 390 – Fest: 2. September (14. Oktober Übertragung der Gebeine des Heiligen von Ägypten nach Lyon)

 

Der heilige Justus wurde um das Jahr 350 auf den bischöflichen Sitz von Lyon erhoben. Seine Amtsführung bewies, dass er nur Gott fürchtete und auf ihn allein seine Hoffnungen baute. Erhaben über alle menschlichen Rücksichten sah er nur auf die Bedürfnisse der ihm anvertrauten Herde. Mit edler Freimütigkeit redete er gegen alle Missbräuche. So sehr er aber für die Aufrechterhaltung der Kirchenzucht und guten Ordnung eiferte, ebenso sehr war er auch besorgt für die Bewahrung des Friedens und der Eintracht. Im Jahr 381 wohnte er dem Konzil von Aquileja bei. Der heilige Ambrosius von Mailand behandelte ihn mit großer Auszeichnung. Es geschah um diese Zeit, dass ein rasender Mensch in einem Anfall von Wut mehrere Personen in den Straßen Lyons tötete und hierauf Zuflucht in einer Kirche suchte. Justus, besorgt über den deshalb entbrennenden Aufruhr, lieferte ihn der Obrigkeit aus, unter der Bedingung jedoch, dass man seiner Geisteskrankheit Rechnung trage und gegen ihn nicht nach der Strenge der Gesetze verfahre. Das Volk in seiner Wut aber entriss den Unglücklichen seinen Wächtern und nahm ihm auf grausame Weise das Leben. Von Schmerz über diese Gräueltat durchdrungen sah sich der Heilige als Mitschuldigen an und glaubte nicht mehr würdig zu sein, dem bischöflichen Amt vorzustehen. Er entfloh während der Nacht aus der Stadt, schlug den Weg nach Marseille ein und bestieg dort mit einem Lektor seiner Kirche, namens Viator (21. Oktober) ein nach Alexandria segelndes Schiff. In Ägypten angelangt ging er in ein Kloster, ohne sich zu erkennen zu geben. Einige Jahre nachher wurde er durch einen Pilger aus seiner Diözese entdeckt, der andachtshalber die Mönche des Morgenlandes besuchte. Kaum hatte die Kirche von Lyon den Aufenthaltsort ihres Bischofs erfahren, so sendete sie den Priester Antiochus (15. Oktober) an ihn ab, um ihn zur Rückkehr zu bewegen. Er ging aber nicht darauf ein, sondern starb kurze Zeit danach um das Jahr 390. Sein Leichnam wurde in der Folge nach Lyon gebracht.