Der heilige Julian, Martyrer von Alexandria, + 249-251 – Fest: 27. Februar

 

Kaiser Decius war am Anfang seiner Regierung ein gütiger Herr und gewann die Liebe und das Zutrauen aller seiner Untertanen. Aber plötzlich änderte er seine menschenfreundlichen Gesinnungen und wurde ein Tyrann und ein blutdürstiges Ungeheuer. Mit rasender Wut verfolgte er besonders die Bekenner Jesu und es schien dies der schreckliche Zeitpunkt zu sein, von dem der göttliche Erlöser vorhersagte, dass eine solche Verfolgung und ein solcher Jammer sein werde, dass selbst die Gerechten, wenn es möglich wäre, in den Irrtum fallen würden. Die Befehle dieses Kaisers zur Unterdrückung der Religion Jesu und die Martern und die qualvollen Peinigungen, die man gegen die Christen anwendete, waren schauderhaft und übertrafen die Grausamkeit der wildesten Völker. Alles bebte vor Schrecken und Furcht und die Christen, die Reichtümer und Würden besaßen und deren Herzen ganz an den zeitlichen Gütern hingen, jene, bei denen das Wort Gottes auf felsenharte Gemüter gefallen war und keine Wurzeln fassen konnte, jene Scheinchristen endlich, die es mit Gott und der Welt nicht verderben wollten: Alle die verleugneten sogleich ihren Glauben und opferten den Göttern. Andere verließen zwar für Jesus all ihren Besitz und flüchteten sich aus Furcht vor dem Martertod in Einöden und Wüsteneien, aber sie wurden ergriffen, in Kerkern gequält und wenn sie im öffentlichen Gericht das Bekenntnis ihres Glaubens ablegen sollten, verstummten sie und huldigten den Götzen.

 

Klein war damals das Häuflein derjenigen, die Martern und selbst den Tod verachteten und vom Geist Gottes beseelt, wie Felsen dastanden und der Wut der heidnischen Barbaren trotzten. Unter ihnen zeichnete sich besonders der Bekenner Julian aus, ein ehrwürdiger Greis, dem eine Krankheit alle Glieder gelähmt hatte und der sich von seinen zwei Helfern vor den Richter tragen lassen musste. Freimütig bekannte er, dass er ein Christ, ein Anbeter des wahren Gottes sei und dass er lieber sterben wolle, als falschen Götzen Weihrauch streuen. Vereint mit ihm legte auch der eine seiner Helfer, Eunus mit Namen, das standhafte Bekenntnis seines Glaubens ab. Der andere aber unterlag bei dem Anblick der Marterwerkzeuge dem Schrecken und er opferte mit zitternden Händen. Der Richter verurteilte die beiden Bekenner zum Feuertod und ließ sie zuvor durch alle Straßen von Alexandria, auf Kamele gebunden, führen, wo sie von dem rasenden Pöbel die größten Misshandlungen erdulden mussten. Als sie vor dem Scheiterhaufen angekommen waren, der hoch aufloderte, und den eine unzählige Menge Volkes umgab, fielen einige wütende Menschen über die Schlachtopfer her, um sie noch vorher grausam zu peinigen. Aber Besa, ein heidnischer Soldat, der Mitleid mit den Unglücklichen hatte, schützte sie gegen die grausamen Angreifer und wurde zugleich mit den Martyrern Julian und Eunus in die Flammen gestürzt, in denen sie unter Anrufung des Namens Jesus freudig den Geist aufgaben am 27. Februar des Jahres 251.