Der heilige Johannes, kaiserlicher Haushofmeister und Martyrer von Rom, + 26.6.362 - Fest: 26. Juni

 

In drei Tagen feiern wir in der ganzen katholischen Welt, zumeist aber in Rom, an der Wiege des abendländischen Christentums, das Fest der Apostelfürsten Petrus und Paulus. So eng sind die beiden großen Heiligen miteinander verknüpft, dass in der Kirche kein Fest des einen ohne das Gedenken an den anderen stattfindet.

 

Auch die heutige Feier wird in der ganzen Christenheit, aber zumeist wieder in Rom, begangen, denn die beiden heiligen Männer, deren Gedächtnis wir begehen, Römer von Geburt, stehen wie zwei strahlende Leuchter vor dem Fest der Apostelfürsten.

 

Johannes und Paulus, leibliche Brüder, der eine Hofmarschall und der andere Hofkämmerer bei der Kaisertochter Konstantia, stammten aus vornehmem Geschlecht. Weit mehr noch als den Adel des Blutes schätzten sie den Hochadel, den jeder Christ von Christus durch die Taufe erhält. Christen edelster Art waren beide, fromm, der Kirche ergeben, von heiligmäßigem Wandel, und eine unbegrenzte Wohltätigkeit gegen die Armen zierte sie. Ganze Christen waren sie, deren gottgefälliges Leben hell über das Rom der damaligen Zeit aufleuchtete. Solche Männer, wie Johannes und Paulus sie waren, kann auch die Verfolgung um des Glaubens willen in der Treue zu Christus nicht wankend machen.

 

Kaiser Konstantin der Große hatte im Jahr 313 der jungen Kirche nach dreihundertjähriger Drangsal volle Bewegungsfreiheit gegeben, und wie überall, wo sich die Kirche frei bewegen kann, so blühte auch damals in Rom das Christentum mächtig auf, so dass die Verchristlichung des gesamten Römerreiches nur mehr eine Frage der Zeit war.

 

Doch es kam anders. Kaiser Julian, der in der Geschichte den entehrenden Beinamen „der Abtrünnige“ trägt, bestieg den Thron. In der Jugend hatte er sich nicht aus Überzeugung, sondern aus Nützlichkeitsgründen taufen lassen und in scheinheiliger Weise streng wie ein Mönch gelebt. Kaum war er jedoch Kaiser geworden, als er den Glauben wie einen Rock, der ihm nicht passte, ablegte und in grausamer Weise die Christen verfolgte. Ein Massenabfall setzte damals ein, denn jene haltlosen Christen, die sich vordem aus Nützlichkeitsgründen hatten taufen lassen, verleugneten bei dem neuen Wind von oben glattweg, wieder aus Nützlichkeitsgründen, den Glauben und wandten sich erneut dem Heidentum zu. Unehrenhaft ist solch ein Beginnen, denn nie wird ein Christ, der Rückgrat besitzt, den Glauben wie einen Rock wechseln.

 

Johannes und Paulus hatten das christliche Rückgrat, denn als sie eine Einladung vom Hof erhielten, in die gleichen Ehrenämter beim Kaiser zurückzukehren, die sie früher bei Julians verstorbener Base innehatten, gaben sie Bescheid, dass sie mit einem Abtrünnigen keine Gemeinschaft haben wollten.

 

Bravo! Das war eine klare, kühne, katholische Antwort.

 

Johannes und Paulus hatten also dem Verräter am Glauben auf dem römischen Kaiserthron eine männliche Abfuhr erteilt. Welches Ende die Kühnheit nehmen würde, war leicht abzusehen. Julian räumte den beiden eine zehntägige Bedenkzeit ein, die sie in echt christlicher Art dazu benutzten, die gesamte Habe an die Armen zu verteilen, und als sie nach Ablauf der Bedenkzeit sich weigerten, Christus zu verleugnen, wurden sie, die Brüder waren dem Blut und dem Glauben nach, auch Brüder im Martyrium und in der Verherrlichung. Zur ewigen Schande des kaiserlichen Verräters und zu ihrem eigenen ewigen Ruhm erlitten sie den Tod durch Enthauptung.

 

Männer waren Johannes und Paulus, katholische Männer, leuchtende Vorbilder für alle Katholiken in den Zeiten der Verfolgung.