Der heilige Jakobus Intercisus (der Zerschnittene), Beamter und Märtyrer von Persien, + 27.11.421 - Fest: 27. November

 

Der heilige Jakobus Intercisus, Märtyrer in Persien, war in der Stadt Bethlapeta aus vornehmen Geschlecht geboren und stand wegen seiner Geistesgaben und Geschäftstüchtigkeit beim König Isdegerdes in hoher Gunst. Der König war anfänglich dem Christentum, zu dem auch sein Diener sich bekannte, nicht abgeneigt, aber der unbesonnene Eifer eines Fanatikers, der einen heidnischen Tempel in Brand gesteckt hatte, machte ihn anderen Sinnes. Er kündigte der Religion Jesu den Krieg an, und Jakob war schwach genug, seinem Bekenntnis untreu zu werden, um seine Stellung am Hof nicht zu verlieren. Daraufhin erklärten ihm Mutter und Gattin, dass sie an ihm fortan keinen Teil mehr haben wollten, was einen erschütternden Eindruck auf ihn machte. Er dachte nun ernstlich über die Schwere seines Frevels nach und mied den Hof und alles, was ihn aufs Neue hätte in Versuchung bringen können. Der neue König Barannes, von seiner Sinnesänderung unterrichtet, bestellte ihn in den Palast, um ihn zur Rede zu stellen, und Jakob bekannte mutvoll, dass er wieder Christ sei und seinen Herrn nimmer verlassen werde. Der König, außer sich vor Zorn, versammelte die Großbeamten und Richter des Reiches und trug ihnen auf, eine Todesart zu ersinnen, um diesen Feind der Landesgötter nach Verhältnis seiner bisherigen hohen Würden zu bestrafen, sofern er dem Christentum nicht abschwöre. Man kam überein, ihm langsam Glied für Glied vom Leib abtrennen zu lassen, und dieses grausame Urteil wurde auch buchstäblich vollzogen, ohne dass die Standhaftigkeit des Bekenners während der mehrere Stunden andauernden Pein im Geringsten zum Wanken gebracht worden wäre. Vielmehr ließ er bei jedem neuen Schnitt neue Ausrufungen zum Lob Gottes vernehmen. Als alle Finger von den Händen, alle Zehen von den Füßen abgelöst waren, rief er den Henker heiter, fast scherzend zu: „Nun die Zweige gefallen sind, hauet auch den Stamm um!“ Hierauf wurden ihm mit Beilen auch die Hände, Arme und Füße abgehauen. Aber der so aller Glieder beraubte Rumpf lebte noch immer und fuhr fort, den Herrn zu preisen, bis ein Schwerthieb über den Nacken seinem Leiden ein Ende machte. Jakob errang die Krone der Blutzeugen am 27. November des Jahres 421. Die Christen sammelten seine zerstreuten Überreste und legten sie samt dem Rumpf in eine Urne. Der Verfasser seiner Akten, ein Augenzeuge des ganzen Herganges, schließt die Erzählung desselben mit den Worten: „Wir flehten alle die Fürsprache des glückseligen Jakob an.“