Der heilige Isidor, Soldat und Martyrer von Alexandria, + 249-251 – Fest: 5. Februar

 

Der heilige Isidor, in Alexandria geboren, war Soldat im Kriegsheer des Kaisers Decius zu jenem schrecklichen Zeitpunkt, als dieser heidnische Tyrann die Kirche Jesu mit Feuer und Schwert verfolgte. Isidor linderte, so viel er konnte, das traurige Schicksal der Gläubigen, besuchte sie in den Gefängnissen, sprach ihnen Mut zu während ihrer Leiden und beerdigte ihre Leichname. Dadurch wurde er des Christentums verdächtig und sein Hauptmann Julius, ein eifriger Götzendiener, verklagte ihn bei dem Obersten Numerius, der wegen seiner Grausamkeit der Liebling des Kaisers war. Als die Kriegsflotte, auf der sich Isidor befand, auf der Insel Chios im ägäischen Meer gelandet hatte, berief Numerius den christlichen Soldaten vor sein Gericht und fragte ihn nach seinem Glauben. Er bekannte freimütig, dass er den wahren Gott anbete und Götzen, von Menschenhänden gemacht, verachte. Darüber geriet der heidnische Oberst in Wut und sprach: „Du bist deines Lebens überdrüssig; denn dein Bekenntnis verdient die heftigsten Strafen und den Tod auf der Folter.“ Der christliche Bekenner erwiderte ihm: „O wie freue ich mich, dass ich es würdig bin, für die Ehre meines Gottes und Jesus Martern und den Tod zu leiden! Doch frohlocke nicht, Tyrann! Denn nur meinen Körper kannst du peinigen, meine unsterbliche Seele aber nicht. Zaudere also nicht und wende alle Qualen an, diesen hinfälligen Leib zu vernichten.“ Auf diese Worte befahl Numerius seinen Henkern, ihm die Zunge herauszureißen, seinen Körper auf der Folter auszudehnen und ihn unmenschlich zu zerfleischen. Die anwesenden Heiden überfiel ein Schauder bei dem Anblick dieser grässlichen Marter und sie hatten Mitleid mit dem Unglücklichen und baten ihn, den Göttern zu opfern und sich so einem gewalttätigen Tod zu entziehen. Aber Isidor erhob seine Augen und Hände zum Himmel empor und flehte um Standhaftigkeit, um sein Opfer zur Verherrlichung Jesu, seines Erlösers, vollenden zu können; und da sein Mut durch die heftigen Qualen nicht erschüttert werden konnte, sprach ihm der Richter das Todesurteil. Er wurde also auf den Richtplatz geführt, wo er sich vorher auf die Knie warf, Gott seine Seele empfahl und dann freudig dem Henker seinen Hals darbot, der ihn enthauptete am 5. Februar im Jahr 253. Sein Körper sollte auf den Befehl des Numerius den wilden Tieren preisgegeben werden. Aber Amonius, ein Christ und der innigste Freund des heiligen Martyrers, entriss ihn der Schande und beerdigte ihn in der Nähe der Richtstätte.

 

Nachdem die Verfolgung ein Ende hatte, erhoben die christlichen Bürger von Chios auf den Rat der frommen Frau Mirope den Leichnam des heiligen Isidors und erbauten ihm eine Kirche, in der er solange aufbewahrt wurde, bis Marcianus das prächtige Gotteshaus zu Ehren der heiligen Irene und Anastasia vollendet hatte, wohin er auch die Reliquien Isidors als einen kostbaren Schatz brachte.