Der heilige Irmund, Viehhirt und Bekenner bei Jülich, Rheinland, + 28.1.450 ? - Fest: 28. Januar

 

Zur Zeit, als der heilige Severin den bischöflichen Stuhl zu Köln inne hatte, lebte zu Mund im Jülicher Land ein frommer Hirt, der auf den fruchtreichen Triften zwischen den Flüssen Roer und Erft seine Herde weidete. Über das Leben und Wirken des heiligen Irmund sind uns wenige Tatsachen überliefert, weil die vom katholischen Glauben abgefallenen Holländer bei ihrem räuberischen Einfall in die Rheinlande im Jahr 1602 allen Schmuck der Kirche zu Mund raubten, die Schriften und Denkmale, selbst die Standbilder der Heiligen den Flammen übergaben. Nach der Verwüstung des Heiligtums wurde folgendes von der Geistlichkeit und dem Magistrat zu Mund aufgezeichnet und eidlich erklärt:

 

Nach der uralten Überlieferung weidete der heilige Irmund seine Herde auf der Flur und im Gehölz zwischen Mund, Beckerath, Keskorb und Kirchberde und führte, abgeschieden von dem Geräusch der Welt, ein unschuldiges Leben. Als in einem äußerst trockenen Sommer Mensch und Vieh in Gefahr gerieten z Grunde zu gehen und den heftigsten Durst ausstanden, stieß der heilige Irmund mit seinem Hirtenstab in die Erde, und sogleich sprang eine sehr reiche Quelle hervor, die man heute noch den Sankt Irmundsbrunnen nennt.

 

Nicht weit von diesem Born sieht man die Spuren des alten Tempels und Kirchhofes zu Mund. Von dort wurden die Reliquien des heiligen Hirten mit großer Verehrung zur neuen Kirche in dem Städtchen übertragen.

 

Durch die Gnade Gottes erweist jene St. Irmundsquelle noch heute ihre Wunderkraft, indem nach würdiger Verehrung und Anrufung des Heiligen das aus jenem Brunnen geschöpfte Wasser oftmals den kranken Menschen und Tieren die Gesundheit zurückgibt. Wegen der vielen Wunder, die dort geschahen, wird alljährlich das Bildnis des Heiligen in feierlicher Prozession unter großem Zulauf des Volkes mit heiligem Gepränge durch die Gemeinde getragen.

 

Als die Holländer im Jahr 1602 das Herzogtum Luxemburg verwüsteten und sengend und raubend das Jülicher Land durchzogen, verübten sie unter anderem sakrilegischen Gräueln auch in der Kirche zu Mund die empörendsten Schandtaten. Die ketzerischen Soldaten hüllten sich in priesterliche Gewänder, rissen die Heiligenbilder vom Altar, läuteten die Totenglocke, zündeten mitten in der Kirche ein großes Feuer an und warfen unter spöttischen Zeremonien die Bilder und heiligen Gewänder ins Feuer. Die Statue und der Sarg des heiligen Irmund wurden von den Flammen verzehrt, aber durch Gottes Kraft blieben alle Gebeine, sogar die feine Leinwand, mit denen sie umhüllt waren, mitten in den Flammen unverletzt und unberührt. Voll Staunen sahen viele Bürger dieses auffällige Wunder und erhoben Gott preisend die unversehrten heiligen Reliquien aus der verglühenden Asche.

 

Ein Mädchen hatte unbefugt eine Partikel von den Reliquien heimlich weggenommen und ihrem Halsschmuck eingefügt, aber bei Tag und Nacht fand es keine Ruhe, bis es die gestohlene Reliquie zu den übrigen in die Kirche zurückgebracht hatte.

 

Ein Bild des heiligen Irmund zeigen noch die sehr alten Glasfenster der Pfarrkirche: das Haupt umstrahlt der Glorienschein, die Hand hält den Hirtenstab, am Eremitengewand glänzt ein großer Rosenkranz, an der Leine hält er einen Hund, viele Füllen, Kühe, Ferkeln und Esel umstehen ihn.

 

Noch in unseren Tagen gehen die frommen Landleute und Hirten gern zu dem St. Irmundsbrunnen und schöpfen des klare Wasser, das sich jahrelang ungetrübt erhält, in Gefäße, um es in gesunden und kranken Tagen für Menschen und Vieh verwenden.