Der heilige Gunthramnus, König und Bekenner in Frankreich, + 28.3.593 – Fest: 28. März

 

Gunthramnus war ein Sohn des Königs Clotar und folgte seinem Vater auf den Thron des burgundischen Reiches. Seine Untertanen verehrten ihn als einen gerechten und frommen Regenten. Obwohl er ein glücklicher Feldherr in allen seinen Kriegen war und jedes Mal über seine Feinde siegte, reichte er doch immer zuerst die Hand zum Frieden, weshalb ihn auch alle benachbarten Völker wie ihren Vater liebten und ihn als Schiedsrichter in den wichtigsten Angelegenheiten anriefen. Mit tiefer Ehrfurcht behandelte er die Bischöfe und Priester als die vorzüglichsten Stützen seines Reiches und hatte so große Achtung vor den Gotteshäusern, dass er seinen Todfeinden und Empörern, u.a. dem Grafen von Bordeaux, die sich in die Kirche des heiligen Martin flüchteten, nicht nur das Leben schenkte, sondern sie auch wieder gnädig aufnahm. Mit kindlicher Liebe hing er an dem heiligen Gregor, dem Bischof von Tours, den er persönlich besuchte und in allen Angelegenheiten seinen Rat befolgte. Er war ein Vater der Armen und nahm alle unschuldig Verfolgten in seinen Schutz, wie er auch eine Jungfrau öffentlich verteidigte, die den Herzog Amalus tötete, weil er sie mit Gewalt zur Unzucht zwingen wollte. In seinem Palast führte der mächtige König ein einsames und armes Leben. Denn bei Tisch führte er entweder gottselige Gespräche, oder es wurden heilige Psalmen gesungen. Er fastete streng und ausdauernd und wenn er den ganzen Tag hindurch mit Reichsgeschäften zugebracht hatte, widmete er die Nacht dem Gebet und den Betrachtungen. Neben den Bedrängten und Unglücklichen beschenkte er reichlich die Gotteshäuser und erbaute die Kirche des heiligen Marcellus nebst einem Kloster zu Challon, wie er auch das Kloster des heiligen Benignus in Dijon neuerdings mit ansehnlichen Stiftungen versah und den Mönchen daselbst eine Ordensregel vorschrieb. Er trug die größte Sorgfalt für die Erhaltung der alten strengen Kirchenzucht, weshalb er die Bischöfe des fränkischen Reiches zu Lion und zweimal zu Mascon versammelte und mit ihnen die Verordnungen machte, dass jeder Erzbischof in seinem Bistum alle Jahre eine Synode halten und besonders auf die Heiligung des Sonntags dringen und über die Sittlichkeit seiner Geistlichen und Mönche wachen sollte. Der heilige König starb im 33. Jahr seiner Regierung am 28. März 593.