Der heilige Gumbert, Bischof und Stifter von Kloster Ansbach, + 11.3. um 795 – Fest: 15. Juli

 

Die Mächte der Finsternis haben von jeher alle List und Gewalt aufgeboten, um dem Reich des Lichtes und der Wahrheit entgegenzutreten, und nur zu oft hat der böse Feind zur Nachtzeit das Unkraut ausgestreut mitten unter den Weizen. Dies sehen wir besonders in jener Zeit, wo das Heidentum in Deutschland in seinen letzten Zuckungen lag und die Fahne des Kreuzes über den Unglauben und Aberglauben der Götzendiener triumphierte. Was die Bosheit der Welt gesündigt hat, sühnte der religiöse Eifer der treuen Nachfolger Jesu.

 

Ein solcher edler Charakter war der heilige Gumbert, ein Sohn des Herzogs Gosbert und der Geilana, auf deren Anstiften der heilige Kilian getötet worden war. Er schauderte vor dem schändlichen Verbrechen seiner Mutter und nichts lag ihm mehr am Herzen, als es zu sühnen. Deshalb machte er viele fromme Stiftungen und führte seine Herrschaft nur so lange fort, bis ihm sein Sohn Rudolf auf den Herzogsthron folgen konnte. Darauf trat er in das Andreaskloster zu Würzburg und nahm als schlichter Mönch unter der Leitung seines Freundes und Lehrers, des heiligen Bischofs Burkhard, täglich mehr an Bußeifer und Gottseligkeit zu.

 

Um die Mitte des 8. Jahrhunderts stiftete Gumbert auf seinem Gut im Radeezgau, da wo der Holzbach oder Oltsbach in die Rezat mündet, zu Ehren der heiligen Jungfrau Maria ein Benediktinerkloster, um dort inmitten frommer Mönche sein Leben zu beschließen. Allmählich ließen sich bei diesem Kloster am Oltsbach mehrere Ansiedler nieder, und so entstand die Stadt Ansbach. In diesem Kloster wetteiferte der fromme Stifter mit den übrigen Mönchen im unermüdlichen Streben nach einem vollkommenen Leben. Um sich ganz ungestört und abgeschieden von der Welt seinen Betrachtungen widmen zu können, zog sich der Heilige oft in die Waldeinsamkeit zurück, und noch heute wird eine Quelle zu seinem Gedächtnis der „Gumbertsbrunn“ genannt.

 

Einem heiligen Leben folgte ein heiliger Tod. Am 11. März um das Jahr 795 empfing der heilige Gumbert die Palme des ewigen Friedens. Sein Leib wurde in der Klosterkirche bestattet. Am 3. Mai 1165 wurden seine heiligen Gebeine erhoben und in einem steinernen Sarg vor dem Hochaltar beigesetzt, bis ihnen zu Ehren eine besondere Kapelle in der neuen Gumbertikirche erbaut wurde.

 

Bis ins 17. Jahrhundert wurde alljährlich das in Gold und Silber gefasste Haupt des heiligen Gumbert in feierlicher Prozession vom Kloster zur Pfarrkirche getragen. Als Ansbach der Religion seines protestantischen Oberherrn folgen musste, kam ein Teil der Reliquien nach Köln, ein Teil der Hirnschale in das Jesuitenkollegium zu Brüssel.