Der heilige Fructuosus, Bischof und Martyrer von Tarragona, Spanien, + 260-268 – Fest: 21. Januar

 

Der heilige Fructuosus, Bischof zu Tarragonien in Spanien, war ein eifriger und apostolischer Mann und verdiente es, ein auserwähltes Gefäß und ein Lehrer der Völker genannt zu werden. Wegen seines Eifers in der Verbreitung der christlichen Religion wurde er gewürdigt, unter der Regierung der heidnischen Kaiser Valerian und Gallienus als Blutzeuge Jesu sein Leben zu opfern. Es war an einem Sonntag im Jahr 262, als der heilige Oberhirt nebst seinen Diakonen, Augurius und Eulogius, nach Vollendung des allerheiligsten Opfers von den Heiden ergriffen und in das Gefängnis geworfen wurden, in dem sie sich sechs Tage lang unter anhaltendem Gebet auf ihren Todeskampf vorbereiteten. Am siebten Tag schließlich wurden sie vor den Richterstuhl des Statthalters Aemilianus geführt, der ihnen zuerst die Verordnungen der Kaiser zur Unterdrückung der christlichen Religion vorlesen ließ und sie dann ermahnte, den Göttern zu opfern. Die Bekenner erklärten sich einstimmig, dass sie als Verehrer des wahren und einzigen Gottes falschen Götzen nicht huldigen könnten und lieber alle Peinen erdulden wollten, als ein solches Verbrechen begehen. Der Richter verurteilte sie also zum Tod durch das Feuer, das er zum Schrecken der Christen auf öffentlichem Platz zu errichten befahl.

 

Als die Martyrer auf dem Richtplatz angekommen waren, den eine unzählige Volksmenge umgab, und der heilige Oberhirt die bitteren Tränen der Gläubigen sah, die sie über seinen Verlust weinten, sprach er laut und freudig zu ihnen: „Lasst den Mut nicht sinken, meine Kinder, und setzt euer Vertrauen auf Gott! Er wird euch nicht als Waisen ohne einen Hirten lassen und die Leiden, zu denen wir verurteilt sind, dauern nur einen Augenblick und führen zur ewigen Seligkeit.“ Nach diesen Worten ermahnte er seine Leidensgefährten zur Standhaftigkeit in der Todesstunde und dann traten sie in den brennenden Scheiterhaufen, fielen auf ihre Knie und sangen heilige Psalmen zur Verherrlichung des Namens Jesus. Nachdem das Holz verbrannt war, erblickte man die drei Heiligen, wie sie unversehrt von den Flammen im Herrn entschlafen waren, und die Gläubigen und selbst die Tochter des Statthalters Ämilianus sahen es, wie der Engel Gottes ihre Seelen zum Himmel emportrug. Fromme Christen trugen in der folgenden Nacht die Leichname der heiligen Martyrer von dem Richtplatz und beerdigten sie an einem geweihten Ort.