Die heilige Fara, Äbtissin zu Evreux, Frankreich, + 3.4.655 - Fest: 7. Dezember

 

Die heilige Fara, Äbtissin des Klosters Faremoutier im Bistum Meaux, war die Tochter Agnerichs, eines der vornehmsten Hofbeamten des Frankenkönigs Theodebert II. Bei ihm fand der heilige Columban im Jahr 610 freundliche Aufnahme und segnete bei dieser Gelegenheit die kleine Fara. Als der Vater sie verehelichen wollte, erklärte sie ihren festen Entschluss, jungfräulich zu leben, und da Agnerich seine Zustimmung verweigerte, fiel sie in eine Krankheit, von der sie aber durch das Gebet des heiligen Eustasius wieder befreit wurde. Nach harten Kämpfen fügte sich endlich der Vater in ihre Wünsche, und jetzt nahm sie ungesäumt aus den Händen des Bischofs Gondoald den Schleier und machte die wunderbarsten Fortschritte auf der Bahn der Heiligkeit. Agnerich empfand darüber solche Freude, dass er zwei Jahre nach ihrer geistlichen Verlobung (616) ein Kloster für sie baute und zureichend ausstattete. Es hieß Brige, nach dem Tod der heiligen Fara aber Faremoutier. Man hielt daselbst die Regel des heiligen Columban, und die Genossenschaft verbreitete auch in die Ferne den guten Geruch Jesu Christi, so dass sogar Fürstentöchter aus England kamen, um darin dem Dienst Gottes sich zu weihen. Die Reden und Beispiele unserer Heiligen wirkten auf ihren Bruder Faro so mächtig ein, dass er sich ebenfalls dem geistlichen Stand widmete und später Bischof von Meaux wurde. Nachdem Fara 39 Jahre lang ihre Herde in aller Liebe und Gottseligkeit geweidet hatte, ging sie ein zur Freude des Herrn im Jahr 655. Als man 1622 ihre Reliquien aus dem sie verschließenden Kasten nahm und der Verehrung aussetzte, ließ eine blinde Nonne, Carolina le Bret, mit ihnen ihre Augen berühren, und nachdem das zum dritten Mal geschehen war, sah sie plötzlich. Der Bischof von Meaux ließ die Begebenheit gerichtlich untersuchen und erklärte am 9. Dezember 1622 die Heilung als wunderbar.