Der heilige Euthymius, Abt und Bekenner in Palästina, + 20.1.473 – Fest: 20. Januar

 

Euthymius wurde im Jahr 374 in der Gegend von Jerusalem von vorher lange unfruchtbaren Eltern geboren, die ihn gleich nach seiner Geburt durch ein Gelübde dem Dienst Gottes weihten. Schon als Junge übergaben sie ihn der Aufsicht eines frommen Bischofs, der ihn zur Gottseligkeit leitete und ihm besonders Unterricht in der Erklärung der heiligen Schriften erteilte, weswegen Euthymius auch wegen seiner Schriftkenntnis unter seinen Zeitgenossen allgemein berühmt war. Schon als Jüngling versah er das damals übliche Amt eines Lektors in der Kirche und zeichnete sich durch einen solchen Eifer in der Frömmigkeit aus, dass er zum Priester geweiht wurde und die Aufsicht über die Klöster in Jerusalem erhielt. Aber seine Sehnsucht nach der Einsamkeit bewog ihn, mit Erlaubnis seines Bischofs die Stadt zu verlassen und in der Wüste ein abgetötetes Leben zu führen. Er begab sich zu dem damals berühmten Einsiedler Theoctistus, mit dem er eine Berghöhle bewohnte und sich bloß von den Kräutern der Wüste ernährte. Als mehrere heilsbegierige Jünger sich um die heiligen Einsiedler versammelten, verteilte sie Euthymius in Zellen, übergab sie der Leitung und Aufsicht des Theoctistus und erwählte sich einen abgelegenen Ort, wo er ungestört von allen lebenden Wesen Tag und Nacht dem Gebet und der Betrachtung göttlicher Wahrheiten oblag. Um diese Zeit brachte man zu ihm einen unheilbaren jungen Mann, den Sohn des römischen Statthalters, der über Palästina gesetzt war, dem er durch Händeauflegung sogleich die Gesundheit erteilte. Durch dieses Wunder sowohl, als durch seine eindringlichen Ermahnungen nicht nur den Geheilten, sondern auch alle seine Begleiter zum Christentum bekehrte und taufte.

 

Diese wundervolle Heilung eines angesehenen jungen Mannes machte großes Aufsehen in der ganzen Gegend und von allen Seiten strömten die Menschen in die Wüste, um den Wundermann zu sehen. Euthymius aber verließ seine Zelle, floh in die Wüsten Ruban und Ziphon, wo er Klöster errichtete, und baute sich endlich seine Laura, die von ihm noch immer den Namen hat und wo er große Wunder wirkte. Er war ein Vater aller Armen und Bedrängten und besonders nahm er sich der verfolgten Mönche an. Zur Zeit einer anhaltenden Dürre, die eine große Hungersnot über Palästina verbreitete, fiel auf sein Gebet ein fruchtbarer Regen vom Himmel. Übrigens hatte er einen unüberwindlichen Abscheu vor den Feinden der Kirche und besonders vor den Ketzern und bewog durch seine Beredsamkeit den Bischof Petrus, dass er auf der Kirchenversammlung zu Ephesus die Verdammung der Nestorianer bewirkte. Er war auch einer der ersten, der die Beschlüsse des Kirchenrats von Chalcedon unterzeichnete und sich von der Kirchengemeinschaft des Theodosius, Bischofs von Jerusalem, trennte, weil er der euthychianischen Irrlehre zugetan war. Er starb in seinem 99. Lebensjahr im Jahr 473 als ein durch Heiligkeit und alle christlichen Tugenden ausgezeichneter Diener Gottes.