Die selige Eustochium Calafati, Äbtissin von Messina, + 20.1.1491 (1484) – Gedenktag: 27. oder 28. Februar

 

Die gottselige Eustochium wurde 1430 zu Messina geboren. Ihr Vater war aus dem edlen Geschlecht von Calafato, und ihre Mutter aus dem der Colonna. Eustochium war von ihrer Jugend an ebenso ausgezeichnet durch ihre Tugenden, als ihre seltene Schönheit. Mehrere Große in Sizilien begehrten sie umsonst zur Ehe. Entschlossen Jesus allein zu ihrem Bräutigam sich zu wählen, lehnte sie die reichsten Verbindungen ab, widerstand den Anforderungen ihrer Eltern, ertrug mit Geduld ihre Misshandlungen, und erlangte endlich die Erlaubnis, in das Kloster der heiligen Klara in Bassicano sich aufnehmen zu lassen. In dieser stillen Zurückgezogenheit wurde sie bald das Muster für ihre Gefährtinnen. Besonders aber zeichnete sie sich aus durch Liebe zu strengen Bußwerken. Ihr Eifer für die genaue Beobachtung der Ordensregel bewog sie, Papst Callixtus III. um die Erlaubnis anzugehen, ein neues Kloster zu stiften, worin die Regel in ihrer ganzen Strenge beobachtet würde. Nachdem sie hierzu bevollmächtigt worden war, stiftete sie, nicht ohne viele Schwierigkeiten, das Haus, der Jungfrauenberg genannt (Monte-Vergine), dessen Äbtissin sie wurde. Daselbst gab sie die Beispiele der reinsten Tugend und der zärtlichsten Verehrung zum allerheiligsten Altarsakrament und zur allerseligsten Jungfrau. Sie starb in ihrem 54. Lebensjahr, am 20. Januar 1484 (1491). Die an ihrem Grab gewirkten Wunder haben die Gläubigen bewogen, ihr eine öffentliche Verehrung zu erweisen, die auch vom Papst Pius VI. gutgeheißen worden. Ihr Fest wird jetzt am 27. oder 28. Februar gefeiert.