Der heilige Epimachus, Martyrer von Alexandria, + 12.12.350 - Fest: 10. Mai

 

Die Namen der beiden heiligen Märtyrer Gordian und Epimachus kommen schon im sechsten Jahrhundert in allen Kalendern der lateinischen Kirche vor. Epimachus litt mit einem anderen Christen mit Namen Alexander im Jahr 350 zu Alexandria. Man warf beide in ein scheußliches Gefängnis, aus dem man sie später herauszog, um sie mit Ruten zu peitschen und ihre Seiten mit eisernen Haken zu zerreißen. Man verbrannte schließlich den einen und den andern in lebendigem Kalk.

 

Gordian wurde im Jahr 362 unter dem abtrünnigen Julian des Glaubens wegen zu Rom enthauptet und sein Leib in einer Gruft begraben, in die man auch den des heiligen Epimachus legte, als man ihn von Alexandria nach Rom gebracht hatte.

 

Die vom Kaiser Decius verursachte Verfolgung gab im Jahr 250 zu Alexandria Anlass zu unerhörten Ausschweifungen. Die ganze Stadt schien in eine Räuberhöhle und Mordgrube verwandelt zu sein. Der heidnische Pöbel drang gewaltsam in die Wohnungen der Christen und schleppte sie ohne Rücksicht auf Alter und Geschlecht zu Hunderten zu den Richtstätten, die nicht aufhörten, vom Blut der Bekenner Jesu zu rauchen. Ihre Häuser wurden geplündert, und was man von der Einrichtung nicht des Fortbringens wert hielt, warf man auf die Gasse und legte Feuer daran. Wild und und unmenschlich brutal ging es zu. Der Schrecken lähmte die Gemüter vieler Christen, besonders der begüterten und in Ehrenämtern stehenden. Manche von ihnen waren feige und niederträchtig genug, den Glauben zu verleugnen, um das Leben und ihre Schätze zu retten, so dass sich auch hier bewährte, wie schwer der Reiche zur Seligkeit gelangt. Doch fanden sich dafür wieder andere, die unerschütterlich wie Felsen standen und furchtlos im Bekenntnis für Jesus, den Gekreuzigten ausharrten. Unter diesen war einer der hervorragendsten der heilige Julian, dessen Festtag wir am 27. Februar feiern. Gleichen Starkmut zeigten Epimachus und Alexander, zwei angesehene Bürger der Stadt. Man riss sie aus ihren Häusern und führte sie mit Ketten beladen in das Gefängnis, wo sie die Qualen des Hungers und Misshandlungen aller Art zu ertragen hatten. Da ihre Standhaftigkeit nicht zu besiegen war, wurden sie mit Stockschlägen und eisernen Krallen auf das Entsetzlichste zerfleischt und zuletzt in ungelöschtem Kalk verbrannt.

 

Der heilige Dionysius, Bischof von Alexandria, der Augenzeuge ihrer Peinen war, hat uns einen gedrängten Bericht davon hinterlassen. In ihm macht er auch Meldung von vier Frauen, die die Marterkrone am selben Tag und am selben Ort empfingen. Die erste hieß Ammonaria und war eine zarte Jungfrau, deren schwachen Körper aber eine wahre Heldenseele bewohnte. Sie brachte dem Richter, der mit Hilfe der grausamsten Martern das Geständnis des Abfalles von ihr erpressen wollte, durch ihr lautloses Dulden zur Verzweiflung, so dass er, um nicht wieder von einer Frau beschämt zu werden, die anderen drei ohne vorangehende Folterung kurzweg enthaupten ließ. Merkuria, Dionysia und abermals Ammonaria waren die Namen dieser treuen Bekennerinnen. Dionysia, die Mutter vieler Kinder, die sie zärtlich liebte, erhob sich über die Gefühle der Natur, um in der Liebe zu Jesus nicht wankend zu werden. Alle diese Blutzeugen kommen unter dem 12. Dezember im römischen Martyrologium vor.