Der heilige Eleutherius, Bischof von Tournay, Frankreich, + 20.2.532 – Fest: 20. Februar

 

Der heilige Eleutherius wurde im Jahr 456 zu Tournai in den Niederlanden von christlichen Eltern geboren, die der heilige Piatus vom Götzendienst zur Erkenntnis des wahren Gottes geführt hatte. Sein Vater hieß Serenus und Blanda seine Mutter. Als König Clodoväus die Römer bekriegte, mussten sie ihre Güter in Tournai verlassen und sich nach Blandine flüchten, wo sie zu Ehren des heiligen Apostels Petrus eine Kirche erbauten. Mit größter Sorgfalt erzogen sie ihren einzigen Sohn in allen Tugenden und ließen ihn, weil er seltene Geistesgaben zeigte, in allen Wissenschaften bilden, in denen er mit dem heiligen Medardus, der sein Jugendfreund war, unterrichtet wurde. Beide machten sowohl in den Heilswissenschaften und in der Frömmigkeit so glänzende Fortschritte, dass sie zu Priestern geweiht wurden und Eleutherius während der Regierung des Theodoricus, Bischof zu Tournai, mit größtem Segen das Predigtamt versah. Im Jahr 487 starb Theodoricus und die Geistlichkeit und das Volk wählten den frommen Eleutherius zu ihrem Oberhirten. Diese Würde begleitete er 44 Jahre lang mit unermüdlichem Eifer und apostolischer Treue. Rastlos kämpfte er wider die feindlichen Angriffe der Heiden und besonders der Arianer und wurde von denen nicht nur zum Gefängnis verurteilt und heftig verfolgt, sondern auch dreimal gegeißelt und wie ein Verbrecher aus Tournai verwiesen, wo er dann neun Jahre lang zu Blandine in der Verbannung lebte. Einer seiner heftigsten Verfolger war der heidnische Statthalter von Tournai, dessen Tochter zu dem Heiligen von unkeuscher Liebe entbrannt war und als sie ihn eines Tages zur Sünde anreizte, von einer schrecklichen Krankheit befallen wurde. Der heilige Oberhirt flehte in seiner Verbannung unter Gebet und vielen Tränen um die Bekehrung der Bürger von Tournai und besonders des Statthalters und seiner unglücklichen Tochter stets zu Gott und sein Flehen wurde endlich erhört. Die Verfolgung nahm ein Ende und Eleutherius kehrte auf seinen bischöflichen Stuhl zurück und brachte es in kurzer Zeit durch seine Predigten und Wundertaten dahin, dass er im Jahr 497 in einer Woche elftausend Menschen taufte, unter denen sich auch der Statthalter mit seiner Tochter befand, die durch die Händeauflegung des heiligen Oberhirten sogleich von ihrer Krankheit geheilt wurde.

 

Zweimal reiste Eleutherius nach Rom in Geschäften der Kirche und besonders wegen der Unterdrückung der Irrlehre des Arius und nach seiner zweiten Rückkehr hielt er im Jahr 527 zu Tournai eine Versammlung seiner Bischöfe, auf der das von ihm verfasste Glaubensbekenntnis als allgemein gültig angenommen und die Verdammung der arianischen Ketzerei neuerdings ausgesprochen wurde. Darüber gerieten die Arianer in eine solche Wut, dass sie den heiligen Bischof auf dem Weg zur Kirche überfielen und ihn so sehr misshandelten, dass er ganz verwundet und halbtot nach Hause getragen wurde. Fünf Wochen lang litt er mit christlicher Geduld die fürchterlichsten Schmerzen an seinem zerschlagenen Körper, betete stets um Verzeihung und die Bekehrung seiner Feinde und starb am 20. Februar 531 im 75. Jahr seines Alters und im 44. Seines bischöflichen Amtes.