Der heilige Eduard der Bekenner, König von England, + 5.1.1066 - Fest: 13. Oktober

 

Schwer hatte es während der irdischen Laufbahn der heilige König Eduard. Englands himmlischer Schirmer und Schutzherr, der um das Jahr 1000 lebte. Früh starb der Vater, die Dänen eroberten das Reich, und die Herrscherfamilie kam landflüchtig an den fränkischen Königshof. Wüste Sitten herrschten dort. Dass sich Eduard in dieser Umgebung in aller Lauterkeit erhielt, verdankt er neben dem besonderen Schutz Gottes und dem eigenen herrlichen Willen, dem aller Schmutz ein Ekel war, vornehmlich der innigen Verehrung und Nachahmung des heiligen Apostels und Evangelisten Johannes, des Lieblingsjüngers Jesu. Da sieht man, dass die Heiligen beim lieben Gott doch viel vermögen.

 

Eine Lilie, die weiß und rein am Straßenrand blüht, fällt allen, die vorübergehen, in die Augen, und auch Eduards Lauterkeit blieb im Schmutz des königlichen Hofes nicht unbeachtet, und während ihn die Gutgesinnten achteten und ehrten, wie es sich gebührt, hänselten ihn die anderen, die Dreck am Stecken hatten, und nannten ihn spöttisch den „Engel“. Das war gemein und unschön, aber Eduard fiel auf den Schwindel nicht herein, sondern war Manns genug, den Spott zu ertragen, und blieb, was er war, der edle, lautere junge Mann. Nur ein Schwächling lässt sich durch die Hänseleien zügelloser Jungen und Mädchen beirren, ein Held – nie!

 

Als Eduard volljährig geworden war, drängte man ihn, sich mit Waffengewalt sein angestammtes Reich zurückzuerobern. Da gab der König die wahrhaft königliche Antwort, er wolle keine Herrschaft, die mit Blut erkauft sei. Wenn alle hohen Leute so dächten, hätte es nie einen Krieg gegeben und unübersehbares Elend wäre der Menschheit erspart geblieben.

 

Dann jedoch fügte es sich, dass die Dänen aus England weichen mussten, und Eduard wurde auf den angestammten Thron zurückgerufen und am Ostertag des Jahres 1042 im Alter von dreißig Jahren unter großen Feierlichkeiten zum König gesalbt und gekrönt. Gut fünfundzwanzig Jahre führte er als Friedensfürst in der Nachfolge des Christkönigs, dessen Fest wir bald feiern, das Land, und brachte es zur Wohlfahrt und Ansehen vor allem dadurch, dass er die Ehrfurcht vor Gott im Volk hob. So war seine Regierung die denkbar glücklichste, weil er selbst das Gesetz seines Gottes im Herzen trug.

 

Vor allem ließ König Eduard es sich angelegen sein, wie der Heiland Wohltaten spendend einherzugehen. Unerschöpflich war seine Güte gegen die Armen, und schon zu Lebzeiten blühten Wunder an dem Weg, den er ging. Einmal beispielsweise, so berichtet die Legende, traf der König in den Straßen Londons einen Krüppel, dessen Beine so übel verwachsen waren, dass er sich nur mit Hilfe der Hände wie ein Tier fortbewegen konnte. Auf die Frage des Königs, wie er ihm wohl helfen könne, entgegnete der Krüppel: „Herr, es ist mir der Gedanke gekommen, dass ich sogleich gesund würde, wenn mich der König auf seinen Schultern zur Kirche tragen würde.“ Da hob Eduard den Bettler auf und trug ihn huckepack ins nächste Gotteshaus und setzte ihn vor dem Altar nieder, und da streckten sich die Glieder des Mannes, und in einem einzigen Augenblick war er ein wohlgewachsener Mann, stattlich und groß. Wunderbar ist Gott in seinen Heiligen.

 

Im Jahr 1066 vertauschte König Eduard die irdische Krone mit der himmlischen Krone, die über und über geziert war mit den Diamanten und Edelsteinen seiner Wohltätigkeit und seines heiligen Lebens.