Der heilige Didakus von Alkala, Spanien, Laienbruder, + 12.11.1463 - Fest: 13. November

 

Bei dem Heiligen vom heutigen Tag, einem Spanier, ist bereits der Name nicht ohne Interesse, denn Didakus heißt er auf Latein, spanisch aber lautet der Name Diego, wobei auch das e vollsilbig ausgesprochen wird, also Di-e-go. Das ist auf deutsch Jakob, und Jakob wollen wir daher den Tagesheiligen auch nennen.

 

Jakob war ein Armeleutekind, lernte weder lesen noch schreiben, wohl aber früh fleißig arbeiten, was sicher kein Fehler ist, denn Kinder, die zeitig zu rechter Arbeit angehalten werden, entwickeln sich später nicht leicht zu verspielten Menschen, wohl aber zu lebenstüchtigen Frauen und Männern.

 

Weil Jakobs Sinn nicht auf die Welt stand, ging er ins Kloster. Dort war er Koch und Küchenmeister.

 

Weil Bruder Jakob viel mit Gott verkehrte, teilte sich auch Gott ihm mit und gab dem ungelehrten Klosterbruder mit der Zeit ein solches Wissen um die übernatürlichen Dinge, dass selbst berühmte Gottesgelehrte nicht mehr mitkamen, sondern bei Bruder Jakob in die Schule gingen, der seine Kenntnisse übrigens nicht mühsam zu lernen brauchte, sondern von Gott eingegossen erhielt, wie man Öl in eine Lampe gießt, damit sie leuchte.

 

Später hat Bruder Jakob eine Zeitlang als Missionar unter den Heiden auf den Kanarischen Inseln an der Westküste Afrikas mit gutem Erfolg gewirkt. Noch später kam er als Krankenpfleger nach Rom. Da hat er viele gesund gemacht, oft durch ein einfaches Kreuzzeichen oder durch Öl, das er der Ampel entnahm, die vor dem Muttergottesaltar brannte. Die Leute behaupteten damals steif und fest, der Klosterbruder wirke Wunder. Die Aussage ist sicher nicht von der Hand zu weisen, denn mit Gottes Hilfe geschehen auf die Fürbitte der Heiligen Wunder zu allen Zeiten.

 

Als Bruder Jakob ein alter Mann geworden war, kehrte er nach Spanien heim, um dort zu sterben. Bevor er starb, musste er noch manche schmerzhafte Krankheit durchmachen. Schließlich schlug aber auch für ihn die letzte Stunde. Von Augenblick zu Augenblick verlangsamte sich der Atem und setzte endlich ganz aus, so dass die Mitbrüder, die am Sterbelager knieten und beteten, der Meinung waren, er sei bereits verschieden. Doch da öffnete Bruder Jakob noch einmal groß die Augen und lachte aus vollem Herzen, und als man ihn fragte, warum er denn lache, gab er zur Antwort: „Ich hätte nicht geglaubt, dass es im Paradies solch schöne Blumen gibt, wie ich sie soeben sah.“ Mit diesen Worten und dem Lächeln auf den Lippen ging Bruder Jakob gleich darauf hinüber in den Himmel, in den er kurz zuvor bereits einen Blick hatte werfen dürfen.