Der heilige Cyrus, Heilkundiger von Ägypten und Martyrer in Rom, + 31.1.312 – Fest: 31. Januar

 

Cyrus wurde zu Alexandria in Ägypten geboren und studierte in seiner Jugend die Medizin mit einem so großen Fleiß, dass er als ein berühmter Arzt allgemein bekannt war. Weil er aber die Kranken, indem er ihre körperlichen Leiden milderte, gewöhnlich auch zur Erkenntnis des wahren und einzigen Gottes führte und sie dem Götzendienst entriss, gab der heidnische Statthalter den Befehl, ihn in das Gefängnis zu werfen. Als Cyrus das hörte, entfloh er nach Arabien in ein Kloster, wo er ein heiliges Leben führte und durch seine Wunder, die er in Heilung jeder Krankheit wirkte, sich einen so hohen Ruhm erwarb, dass die Menschen aus den entferntesten Gegenden herbei eilten, um den Wundermann zu verehren. Unter diesen war auch Johannes von Edessa, ein Mann von ausgezeichnetem Heldenmut, der lange Zeit als Kriegsoberster im kaiserlichen Heer diente, schließlich wegen sehnlichen Verlangens nach einem gottseligen Leben auf Ansehen und Reichtümer verzichtete, eine Wallfahrt nach dem gelobten Land machte und von dort nach Arabien in das Kloster zurückkehrte, in dem der heilige Cyrus lebte. In Vereinigung strebten beide rastlos nach christlicher Vollkommenheit und wurden schließlich gewürdigt, auch ihr Blut und Leben zur Verherrlichung der Religion Jesu zu opfern.

 

Es war i Jahr 310, als der heidnische Kaiser Maximin in der morgenländischen Kirche eine grausame Verfolgung erregte und unter anderen Gläubigen auch die fromme Athanasia mit ihren drei unschuldigen Töchtern Theoctista, Theodata und Eudoria als Gefangene nach der Stadt Canopos geführt wurden, wo Syrianus der Statthalter seinen Sitz hatte. Kaum hatten Cyrus und Johannes von der Gefangennahme dieser christlichen Familie gehört, als sie sich sogleich entschlossen, die Jungfrauen zu begleiten und ihnen während ihrer Marter Trost und Mut einzusprechen. Auf öffentlichem Markt hielt Syrianus Gericht und den Christinnen wurde die Wahl gelassen, den Göttern zu opfern oder ihr Leben qualvoll zu beenden. Angefeuert durch die rührenden Ermahnungen ihrer Begleiter, blieben sie standhaft in ihrem Bekenntnis und ertrugen freudig die heftigsten Peinigungen auf der Folter, die Zerfleischung ihrer Körper und schließlich den Tod durch das Schwert. Aber nun entbrannte die Wut des Statthalters gegen die heiligen Bekenner Cyrus und Johannes und nachdem er sie durch Versprechungen und Drohungen fruchtlos zur Verleugnung ihres Glaubens zu bringen gesucht hatte, ließ er sie foltern, dass nur die bloßen Gebeine an ihren Körpern mehr zu sehen waren, und da die Martyrer unter diesen unaussprechlichen Leiden frohlockten und den Heiden Jesus den Gekreuzigten predigten, befahl er, sie zu enthaupten. Fromme Christen beerdigten ihre Leichname samt denen der Jungfrauen in der Kirche des heiligen Marcus und wurden unter der Regierung des Kaisers Arcadius auf ein in der Nähe der Stadt Canopos gelegenes Landgut Manuthen versetzt, wo bei ihrer Ankunft sogleich die bösen Geister heulend entwichen.