Der heilige Cyriakus, Diakon und Martyrer von Rom, + 16.3,303 - Fest: 8. August

 

Der heilige Cyriakus gehört zu den heiligen Vierzehn Nothelfern. Dargestellt wird er im Gewand eines Diakons, der an einer eisernen Kette einen schwarzen Hund mit scharfen Zähnen und ausgestreckter feurigroter Zunge führt.

 

Es war in Rom um das Jahr 300. Die letzte der zehn römischen Christenverfolgungen hatte den Höhepunkt erreicht. Viele von den Gläubigen wurden gemartert und hingerichtet. Andere verwendete man als Zwangsarbeiter bei großen Bauten. Ohne Unterschied des Alters und des Standes mussten Männer und Frauen, Alte und Kinder bei Wasser und Brot Steine zum Bauplatz schleppen, mussten auf Schubkarren Sand und Kalk herbeifahren, mussten auf Leitern und Gerüsten Hilfsdienste verrichten, und wehe ihnen, wenn sie einmal ausruhen wollten! Dann sausten ihnen die Peitschen der Aufseher schonungslos um den Kopf, auf den Nacken und die Beine.

 

Da kam eines Tages ein flotter lockerer Junge daher. Die Mütze saß ihm schief auf dem Ohr. Er sang und pfiff. Am Bauplatz blieb er einen Augenblick stehen, würdigte die Zwangsarbeiter keines Blickes, grüßte nachlässig die Aufseher und schlenderte lustig pfeifend weiter. Die Christen aber jubelten und freuten sich. Wie Sonnenschein in dunkler Nacht zog ein stilles Lächeln über ihr Gesicht. Und einer flüsterte es dem anderen zu: „Cyriakus war da!“ Da wussten alle, dass die heilige Mutter Kirche sie, ihre ärmsten Kinder, nicht vergessen hatte. Neue Kraft und frischer Mut kam über sie. Wie groß war aber erst die Freude, als am Abend in der Baracke bekannt wurde, dass Cyriakus im Vorübergehen unbemerkt einem der Ihrigen in einer kleinen Büchse das Allerheiligste zugesteckt hatte! Da war also der Heiland mitten unter ihnen, und das schwere Leben war mit einem Schlag nur noch halb so schwer.

 

Von dieser Zeit an kam der flotte lockere Junge täglich am Bauplatz vorüber. Immer schaute er über die Christen hinweg, als gingen sie ihn gar nichts an, aber jedes Mal überreichte er einem der Zwangsarbeiter unbemerkt das heilige Sakrament. Allmählich befreundete sich Cyriakus scheinbar mit den Aufsehern. Wenn er kam, grüßte er, begann ein Gespräch, erzählte schnell den neusten Witz und verschwand. Bald freuten sich die Wärter sogar, wenn sie den jungen Mann in der Ferne kommen sahen. Kurz und gut, es entstand eine dicke Freundschaft zwischen ihnen und Cyriakus. Und da konnte Cyriakus es wagen, den Glaubensgenossen Brot, Fleisch und andere Lebensmittel, Kleider und Schuhe zuzustecken.

 

Dass aber der Krug nur so lange zum Brunnen geht, bis er bricht, sollte auch der mutige Diakon Cyriakus erfahren. Die Behörden hatten Verdacht geschöpft. Die Wärter wurden plötzlich abgelöst. Als Cyriakus mit seinen beiden Freunden Largus und Smaragdus, die ihm bei der ausgedehnten Liebestätigkeit halfen, am folgenden Tag auf dem Bauplatz ankamen, wurden alle drei verhaftet, gefesselt und ins Gefängnis abgeführt.

 

Cyriakus und seine Gefährten hatten insofern Glück, dass sie einen anständigen Gefangenenwärter antrafen, der ihnen sogar Besuche zuführte. Da geschah es nicht selten, dass sich das Gebet und die Handauflegung des heiligen Diakons als wunderkräftig erwiesen hat. Es ging auch bei ihm in Erfüllung, was im Evangelium gesagt wird: „Kranken werden sie die Hände auflegen, und sie werden gesund werden.“

 

Von diesen Wundern hörte auch Kaiser Diokletian. Und weil er eine Tochter besaß, die vom bösen Geist besessen war, ließ er Cyriakus herbeiführen. Als der Heilige über das besessene Mädchen betete und dem Satan im Namen Jesu befahl, aus ihm zu fahren, hörte man plötzlich ein wildes Gekläff. Da lag zu Füßen des heiligen Diakons winselnd ein großer schwarzer Hund mit scharfen Zähnen und feurigroter Zunge, die dem Tier weit aus dem Maul hing. Die Tochter des Kaisers aber war vom Teufel befreit. Somit weiß man jetzt, was auf den Bildern des heiligen Cyriakus der Hund bedeutet, den er an einer eisernen Kette mit sich führt.

 

Kaiser Diokletian lief, wie man sich denken kann, über von Dankbarkeit. Die drei Gefangenen erhielten die Freiheit zurück und betätigten sich wieder in der christlichen Nächstenliebe, bis schließlich auch sie den Martyrertod starben.