Der heilige Bruno, Bischof von Würzburg, + 27.5.1045 - Fest: 27. Mai

 

Der Großvater dieses heiligen Bischofs war Herzog Otto von Franken, der Sohn jenes Herzogs Conrad, der auf dem Lechfeld in der Hunnenschlacht ritterlich gekämpft und den Tod gefunden hat. Die Gemahlin dieses Conrad hieß Luitgardis und war eine Tochter des Kaisers Otto des Großen.

 

Herzog Otto hatte 3 Söhne, Heinrich, Bruno und Conrad. Heinrich folgte seinem Vater als Herzog in Franken. Bruno wurde zuerst Mönch, dann Bischof von Verden und regierte zuletzt als Papst Gregor V. die gesamte Kirche Gottes. Conrad erhielt das Herzogtum Kärnten. Er verehelichte sich mit der Gräfin Mathilde von Querfurt und Mansfeld, und hatte zwei Söhne, nämlich Konrad, der dem Vater als Herzog von Kärnten nachfolgte, und Bruno.

 

Von der Jugendzeit und dem frühen Leben des heiligen Bruno ist nichts bekannt. Am 14. März des Jahres 1033 wurde er auf den bischöflichen Stuhl von Würzburg erhoben. Er wird als ein sehr gelehrter Mann gerühmt, soll mehrere Schriften, unter diesen Erklärungen der Psalmen geschrieben und die wissenschaftliche Bildung seiner Geistlichen mit großem Eifer gefördert haben.

 

Wegen seiner ausgezeichneten Kenntnisse war er auch bei den beiden Kaisern Konrad II. und Heinrich III. sehr in Ehren gehalten und beliebt. Schon im ersten Jahr seines Bistums zog er mit Kaiser Konrad nach Italien und half ihm die Lombardei erobern. Bei der Belagerung von Mailand feierte der heilige Bischof am hohen Pfingstfest das Hochamt. Während dieser Feierlichkeit entstand plötzlich ein solches Donnerwetter, dass alle meinten, der Jüngste Tag komme. Mehrere Menschen wurden vom Blitz erschlagen, viele wurden durch den Schrecken ganz betäubt, und alles rannte voll Verwirrung hin und her. Nur Bischof Bruno blieb ruhig am Altar stehen und vollendete, ohne sich stören zu lassen, das heilige Opfer. Nach der Heiligen Messe begab er sich zum Kaiser und erzählte ihm die Vision, die ihm während des heiligen Opfers geworden war. Der heilige Ambrosius war dem Bischof erschienen und hatte ihm gedroht, es werde der Kaiser mit seinem ganzen Heer zugrunde gehen, wenn er nicht alsbald von Mailand abziehe. Diese Vision und die unter dem Heer ausgebrochene pestartige Krankheit bewog den Kaiser, sogleich mit den Mailändern Frieden zu schließen, nachdem er die gefährlichsten Rebellen der Stadt, die schon in seiner Gewalt waren, hatte enthaupten lassen.

 

In der Teilung des väterlichen Erbes fiel dem frommen Bischof die Herrschaft Sonnerich im Stift Paderborn zu. Dieses sein väterliches Erbteil vermachte er dem Domkapitel in Würzburg, zur Verpflegung der Kanoniker. Auch andere von seinen Erbgütern im Kochergau vermachte der Bischof dem Stift Würzburg.

 

Um diese Zeit war die Domkirche zu Würzburg sehr baufällig geworden. Der edle Bischof unternahm zuerst den Bau seiner Kathedrale im Jahr 1042 und vollführte die Herstellung des herrlichen Tempels ganz auf eigene Kosten, ohne das Einkommen des Stiftes auch nur im Geringsten zu beanspruchen. Schon neun Jahre früher hatte Abt Willemuth die Klosterkirche zu St. Burkhard neu aufzubauen begonnen. Der fromme Bischof unterstützte den Abt in diesem Werk, das gerade vollendet wurde, als man den Bau der Domkirche anfing. Am Pfingstfest des Jahres 1042 nahm Bischof Bruno die Einweihung der neugebauten Klosterkirche vor. Gegenwärtig waren die Bischöfe Suidger von Bamberg (soäter Papst Klemens II.), Heriwart von Eichstädt, Hugo von Beßnitz, Severus von Prag und Adeleg von Zeitz.

 

Im Jahr 1045 musste Bischof Bruno mit Kaiser Heinrich III. nach Ungarn ziehen, um mit ihm die ungarischen Angelegenheiten zu ordnen. Als man unter Linz die Donau hinabfuhr, hatte Bruno, obwohl ganz gesund, eine Ahnung seines nahen Todes. Man kam glücklich bis nach Ips. In der Nähe dieser Stadt stand das Schloss Rosenburg nahe an der Donau. Hier hielt sich der Kaiser mit seinem Gefolge einige Tage auf. Eines Abends begab sich der Kaiser in ein nahe gelegenes Sommerhaus, das hart an der Donau lag und schon sehr baufällig war. Bischof Bruno kam zu ihm. Auf einmal brach der morsche Bretterboden, und beide fielen in das untere Gemach hinunter. Der Kaiser blieb unverletzt. Der Bischof aber wurde so übel zugerichtet, dass man ihn auf das Schloss zurücktragen musste. Er lebte noch acht Tage, bereitete sich zum Tod vor und verschied selig im Herrn am 27. Mai 1045. Es war dies eben das hohe Pfingstfest. Den Leichnam des Heiligen legte man in einen Sarg und brachte ihn nach Würzburg, wo er in der Gruft des von ihm erbauten Domes begraben wurde. Über seinem Grab steht in Stein eingegraben: „Im Jahr des Herrn 1045 den 27. Mai starb der selige Bruno, Bischof und Erbauer dieser Kirche.“ Die Verehrung des heiligen Bischofs nahm in dem Grade zu, als die Wunder an seinem Grab sich mehrten. Im Anfang des 13. Jahrhunderts erscholl der Ruf von den großen Wundern dieses Heiligen durch ganz Deutschland. Im Jahr 1237 stellte Bischof Herman eine Untersuchung der Wunder an und sendete die Ergebnisse nach Rom an Papst Gregor IX. Allein der von Herman begonnene Neubau des Domes nahm alle Aufmerksamkeit und alles Geld in Anspruch. Die Sache blieb in Schwebe. Erst Innozenz IV. soll die Heiligsprechung vorgenommen haben. Im Jahr 1699 wurden die Gebeine des heiligen Bischofs erhoben und der öffentlichen Verehrung der Gläubigen ausgesetzt.