Der heilige Bruno von Querfurt – Bonifatius, Erzbischof, Martyrer, + 14.2.1009 – Fest: 14. Februar

 

Bruno stammte aus einer der angesehensten Familien Sachsens und wurde um die Mitte des zehnten Jahrhunderts wahrscheinlich zu Querfurt geboren. Seine Erziehung erhielt er in der blühenden Domschule zu Magdeburg. In der heiligen Firmung empfing er den Namen Bonifatius und wird deshalb öfters mit beiden Namen benannt. Mit einem hohen Grad wissenschaftlicher Bildung und gediegener Frömmigkeit trat er frühzeitig in den geistlichen Stand, wurde Kanonikus zu St. Moritz in Magdeburg und baute in schönem byzantinischem Stil die Schlosskirche zu Querfurt. Kaiser Otto III. berief den talentvollen jungen Priester an seinen Hof und schenkte ihm sein besonderes Vertrauen. Als Kaiser Otto im Jahr 996 nach Rom zog, begleitete ihn Bruno. Im Bonifatiuskloster auf dem Aventin vernahm Bruno, dass der hl. Adalbert am 23. April 997 als Apostel der Preußen den Martertod erlitten habe, und sogleich entschloss er sich, in die vom hl. Romuald neugestiftete Benediktinerkongregation von Camaldoli einzutreten und sich zum Missionar unter den Preußen vorzubereiten. Unter der Leitung des fast hundertjährigen Romuald überbot er die strenge Ordensregel durch seinen glühenden Eifer. Oft aß er nur zweimal in der Woche und warf sich in Disteln und Dornen, um sein Fleisch zu kreuzigen.

 

Um diese Zeit bat Zoerard, der Bruder des Polenfürsten Boleslaw, Papst Silvester II. um Missionare für sein Vaterland. Auf den Rat des hl. Romuald schickte der Papst unseren Bruno als Missionar mit den nötigen Vollmachten ab. Im Winter des Jahres 1003 auf 1004 kehrte Bruno nach Deutschland zurück und erhielt vom Erzbischof Dagino von Magdeburg die Weihe zum Missions-Erzbischof. Indes verhinderte der Krieg zwischen Herzog Boleslaw und Kaiser Heinrich II. die Ausführung seines Planes. Bruno vermittelte zusammen mit dem Erzbischof von Magdeburg den Frieden zwischen den streitenden Parteien, ging dann nach Polen und wurde vom Herzog mit Ehren und Geschenken überhäuft, die er sogleich wieder an Arme und bedürftige Kirchen verteilte.

 

Die Zeitverhältnisse gestatteten Bruno nicht, sein Missionswerk in Preußen sofort zu beginnen, deshalb benutzte er die Zeit, um zunächst die Sprache der zu bekehrenden Völker zu erlernen. So vorbereitet, begann er mit 18 Gefährten im Jahr 1008 seine Mission in Preußen, um fortzusetzen, was der hl. Adalbert begonnen hatte. Man sagte den Missionaren den sicheren Tod voraus, sie aber ließen sich, durch himmlische Erscheinungen gestärkt, nicht abschrecken. Mit dem Kreuz in der Hand, mit glühender Liebe zu den Seelen im Herzen und unter Anrufung der Apostel überschritten sie die Grenze. Schon am dritten Tag kam ihr Leben in die größte Gefahr und nur durch ein Wunder wurden sie gerettet. Acht Tage lang hielten die heidnischen Bewohner des Landes die Missionare gefangen und geißelten sie grausam, entließen sie aber wieder auf den Wunsch einiger Fürsten. Innerhalb fünf Monaten bereisten sie dreiviertel des Landes, bekehrten aber unter dem hartnäckigen Volk kaum dreißig Seelen. Dem Fürsten Nethimis schleuderten sie seine Götzen ins Feuer, das sie rasch verbrannte. Aufs höchste erzürnt, ließ der Fürst einen großen Scheiterhaufen errichten und Bruno samt seinen Gefährten hineinwerfen. Bruno im bischöflichen Ornat ging mit seinen Gefährten in das lodernde Feuer und blieb so lange mit ihnen in den Flammen, bis sie sieben Psalmen abgesungen hatten. Über dieses Wunder höchst erstaunt, ließ sich der Fürst mit mehr als 300 Männern taufen.

 

Nicht lange nachher erregte ein feindseliger Fürst unter den Heiden einen Aufstand und ließ den heiligen Erzbischof nebst seinen Missionaren grausam martern. Der hl. Bruno wurde enthauptet, die anderen aufgeknüpft. Einem, namens Wipert, wurden die Augen ausgestochen. Jedoch entkam er trotzdem und berichtete in Rom den Martertod seiner Gefährten. Auf diese Kunde hin wollte der hl. Romuald noch die Bekehrung der heidnischen Preußen und Liefländer unternehmen, wurde aber durch plötzliche Erkrankung an der Ausführung dieses Planes gehindert.

 

Der Tod der hl. Blutzeugen erfolgte am 14. Februar 1009. Ihre hl. Leichname blieben unbeerdigt liegen, bis der Herzog Boleslaw ihr Schicksal erfuhr, sie kaufte und unter großen Ehren nach Polen bringen ließ. In Preußen soll später zu Ehren des ruhmreichen Martyrers Bruno die Stadt Brunsberg (Braunsberg) erbaut worden sein.

 

Was der hl. Adalbert begonnen, der hl. Bruno mit seinen Genossen unter den größten Schwierigkeiten fortgesetzt hat, haben 200 Jahre später die Deutsch-Ordens-Herren zu Ende geführt und dem Christentum die Herrschaft über die hartnäckigen heidnischen Preußen verschafft.