Der heilige Bonitus, Bischof zu Clermont, Frankreich, + 15.1.710 - Fest: 15. Januar

 

Dieser Heilige wurde zu Anfang des 7. Jahrhunderts zu Auvergne in Frankreich aus einem adeligen Geschlecht geboren. Sein Vater Theodatus war römischer Ratsherr und seine Mutter Syagria wurde schon vor der Geburt ihres Sohnes dessen künftige Heiligkeit durch eine Erscheinung geoffenbart. Beide Eltern wendeten alle Sorgfalt auf die Erziehung ihres Kindes, und Bonitus wurde ein so ausgezeichneter Jüngling, dass ihn der fränkische König Theodorich IV. an seinen Hof nahm und mit den höchsten Würden überhäufte. Nach dem Tod des Königs wurde er Statthalter von Marseille. In diesem Amt zeichnete er sich durch seine Liebe zur Gerechtigkeit und durch sein Erbarmen gegenüber den Armen und Gefangenen aus und erwarb sich dadurch die Achtung aller Menschen. Dabei führte er ein so heiliges Leben, dass sich der Ruf von seiner Frömmigkeit allgemein verbreitete, und dass bei dem Tod seines Bruders Avitus, der vierzig Jahre lang als Bischof mit seltenem Ruhm die Kirche zu Auvergne regierte, der König und die Geistlichkeit keinen würdigeren Nachfolger zu wählen wussten, als den heiligen Bonitus, der sich zwar wegen seiner tiefen Demut ernstlich weigerte, dieses heilige Amt zu übernehmen, aber endlich die feierliche Weihe empfing, als er Gottes Willen erkannt hatte.

 

Längere Jahre hindurch stand der heilige Oberhirt seiner Kirche mit apostolischem Eifer vor und lebte, so viel ihm seine Geschäfte erlaubten, einsam und in der größten Armut. Wegen Altersschwäche legte er schließlich seine Würde nieder und wählte das Kloster Manlieu zu seinem Aufenthalt, wo er die strengen Ordensregeln genau beobachtete und zur Verherrlichung der Kirche Jesu viele Wunder wirkte. Am Ende seines Lebens machte er eine Reise nach Rom, um an den Gräbern der heiligen Martyrer seine Andacht zu verrichten. Auf seiner Rückreise sagte er Aripert II., dem König der Longobarden, einen vollkommenen Sieg über seine Feinde vorher, versöhnte den Bischof zu Lion mit dem Herzog von Bourgogne, und starb schließlich zu Lion in Frankreich am Ende des 7. Jahrhunderts. Sein Leichnam wurde feierlich nach Auvergne übertragen und in der Kirche des heiligen Mauritius beigesetzt, wo durch die Fürbitte des Heiligen große Wunder geschahen.