Der heilige Berthold, Kreuzfahrer, Karmeliten-Ordensgeneral, + 29.3.1198 - Fest: 29. März

 

Dieser Heilige wurde zu Limoges (spr. Limosch) in Frankreich als Spross des edlen Guido von Malafaida und einer Enkelin des Königs von Ungarn geboren. Sehr früh zeigte sich an ihm ein frommer Sinn. Er kam studienhalber nach Paris, wo er es durch seine Kenntnisse in den heiligen Wissenschaften zum Grad eines Doktors brachte. Da er keinen schöneren Dienst kannte, als Gott anzugehören, ließ er sich zum Priester weihen. Damals war die Zeit der Kreuzzüge und auch Berthold ließ sich in seinem großen Eifer für den heiligen Glauben für einen solchen Zug in das Heilige Land anwerben, um dort das Seinige zur Befreiung der heiligen Stätten aus den Händen der Ungläubigen beizutragen. So kam Berthold nach Palästina. Doch zu Antiochia geriet das christliche Heer, dem sich Berthold angeschlossen hatte, unerwartet in große Gefahr.

 

Besorgt um das Heer und die Stadt betete er um die Befreiung aus der Gewalt der Türken. Der Herr offenbarte ihm, die ganze Bedrängnis sei eine Strafe für die Sünden der christlichen Soldaten, die leider sehr der Unzucht ergeben waren. ^Berthold bot sich nun als Opfer an und versprach für den Fall der Errettung der Christen aus der drohenden Gefahr des gänzlichen Unterganges sein ferneres Leben dem Dienst der seligsten Jungfrau zu weihen.

 

Jesus erschien ihm hierauf, wieder begleitet von Maria, der seligsten Jungfrau und dem heiligen Apostel Petrus, während ein strahlendes Kreuz über der ganzen Gruppe schwebte. Dieses Mal wies Jesus auf den Undank hin, womit ihm die Christen die erwiesenen Wohltaten vergelten. Auf die Warnung Bertholds taten nun die christlichen Soldaten Buße und verbrachten fünf Tage in Gebet und frommen Werken. Beim nächsten Ausfall aus der belagerten Stadt erlangten die Soldaten, obwohl durch Hunger geschwächt, durch die übernatürliche Hilfe doch den Sieg über die zahlreichen Feinde.

 

Getreu seinem Gelöbnis, sich dem Dienst Mariens zu weihen, zog Berthold in die Einsamkeit des Karmel. Dies sollte dem Karmeliterorden zum größten Segen sein. Berthold, der bereits aus seiner Heimat die geschlossenen klösterlichen Gemeinden kannte, sammelte die in den zahlreichen Höhlen des Karmel zerstreut lebenden Mönche, formte aus ihren Gebräuchen und Gewohnheiten eine gemeinsame Regel, gab weise Gesetze dazu und machte sie eigentlich zu einem Orden im kirchlichen Sinn. Er wurde darum auch von seinen Mitbrüdern zum Obern und damit zum ersten General des Ordens gewählt. Nur gezwungen beugte er sich in seiner Demut diesem gemeinsamen Wunsch seiner Brüder. Berthold hauchte in seinem Amt durch seine Weisheit und Tugend dem alten Orden neues Leben ein, so dass er wirklich mit Recht auch als Stifter des Ordens verehrt wird. Nachdem Berthold fünfundvierzig Jahre an der Spitze des Ordens gestanden, starb er um 1200 eines heiligen Todes.

 

Lerne aus dem Leben des heiligen Berthold wahren Opfermut für das kostbare Gut unseres heiligen Glaubens. Mit Begeisterung zog er ins Heilige Land, um für den Glauben zu kämpfen. Dort warteten seiner viele Schwierigkeiten. Er verzagte nicht, betete und opferte sogar sich selbst für die Befreiung des ganzen Heeres, indem er das Gelübde einlöste und sich dem Orden der Karmeliten anschloss. Gott belohnte das Opfer dadurch, dass er dem Orden zum größten Segen wurde und selbst die Heiligkeit fand. So kann jeder, der im Dienst seines heiligen Glaubens vor Opfer und Mühen nicht zurückscheut, den sicheren Lohn Gottes auf Erden und noch mehr im Jenseits erwarten.